Die Wichtigkeit von Mitarbeitern

In der Software Entwicklung gibt es schon seit einiger Zeit die Diskussion über die 100x / 1000x Superstar Entwickler. Die verglichen mit anderen eben um jene 100 oder 1000 mal besser sind in dem was sie tun.

In der Software Entwicklung ist vielleicht der Unterschied zwischen guten und sehr guten am größten. Aber auch in anderen Bereichen gibt es Unterschiede die sehr extrem sind. Daher sollte trotz der IT lastigen Sicht momentan nicht vergessen werden das es auch in anderen Bereichen starke Unterschiede gibt.

Durch diese gravierenden Unterschiede hat sich in den letzten Jahren, nicht nur durch Google/Amazon/Facebook, der Begriff von Aquihire gebildet. Bei der man qualifiziertes Personal durch die Übernahme von Firmen in das Unternehmen holt. So werden enorme Summe für Mitarbeiter gezahlt um so das Know How einzukaufen.

Aber natürlich sind gerade die oben genannten auch Vorreiter im Bereich der Perks für Mitarbeiter. Sei es um durch super ausgestattete Arbeitsplätze, ein überdurchschnittliches Gehalt oder aber auch kleinere Sachen wie eine Wäscherei in der Firma. Entsprechende Transportmittel, Events und selbstverständlich auch entsprechende Innovationen.

Die neue Sicht auf Mitarbeiter

In der Vergangenheit waren viele der Jobs die es zu besetzen galt eher low level. Dementsprechend war der Kampf um gutes Personal zwar auch früher schon vorhanden, spielte aber im großen und Ganzen nicht so die Rolle wie heute.

Das ist natürlich auch durch den Trend begünstigt, dass heute Jobs eine andere Anforderung haben und es so nicht mehr durch einfache Anleitung möglich ist einen großteil der Jobs zu machen.

Nun sind wir also an einem Punkt bei dem alle Firmen um das hoch qualifizierte Personal kämpfen. In einer Situation wo sich Mitarbeiter mit entsprechenden Qualifikationen den Arbeitsplatz frei aussuchen können und von dem Arbeitgeber mehr verlangen als nur ein gutes Gehalt und ein entsprechendes Arbeitsumfeld.

Gerade Entwickler haben sicherlich in den letzten Jahren gelebt wie Könige. Was gerade in dem Bereich geschaffen wurde ist schon ziemlich unglaublich. Ich denke dazu muss man sich nur angucken wie die Tech Companys von heute um die Entwickler werben. Nicht nur Google / Amazon / Facebook und Co sondern auch Firmen in Deutschland wie Zalando, About You und andere.

Aber nicht nur bei den Entwicklern ist dieser Trend zu erkennen, auch praktisch alle anderen Bereiche wurden entsprechend anspruchsvoller und gefragter. Es spielt heute einfach eine ganz andere Rolle wie sich Unternehmen präsentieren als früher. Sei es durch die Zunahme von Transparenz, also der Möglichkeit sich online über die Unternehmen zu informieren und zu sehen wie wohl sich Mitarbeiter dort fühlen. Als auch durch die Anzahl der Leute die gesucht werden was offensichtlich dazu führt das mehr Mitarbeiter gesucht werden als neue nach kommen.

Auch sind solche Gedankemuster weniger gefragt wie langfristige Job stabilität. Die guten Leute suchen spannende Aufgaben und Herrausforderungen und sind dafür auch bereit ein Risiko einzugehen. Insbesondere auch weil das Selbstverständlich so ist, dass man ja auch schnell wieder einen neuen finden kann.

Die Mehrwerte der guten Mitarbeiter

Neben der entsprechenden Qualifikation spielen noch einige andere Aspekte heute eine entscheidende Rolle im Bereich der Mitarbeiter. Beispielsweise werden diese auch zu Persönlichkeiten und Magnet für Außenstehende.

Egal ob durch Fachvorträge, regelmäßige Postings in Communities oder Follower auf Twitter. Die Anzahl an Persönlichkeiten steigt stetig und sorgt damit dafür, dass die Firma so einen zusätzlichen Aspekt liefert für andere qualifizierte Kandidaten.

In der Vergangenheit waren es vielleicht noch die Geschäftsführer die diese Anziehungskraft hatten, heute aber ist es auch die 2. und 3. Reihe die so dafür sorgt, dass das Image der Unternehmen steigt.

Diese Mitarbeiter sind es dann auch, die dann die Grundlage für die Unternehmen bilden. Denn neben der fachlichen Expertise ist es auch wichtig zu verstehen,  dass gute Mitarbeiter auch weitere gute Mitarbeiter anziehen.

Wer in einem Unternehmen ständig am oberen Ende der Performance sitzt und in seinem Umfeld fast schon verzweifelt nach entsprechenden Leuten für Diskussionen und Erfahrungsaustausch sucht. Der realisiert irgendwann auch das die Möglichkeiten der persönlichen Entwicklung ziemlich limitiert sind.

So ensteht dann auf lange Sicht der Brain Drain der dafür sorgt das die guten Leute das Unternehmen verlassen während die Leute die „zurück“ bleiben meist auch indirekt dafür sorgen das dann auch die nächste Generation und die Nachfolger nach einer gewissen Zeit erkennen das die Entwicklung eher schwierig ist.

Es verlassen halt auch die Leute das Unternehmen in der Regel, die eine Chance sehen in einer anderen Firma einen Job zu bekommen und die Wahrscheinlichkeit ist natürlich bei den besseren deutlich größer als bei dem Rest.

Die Konsequenz für die Arbeitgeber

Der Kampf um die besten Mitarbeiter ist in vollem Gange, nun müssen sich die Arbeitgeber überlegen wie sie diesen annehmen. Kann man es sich leisten nach und nach wichtige Leute zu verlieren und beim besetzen der Nachfolger auch ein Regal tiefer zu nutzen? Was bedeutet so ein Vorgehen dann für das Unternehmen, die vorhandenen Mitarbeiter und die Zukunft?

Es fühlt sich auch beim Personal ein Stück weit so an wie im Online Handel insgesamt. Wir haben eine Verschiebung zu den absoluten Top Playern, so werden diese immer besser und erarbeiten sich weitere Vorteile in ihrem Bereich.

Die Firmen die sich dagegen wehren können wurden entweder mit extremen finanziellen Mitteln ausgestattet, oder haben eine Aufgabe die es unglaublich spannend und attraktiv macht dort zu arbeiten. Häufig auch dadurch getrieben das neue Bereiche erarbeitet und aufgebaut werden können.

Ich glaube nicht daran, dass es eine aussichtslose Situation ist für den Arbeitgeber. Es muss nur die Realität verstanden werden, Mitarbeiter die das Unternehmen verlassen sollten genutzt werden um noch mal die letzten Informationen über den Zustand des Unternehmens zu sammeln. Nur so kann man verstehen was man verändern kann um den Brain Drain auf lange Sicht zu verhindern.

Es sollte der Wert der Mitarbeiter insgesamt erkannt werden, wer den Eindruck vermittelt, jeder ist zu ersetzen ist auch gleich in einem Mindset der es schwierig macht Leute zu halten. Einige scheinen direkt den Kurzschluss zu machen das wenn man sich um seine Mitarbeiter bemüht und zeigt wie wichtig diese einem sind, dass daraus die Situation entstehen würde, dass man sich erpressbar macht.

Neben der Ersetzbarkeit, gibt es noch schlimmere Stufen, beispielsweise wenn man denkt, dass Mitarbeiter froh sein können in der Firma angestellt zu sein. Das zeigt für mich eine Denkweise auf bei der man als Firma wohl der Meinung ist, dass ein Job keine beidseitige Zusammenarbeit ist. Was man potenziellen Bewerbern wohl eher nicht vermitteln möchte.

Was mich immer noch überrascht aus Firmen Sicht, ist die Herleitung warum gewisse Schritte nicht gegangen werden. Beispielsweise hat man ein Problem damit Mitarbeitern 20% mehr Gehalt zu zahlen. Ignoriert aber dann das bei einer Neueinstellung man nicht nur eine Zeit ohne Mitarbeiter weiter machen muss und dann auch noch eine Einarbeitungsphase hat ohne Garantie das der nächste Mitarbeiter nicht wieder den gleichen Weg einschlägt. Ähnliches gilt ja auch für andere Perks wie bessere Büro Räume, Mitgliedschaften, Team-Events und vieles andere.

Auch ist es oftmals noch so das nicht jeder versteht was ein guter Mitarbeiter im Vergleich zu einem normalen Mitarbeiter erledigt. Man stellt sich immer eine Aufgabe vor und denkt das durch Erfüllung dieser Aufgabe, egal wie, das Ziel erreicht wird. Dabei ignoriert man vollständig das es auch Einflüsse auf das Umfeld hat. Beispielsweise das der Vorgesetzte mit der Arbeit nicht zufrieden sein könnte und damit insgesamt die Motivation sinkt.

Insbesondere die Ansprüche an Mitarbeiter sollten innerhalb der Organisation deutlich sein. Es ist einigermaßen erstaunlich zu sehen wie durch einige wenige Personen im Unternehmen eine Situation entstehen kann, dass das ganze Gleichgewicht zerstört wird. Einerseits durch Unzufriedenheit über den Output von dem Mitarbeiter, andererseits aber auch die Motivation der Leute die auf den Input angewiesen sind.

Es ist einfach ein heikles Thema, doch die Firmen werden nicht darum herum kommen sich diesem auf eine neue weise zu nähern. Andernfalls kommt man auch bei diesem Bereich in das Hintertreffen und ist auf lange Sicht nicht mehr Wettbewerbsfähig. Denn machen wir uns nichts vor, in den meisten Firmen sind es die Mitarbeiter die am Ende über den Erfolg entscheiden. Daher sollte hier auch eine entsprechende Wertschätzung erfolgen.

Work-Learn-Balance

Überstunden gelten zum guten Ton in vielen Unternehmen. Argwöhnisch werden Leute betrachtet die pünktlich die Firma verlassen und nur die Vertraglich zugesicherten Arbeitszeiten erfüllen. Es wird wahrgenommen als Bereitschaft und Dank für die Arbeit und die Firma in der man arbeitet, vielleicht sogar als eine Art Trinkgeld.

Selbstverständlich gibt es auch hier nicht nur zwei Seiten, viele Leute machen Überstunden um dann aber auch über Wochen sehr pünktlich wieder zu gehen. Auch gibt es die Leute die Überstunden zu Zeiten machen wo es der Firma eigentlich nicht viel hilft. Bei einem Gespräch mit dem Mitarbeiter länger zu bleiben ist auch etwas anderes als der Versuch die notwendigen Arbeiten zu erledigen oder der Firma mit der Zeit einen Vorteil zu verschaffen.

Praktisch so lange es den modernen Begriff der Arbeit gibt machen sich Leute darüber Gedanken. Insbesondere der Bereich der sich damit beschäftigt den Ausgleich zu erforschen zwischen Arbeit und Privatleben ist immer wieder Zentrum von Diskussionen. Phrasen wie „Leben um zu arbeiten oder arbeiten um zu leben“ machen die Runde. Doch genau um diesen Teil, soll es hier eigentlich nicht gehen. Ich würde gerne einen Bereich beschreiben der davon ausgeht das die Bereitschaft mehr zu tun für die Firma und den Beruf bereits vorhanden ist.

Überstunden sind direkt dem Arbeitgeber geschenkte Zeit, oftmals unentgeltlich, manchmal durch %-Klauseln Vertraglich zugesichert. In der Regel aber auch eher nicht angeordnet, daher in der Regel unter dem Radar. Sie ermöglichen es dem Arbeitnehmer Aufgaben zu erfüllen bei denen er im Verzug ist oder wo die reguläre Arbeitszeit einfach nicht ausreichend ist. Normalerweise kommen diese Überstunden auch mit stressigeren Phasen wie dem Weihnachtsgeschäft oder ähnlichem zusammen. In höheren Positionen werden Überstunden dann gerne gemacht um seine eigene Arbeit zu schaffen während man oftmals den Tag über sich mit den Problemen andere beschäftigen muss. Oder aber die Ruhe nach dem Trubel der Kernarbeitszeit auszunutzen.

Es gibt einige Organisatorische Möglichkeiten Überstunden zu reduzieren und so praktisch allen beteiligten mehr Zeit für andere Dinge zu geben. Doch viele Arbeiter haben die Situation das der Berg der Aufgaben immer größer ist als die Arbeitszeit. Das hat sicherlich auch etwas damit zu tun das viele Arbeiten heute kein Endziel mehr haben. Ist man als Postbote seine Strecke abgefahren und hat die Briefe verteilt. Ist die Arbeit erledigt, auch wenn danach noch Arbeiten wie Sortierungen und co im laufe der Zeit hinzu gekommen sind ist trotzdem die Arbeit so aufgebaut das an jedem gegebenen Tag ein Ziel zu erreichen ist. In vielen anderen Bereichen kann aber mit mehr Zeit auch einfach immer mehr gemacht werden.

Lernen ein Leben lang

Der Großteil der heutigen Berufe stellen die Anforderung an die Mitarbeiter, sich mit einer Materie kontinuierlich auseinanderzusetzen. Zugegeben, dieser Bereich wird noch immer von den meisten ignoriert. Hier teilt sich die Gesellschaft deutlich in zwei Lager. Die Bereitschaft sich während der Arbeit oder außerhalb davon mit Veränderungen zu beschäftigen ist immer noch nicht bei allen angekommen. Der Wunsch von vielen nach einer Einarbeitungsphase eine Tätigkeit praktisch bis zum Ende aller Tage durchführen zu können ist immer noch tief verankert. So entstehen auch die Situationen das es schwieriger ist bestehendes Personal auf neue Gegebenheiten anzupassen als Leute zu finden die es für einen erledigen können.

Doch an den Veränderungen und der Notwendigkeit vom Lernen werden wir einfach nicht vorbei kommen. Dafür verändert sich die Welt einfach viel zu schnell. Aber gerade dieses Lernen und die Veränderungen sorgen dafür das Menschen sich auch weiterentwickeln können beruflich und menschlich.

Lernen oder Überstunden?

Nun ist ja die Zeit die wir alle haben endlich, dadurch ist klar das wir Prioritäten setzen müssen und für uns entscheiden müssen was wir wann machen. Dabei gibt es einerseits wie anfangs diskutiert das Feld wie viel Zeit wir in Beruf und Arbeit stecken im Vergleich zum Privatleben. Aber wie ich finde auch die spannende Frage wie viel Zeit stecken wir ins Lernen?

Leider ist der Glaube das Lernen hilft auch bei der Arbeit nicht wirklich verbreitet. Zu häufig sehen Arbeitgeber die Zeit die in das erlernen neuer Fähigkeiten und die Weiterbildung gesteckt wird als Zeit an, die nicht in produktive Felder fließt. Das erklärt die noch immer bestehende Zurückhaltung Mitarbeiter zu Schulungen und Vorträge zu schicken. Kein wunder daher das sich dieses ganze Feld nur wenig bis garnicht bewegt in vielen Industrien.

Glücklicherweise sind zunehmend die modernen Jobs auch bei entsprechend modernen Arbeitgebern die das benötigte Verständnis aufbringen und den Wert dahinter erkennen.

Für die Leute die aber nun in Firmen arbeiten wo dies nicht so ist, für diese ist nun eigentlich der Beitrag gedacht. Denn gerade solche, die in einem Umfeld arbeiten das kein Google, Facebook und co ist aber Ambitionen haben. Diese stecken nun in dem Dilemma das die Unterstützung auf der Arbeit überschaubar ist, aber der Mehrwert vom lernen neuer Techniken so groß ist das diese Zeit nun aus anderen Bereichen abgezwackt werden muss.

Diesen würde ich heute sagen: „Verringert eure Überstunden!“

Überstunden kann jeder machen zu jeder Zeit und immer wieder. Häufig werden diese aber wenig geschätzt im Unternehmen, obwohl sie zum guten Ton gehören. Doch wer sagt eigentlich das dass Lernen nicht auch einen Mehrwert für das Unternehmen liefert? Daher empfinde ich es zunehmend als die bessere Lösung die Zeit anstelle von Überstunden in die eigene Bildung zu stecken. Nicht nur für sich, sondern auch für die Firma in der man arbeitet.

Wer es schafft kontinuierlich die Zeit die man sonst zusätzlich im Büro verbracht hat mit einem Buch oder einem Vortrag auf YouTube verbringt, investiert damit in das eigentlich wichtigste. Sich selbst und die Bildung und damit in die Fähigkeit seinen täglichen Job noch besser und effektiver zu gestalten. Dadurch entsteht vielleicht der Vorteil den man im heutigen Arbeitsmarkt zum bestehen braucht und damit einhergehend der Vorteil für die Firma in der man arbeitet!

 

Kampf gegen Windmühlen

Egal in welchem Umfeld, wir versuchen uns immer möglichst mit Leuten zu umgeben die mit der gleichen Kraft auf ein Ziel hin arbeit.

Sei es beim Sport wo wir gerne bereit sind drei mal die Woche zu trainieren und am Wochenende ein Spiel zu haben. Oder bei der Raid Gruppe die gemeinsam in MMORPGs Bosse schlachtet. Aber auch im Beruf ist diese Situation nicht unbekannt, auch hier gibt es die selben Tendenzen. Nur leider kann man sich dort das Umfeld nicht so leicht aussuchen. Doch auch hier gibt es Möglichkeiten durch einen Job wechsel, häufig auch in andere neue Positionen.

Diese Art der Wechsel und der Anpassung der Umgebung ist wichtig, sie ist wichtig weil wir die Motivation verlieren wenn wir umgeben sind von Leuten die nicht die selbe Arbeitsmoral oder den gleichen Einsatz zeigen. Man fühlt sich immer in einer Situation in der man von anderen zurückgehalten wird. Dieses Gefühl ist auf Dauer kaum zu ertragen und motiviert häufig zusätzlich sich einen neuen Job zu suchen. Doch auch hier gibt es immer Verlierer, Verlierer im Sinne von Leuten die auf dem Weg zum Wechsel zu lange warten und sich leider auf eine Situation einlassen die dafür sorgt das man gefangen ist ohne einen offensichtlichen Weg heraus.

Gerade in einer Firma muss jedem klar sein das in so einem Umfeld es schwierig wird seine Leute zu halten. Man wird immer wieder bluten und Leute verlieren, der Grund ist offensichtlich: Wer sich den anderen voraus fühlt hat sich diese Stellung häufig erarbeitet. Dieses Wissen und die damit verbundenen Fertigkeiten sind etwas was natürlich auch bei anderen Firmen gefragt ist. Die Anpassung an neue Gegebenheiten gehen solchen Leuten die eh schon viel investieren in ihre persönliche Entwicklung deutlich leichter von der Hand. So verliert das Unternehmen stück für stück die Mitarbeiter die eigentlich den Fortschritt gesichert haben. Denn wer glaubt das jemand das Boot verlässt der selber nicht rudern musste die letzten Jahre der kennt die natürliche Faulheit der Menschen nicht.

Das motivieren und investieren von Zeit in Mitarbeiter ist wichtig, sie sind das was am Ende die Firma ausmacht. Doch wer den Leuten wenig Wertschätzung oder Zeit schenkt die gerade in diesem Moment für die Entwicklungen im Unternehmen sorgen und sich stattdessen mit den Problemfällen beschäftigt. Wird auf lange Sicht noch viel mehr Zeit für die Problemfälle haben …

In der Software-Entwicklung gibt es immer wieder die Diskussionen um welchen Faktor ein Superstar besser ist als ein Normaler Entwickler, die Faktoren reichen hier gerne auch mal bis 1000x. Das ist beeindruckend und lässt sich in kaum einem ähnlichen Umfeld so krass ausdrücken. Doch muss auch in anderen Bereichen klar sein das der Unterschied zwischen einem guten und einem sehr guten Mitarbeiter durchaus ein Faktor drei sein kann. Und wie so oft im Leben ergibt die Summe von drei guten Mitarbeitern auch nicht einen sehr guten. Weil das was die besseren mitbringen kann häufig nicht durch mehr Mitarbeiter geleistet werden sondern ist etwas besonderes. Nicht umsonst hat sich in den letzten Jahren der Begriff Aquihire etabliert, bei dem man Firmen übernimmt wegen der Smarten Leute die darin arbeiten. Ohne wirkliches Interesse an dem erzeugten Produkt.

Was man bei so einem System verstehen muss: Häufig wird vermutet das man durch das einstellen von neuen Leuten dafür sorgen kann das bestehende Kräfte im Unternehmen danach besser funktionieren und dadurch auch bessere Leistung liefern. Doch wer Leute an Stellen setzt die dafür nicht qualifiziert sind oder die es einfach nicht verstehen. Der wird auch mit einer besseren Führungsperson das Problem dort nicht lösen. Denn klar ist auch: Führunskräfte können versuchen Mitarbeiter zu motivieren und zu schulen, sie können Input geben und so versuchen die Leute in die richtige Richtung zu leiten. Doch es gab ja einen Grund warum dies nicht von vorneherein geschehen ist! Dann das versagen bei der Führungsperson zu suchen ist in diesem Zusammenhang dann auch der vollkommen falsche Weg. Weil diese Person war ja in der Regel nicht am Prozess der Einstellung dieser Leute beteiligt und hätte im Zweifel die Schwächen bereits von Anfang an gesehen und darauf hingewiesen.

Und als wenn das nicht alles schon kompliziert genug wäre und als wenn dadurch nicht schon genug interne Spannungen enstehen würden. Gibt es natürlich noch ein großes abschließendes Problem. Welcher gute Mitarbeiter hat den Lust ein Team zu leiten das er selber für wenig qualifiziert hält? Damit steht er ja praktisch ab Tag eins vor dem Problem alles zu kontrollieren und zu optimieren. In ein bereits gutes Team zu stoßen macht es da ja auch viel einfacher für die neue Führungskraft. Man erbt nicht die ganzen Probleme der schlechten Personalpolitik sondern kann sich um die wirklich wichtigen Elemente des Jobs kümmern.

Auch wenn die Probleme in diesem Feld größtenteils hausgemacht sind ist ein Ausweg schwierig. Der Beigeschmack Leute entlassen zu müssen ist immer ein sehr negativer, diesen Schritt mögen die wenigstens gerne machen. Aber es wäre eigentlich die logische Konsequenz. Denn am Ende kann man sich ja auch selbst die Frage stellen was einfacher ist, die Leute zu ersetzen auf die man sich verlassen kann und die gute Arbeit leisten. Oder noch einen Kopf zu bekommen der einen mittelmäßigen Job macht …