Work-Learn-Balance

Überstunden gelten zum guten Ton in vielen Unternehmen. Argwöhnisch werden Leute betrachtet die pünktlich die Firma verlassen und nur die Vertraglich zugesicherten Arbeitszeiten erfüllen. Es wird wahrgenommen als Bereitschaft und Dank für die Arbeit und die Firma in der man arbeitet, vielleicht sogar als eine Art Trinkgeld.

Selbstverständlich gibt es auch hier nicht nur zwei Seiten, viele Leute machen Überstunden um dann aber auch über Wochen sehr pünktlich wieder zu gehen. Auch gibt es die Leute die Überstunden zu Zeiten machen wo es der Firma eigentlich nicht viel hilft. Bei einem Gespräch mit dem Mitarbeiter länger zu bleiben ist auch etwas anderes als der Versuch die notwendigen Arbeiten zu erledigen oder der Firma mit der Zeit einen Vorteil zu verschaffen.

Praktisch so lange es den modernen Begriff der Arbeit gibt machen sich Leute darüber Gedanken. Insbesondere der Bereich der sich damit beschäftigt den Ausgleich zu erforschen zwischen Arbeit und Privatleben ist immer wieder Zentrum von Diskussionen. Phrasen wie „Leben um zu arbeiten oder arbeiten um zu leben“ machen die Runde. Doch genau um diesen Teil, soll es hier eigentlich nicht gehen. Ich würde gerne einen Bereich beschreiben der davon ausgeht das die Bereitschaft mehr zu tun für die Firma und den Beruf bereits vorhanden ist.

Überstunden sind direkt dem Arbeitgeber geschenkte Zeit, oftmals unentgeltlich, manchmal durch %-Klauseln Vertraglich zugesichert. In der Regel aber auch eher nicht angeordnet, daher in der Regel unter dem Radar. Sie ermöglichen es dem Arbeitnehmer Aufgaben zu erfüllen bei denen er im Verzug ist oder wo die reguläre Arbeitszeit einfach nicht ausreichend ist. Normalerweise kommen diese Überstunden auch mit stressigeren Phasen wie dem Weihnachtsgeschäft oder ähnlichem zusammen. In höheren Positionen werden Überstunden dann gerne gemacht um seine eigene Arbeit zu schaffen während man oftmals den Tag über sich mit den Problemen andere beschäftigen muss. Oder aber die Ruhe nach dem Trubel der Kernarbeitszeit auszunutzen.

Es gibt einige Organisatorische Möglichkeiten Überstunden zu reduzieren und so praktisch allen beteiligten mehr Zeit für andere Dinge zu geben. Doch viele Arbeiter haben die Situation das der Berg der Aufgaben immer größer ist als die Arbeitszeit. Das hat sicherlich auch etwas damit zu tun das viele Arbeiten heute kein Endziel mehr haben. Ist man als Postbote seine Strecke abgefahren und hat die Briefe verteilt. Ist die Arbeit erledigt, auch wenn danach noch Arbeiten wie Sortierungen und co im laufe der Zeit hinzu gekommen sind ist trotzdem die Arbeit so aufgebaut das an jedem gegebenen Tag ein Ziel zu erreichen ist. In vielen anderen Bereichen kann aber mit mehr Zeit auch einfach immer mehr gemacht werden.

Lernen ein Leben lang

Der Großteil der heutigen Berufe stellen die Anforderung an die Mitarbeiter, sich mit einer Materie kontinuierlich auseinanderzusetzen. Zugegeben, dieser Bereich wird noch immer von den meisten ignoriert. Hier teilt sich die Gesellschaft deutlich in zwei Lager. Die Bereitschaft sich während der Arbeit oder außerhalb davon mit Veränderungen zu beschäftigen ist immer noch nicht bei allen angekommen. Der Wunsch von vielen nach einer Einarbeitungsphase eine Tätigkeit praktisch bis zum Ende aller Tage durchführen zu können ist immer noch tief verankert. So entstehen auch die Situationen das es schwieriger ist bestehendes Personal auf neue Gegebenheiten anzupassen als Leute zu finden die es für einen erledigen können.

Doch an den Veränderungen und der Notwendigkeit vom Lernen werden wir einfach nicht vorbei kommen. Dafür verändert sich die Welt einfach viel zu schnell. Aber gerade dieses Lernen und die Veränderungen sorgen dafür das Menschen sich auch weiterentwickeln können beruflich und menschlich.

Lernen oder Überstunden?

Nun ist ja die Zeit die wir alle haben endlich, dadurch ist klar das wir Prioritäten setzen müssen und für uns entscheiden müssen was wir wann machen. Dabei gibt es einerseits wie anfangs diskutiert das Feld wie viel Zeit wir in Beruf und Arbeit stecken im Vergleich zum Privatleben. Aber wie ich finde auch die spannende Frage wie viel Zeit stecken wir ins Lernen?

Leider ist der Glaube das Lernen hilft auch bei der Arbeit nicht wirklich verbreitet. Zu häufig sehen Arbeitgeber die Zeit die in das erlernen neuer Fähigkeiten und die Weiterbildung gesteckt wird als Zeit an, die nicht in produktive Felder fließt. Das erklärt die noch immer bestehende Zurückhaltung Mitarbeiter zu Schulungen und Vorträge zu schicken. Kein wunder daher das sich dieses ganze Feld nur wenig bis garnicht bewegt in vielen Industrien.

Glücklicherweise sind zunehmend die modernen Jobs auch bei entsprechend modernen Arbeitgebern die das benötigte Verständnis aufbringen und den Wert dahinter erkennen.

Für die Leute die aber nun in Firmen arbeiten wo dies nicht so ist, für diese ist nun eigentlich der Beitrag gedacht. Denn gerade solche, die in einem Umfeld arbeiten das kein Google, Facebook und co ist aber Ambitionen haben. Diese stecken nun in dem Dilemma das die Unterstützung auf der Arbeit überschaubar ist, aber der Mehrwert vom lernen neuer Techniken so groß ist das diese Zeit nun aus anderen Bereichen abgezwackt werden muss.

Diesen würde ich heute sagen: „Verringert eure Überstunden!“

Überstunden kann jeder machen zu jeder Zeit und immer wieder. Häufig werden diese aber wenig geschätzt im Unternehmen, obwohl sie zum guten Ton gehören. Doch wer sagt eigentlich das dass Lernen nicht auch einen Mehrwert für das Unternehmen liefert? Daher empfinde ich es zunehmend als die bessere Lösung die Zeit anstelle von Überstunden in die eigene Bildung zu stecken. Nicht nur für sich, sondern auch für die Firma in der man arbeitet.

Wer es schafft kontinuierlich die Zeit die man sonst zusätzlich im Büro verbracht hat mit einem Buch oder einem Vortrag auf YouTube verbringt, investiert damit in das eigentlich wichtigste. Sich selbst und die Bildung und damit in die Fähigkeit seinen täglichen Job noch besser und effektiver zu gestalten. Dadurch entsteht vielleicht der Vorteil den man im heutigen Arbeitsmarkt zum bestehen braucht und damit einhergehend der Vorteil für die Firma in der man arbeitet!

 

Ein Gedanke zu „Work-Learn-Balance“

Kommentar verfassen