Marketing muss sich komplett neu definieren

Der Wandel im Marketing in den letzten Jahren ist enorm, das hat unglaublichen Druck auf die Unternehmen ausgeübt um die versuchen dem schnellen Wandel gerecht zu werden. Doch wenn man sich den aktuellen Stand anguckt, haben die aller meisten diesen Schritt weder gut, noch vollständig abgeschlossen.

Es werden noch immer die alten gelernten Strukturen und Vorgänge weiter geführt und sich eingeredet das man so die Zukunft bestreiten kann. Doch wer mit offenen Augen durchs Leben läuft und sich nicht versucht nur mit den Unternehmen zu messen die es auch nicht gut machen, der erkennt die Schwächen, die Probleme und das verlorene Potenzial.

Wir glauben heute immer noch, dass persönliche Beziehungen der entscheidende Faktor für den Erfolg im Marketing ist. Wir haben immer noch das Gefühl das wir selber die besten sind bei der Gestaltung von Preisen. Den Newsletter befüllen wir natürlich selber, denn niemand kennt die Kunden so gut wie wir. Es herrscht einfach eine Naivität und eine Besinnung auf alte Werte. Vollkommen ausgeblendet wird oftmals die omnipräsente Veränderung.

Arbeiten für die es vor Jahren keine Alternative gegeben hätte, werden ohne einen Gedanken an den aktuellen Status und die Zukunft zu verschwinden, auch weiterhin von uns durchgeführt. Egal ob sich Bedingungen und Möglichkeiten teils dramatisch verändert haben.

Dabei ist natürlich der Anspruch an die Mitarbeiter ein anderer geworden, unwichtiger sind Personen geworden die wir noch vor Jahren eingestellt haben, um einen Task stumpf abzuarbeiten damit dieser erledigt wird. Die Zeit ist gekommen für die Denker, die Leute mit entsprechender Ausbildung und dem Wunsch sich dem neuen zu stellen. Veränderung und Lernbereitschaft sind die neuen Kernkompetenzen, nie war es so wichtig sich neuen Gegebenheiten anzupassen und so flexibel zu bleiben. Inhalte die in Hochschulen und Ausbildungen gelernt werden, sind häufig nach dem Abschluss wieder veraltet.

Ihr werdet verlieren

Wer sich auf den Wandel nicht einstimmt, wird verlieren. Vorbei sind die Zeiten wo Marketing durch die Menge getrieben wurde. Es wird immer leichter von Tag zu Tag die breite Masse und die eigene Zielgruppe im Internet zu erreichen. Doch diese Einfachheit hat auch seine Kehrseite, es gibt mehr Konkurrenz.

Konnte man sich früher, durch ein entsprechend großes Marketing Team, es sich leisten jeden Redakteur anzurufen, die Tageszeitungen zu informieren oder einfach durch die Menge an Ressourcen eine Präsenz im Markt zu erzeugen. Spielt das heute kaum noch eine Rolle. Traditionelle Print Medien sind seit Jahren rückläufig, was die Notwendigkeit der Präsenz in solchen Medien stark verringert.

Dazu kommt das die Wichtigkeit von Pressemitteilungen und anderen traditionellen Wegen immer weniger wurde. Heute können einfach einige wenige die Arbeit von vielen übernehmen UND der Unterschied zwischen jemandem der etwas gut macht und jemandem der etwas „macht“ ist gewaltig geworden.

Es sind die Ideen und die Umsetzungen die heute stärker als früher gelten, eine Influencer Kampagne kann 10 000 oder 1 000 000 Leute erreichen mit dem exakt gleichen Budget. Durch das Zusammenspiel von Medien und Kanälen können Reichweiten klug kombiniert und verstärkt werden, oder es verpufft einfach. Natürlich entscheiden hier auch die Inhalte und das Verständnis für die Zielgruppe die der Partner hat und die man erreichen will.

Qualität zählt heute um so mehr, in einer Welt in der Transparenz deutlich höher geworden ist, ist es auch leichter die Kanäle zu identifizieren. Doch trotz dieser Transparenz ist die Art der Umsetzung entscheidender geworden. Dabei zählen weniger die historischen Informationen, als aus den aktuellen Daten die notwendigen Schlüsse zu ziehen. Die Geschwindigkeit und die Veränderungen machen es einfach notwendig sich zügig ein Bild der Möglichkeiten zu machen und dann eine Entscheidung zu treffen für eine gute Kampagne.

Verlieren werden die, die immer noch nicht verstehen um was es geht. Solche die nicht aus den Kampagnen lernen. Es ist notwendig geworden einen anderen Typus von Marketing Mitarbeiter zu beschäftigen. Der Einfluss von Zahlen und die Auseinandersetzung mit neuen Themen ist ein absolutes Muss. Ohne dies kommt man in einer Welt mit unendlichen Möglichkeiten mit mehr oder weniger identischen Aufwänden nicht wirklich zurecht. Da für die meisten die Ressourcen endlich sind muss nämlich geklärt werden welche Kanäle und Möglichkeiten wie bespielt werden sollen.

Dazu kommt das der Unterschied zwischen guten Marketing Mitarbeitern sich den Verhältnissen bei der Softwareentwicklung annähert. Ein guter Mitarbeiter schafft durchaus heute 10x mehr trotz gleichem Zeitaufwand und Budget. Das ist einigermaßen erschreckend, wenn das eigene Team nicht aus solchen Leuten besteht. Plötzlich wird klar warum kleinere Unternehmen mit weniger Mitarbeitern, scheinbar unmögliches auf die Beine stellen,

Mit Daten lassen sich heute schon ein Großteil der Marketing Aufgaben besser lösen

Daten sind die neue Währung im digitalen Zeitalter, Informationen ermöglichen es uns Wege zu beschreiten die vorher unmöglich schienen. Selbst bei so Themen wie dem Influencer Marketing sind Daten von enormer Bedeutung, trotz der Tatsache das dies immer noch ein Bereich ist, der sich auf einer persönlichen Ebene abspielt.

Dabei geht es um die Wahl der Influencer, die Bewertung der Reichweite, die Effektivität und das direkte Umfeld. Wie kann man das Maximum aus einer Beziehung herausholen? Wie können wir Möglichkeiten nutzen um mit wenig Einsatz die Reichweite noch zu verstärken? Aber auch die Frage wie trägt man die Beziehung zu dem Partner Medial weiter …

All diese Fragen werden heute oftmals nur unzureichend beantwortet. Oftmals weil die Leute die direkt an solchen Projekten arbeiten von diesem Feld keine Ahnung haben. Der Preis dafür ist hoch, nicht nur durch verlorene Potenziale, sondern auch durch die Tatsache getrieben das es nicht unwahrscheinlich ist das durch ein schlechtes Verwalten der Erfolg nicht wirklich messbar oder reproduzierbar wird. Trotzdem können Kampagnen ein Erfolg werden, dadurch getrieben das man Glück hatte oder das Bauchgefühl nicht so weit weg ist von den Daten. Doch darf man sich dann nie die Frage stellen ob ein anderer Kanal oder eine andere Strategie nicht 2-3x so viel gebracht hätte.

Brauchen wir dann Marketing überhaupt noch?

Ja, wir brauchen Marketing noch. Doch wir müssen lernen mit den neuen Randbedingungen umzugehen. Dazu gehört das Akzeptieren von Daten als Mittel zur Verbesserung und die Erkenntnis das nicht gerade wenig Bereiche schon heute besser von AI gelöst werden können.

Es wird einfach eine Verschiebung und eine neue Definition von Marketing benötigt. Aufgaben die früher ganz klassisch durch Erfahrungen gelöst worden sind, können heute durch Daten erledigt werden. Dadurch spielen Bereiche wie Strategie und Einsatz von Tools eine viel größere Rolle.

Das bedingt einfach eine andere Arbeitsweise, der Trend zu immer mehr Softwareentwicklern in den Digitalen Firmen insbesondere im Handel ist ja kein kleiner. Durch den Einsatz von IT können einfach viele Dinge besser gelöst werden und das nicht nur beim optimieren von Workflows, sondern auch dieKunden orientierten Werbemaßnahmen.

Natürlich war die IT schon immer eine Möglichkeit Workflows zu verbessern, doch jetzt geht es nicht mehr nur um die Unterstützung sondern um die Ersetzung von Mitarbeitern. Was einfach noch mal ein Schritt mehr ist als vielen das vielleicht bewusst ist.

Besonders spannend wird es sein in den Unternehmen die Spannungsverhältnisse zu beobachten. Wann die Verschiebung weg aus dem klassischen Marketing, hin zu den Daten vollzogen wird. Wer diesen Punkt verpasst oder zu spät vollzieht. Am Ende wird dieser Schritt darüber entscheiden wie Konkurrenzfähig man bleibt.

Daten als Unterscheidungsmerkmal zur Konkurrenz

Noch immer wird der Einsatz von Daten nicht vollständig verstanden, doch es sollte den Leuten klar werden das die Kontrolle über die Daten der Kunden und der Interaktion eine einmalige Möglichkeit bietet.

Wer die Daten im Griff hat, erarbeitet sich die Möglichkeit für mehr Spielraum bei dem Einkauf von Traffic und kann so im Vergleich zur Konkurrenz mit anderen Geboten immer noch profitabel arbeiten. Aber natürlich auch seinen ganzen Kanal besser optimieren.

Daten und der Umgang damit sind bei praktisch allen Top Firmen ein absolut zentraler Punkt. Egal ob GAFA, Zalando, Trivago oder andere…

Ich kann nur hoffen das, dass Verständnis einfach schneller Einzug hält und es so nicht zu spät ist für eine Vielzahl von Unternehmen die immer noch denken das dass Bauchgefühl am Ende entscheidend sein wird. Daten umgeben uns täglich und steuern gerade im eCommerce und Marketing fast alles.

Wer das versteht und sich entsprechend positioniert stellt sich schon mal gut für die Zukunft auf und wird dann nicht überrascht, wenn man ohne eine entsprechende Teamstärke und ein Investment nicht mehr am Tisch der relevanten Player sitzt.

Dazu gehört auch einfach noch mal der Hinweis das insbesondere das Initiale Investment in solche Bereiche mit zunehmender Zeit immer höher wird um praktisch dem Standard hinterher zu laufen und dann muss man auch erst mal lernen damit umzugehen.

Zum Abschluss möchte ich noch als Diskussion dieses Video hier lassen über Cambridge Analytica:

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