Kampf gegen Windmühlen

Egal in welchem Umfeld, wir versuchen uns immer möglichst mit Leuten zu umgeben die mit der gleichen Kraft auf ein Ziel hin arbeit.

Sei es beim Sport wo wir gerne bereit sind drei mal die Woche zu trainieren und am Wochenende ein Spiel zu haben. Oder bei der Raid Gruppe die gemeinsam in MMORPGs Bosse schlachtet. Aber auch im Beruf ist diese Situation nicht unbekannt, auch hier gibt es die selben Tendenzen. Nur leider kann man sich dort das Umfeld nicht so leicht aussuchen. Doch auch hier gibt es Möglichkeiten durch einen Job wechsel, häufig auch in andere neue Positionen.

Diese Art der Wechsel und der Anpassung der Umgebung ist wichtig, sie ist wichtig weil wir die Motivation verlieren wenn wir umgeben sind von Leuten die nicht die selbe Arbeitsmoral oder den gleichen Einsatz zeigen. Man fühlt sich immer in einer Situation in der man von anderen zurückgehalten wird. Dieses Gefühl ist auf Dauer kaum zu ertragen und motiviert häufig zusätzlich sich einen neuen Job zu suchen. Doch auch hier gibt es immer Verlierer, Verlierer im Sinne von Leuten die auf dem Weg zum Wechsel zu lange warten und sich leider auf eine Situation einlassen die dafür sorgt das man gefangen ist ohne einen offensichtlichen Weg heraus.

Gerade in einer Firma muss jedem klar sein das in so einem Umfeld es schwierig wird seine Leute zu halten. Man wird immer wieder bluten und Leute verlieren, der Grund ist offensichtlich: Wer sich den anderen voraus fühlt hat sich diese Stellung häufig erarbeitet. Dieses Wissen und die damit verbundenen Fertigkeiten sind etwas was natürlich auch bei anderen Firmen gefragt ist. Die Anpassung an neue Gegebenheiten gehen solchen Leuten die eh schon viel investieren in ihre persönliche Entwicklung deutlich leichter von der Hand. So verliert das Unternehmen stück für stück die Mitarbeiter die eigentlich den Fortschritt gesichert haben. Denn wer glaubt das jemand das Boot verlässt der selber nicht rudern musste die letzten Jahre der kennt die natürliche Faulheit der Menschen nicht.

Das motivieren und investieren von Zeit in Mitarbeiter ist wichtig, sie sind das was am Ende die Firma ausmacht. Doch wer den Leuten wenig Wertschätzung oder Zeit schenkt die gerade in diesem Moment für die Entwicklungen im Unternehmen sorgen und sich stattdessen mit den Problemfällen beschäftigt. Wird auf lange Sicht noch viel mehr Zeit für die Problemfälle haben …

In der Software-Entwicklung gibt es immer wieder die Diskussionen um welchen Faktor ein Superstar besser ist als ein Normaler Entwickler, die Faktoren reichen hier gerne auch mal bis 1000x. Das ist beeindruckend und lässt sich in kaum einem ähnlichen Umfeld so krass ausdrücken. Doch muss auch in anderen Bereichen klar sein das der Unterschied zwischen einem guten und einem sehr guten Mitarbeiter durchaus ein Faktor drei sein kann. Und wie so oft im Leben ergibt die Summe von drei guten Mitarbeitern auch nicht einen sehr guten. Weil das was die besseren mitbringen kann häufig nicht durch mehr Mitarbeiter geleistet werden sondern ist etwas besonderes. Nicht umsonst hat sich in den letzten Jahren der Begriff Aquihire etabliert, bei dem man Firmen übernimmt wegen der Smarten Leute die darin arbeiten. Ohne wirkliches Interesse an dem erzeugten Produkt.

Was man bei so einem System verstehen muss: Häufig wird vermutet das man durch das einstellen von neuen Leuten dafür sorgen kann das bestehende Kräfte im Unternehmen danach besser funktionieren und dadurch auch bessere Leistung liefern. Doch wer Leute an Stellen setzt die dafür nicht qualifiziert sind oder die es einfach nicht verstehen. Der wird auch mit einer besseren Führungsperson das Problem dort nicht lösen. Denn klar ist auch: Führunskräfte können versuchen Mitarbeiter zu motivieren und zu schulen, sie können Input geben und so versuchen die Leute in die richtige Richtung zu leiten. Doch es gab ja einen Grund warum dies nicht von vorneherein geschehen ist! Dann das versagen bei der Führungsperson zu suchen ist in diesem Zusammenhang dann auch der vollkommen falsche Weg. Weil diese Person war ja in der Regel nicht am Prozess der Einstellung dieser Leute beteiligt und hätte im Zweifel die Schwächen bereits von Anfang an gesehen und darauf hingewiesen.

Und als wenn das nicht alles schon kompliziert genug wäre und als wenn dadurch nicht schon genug interne Spannungen enstehen würden. Gibt es natürlich noch ein großes abschließendes Problem. Welcher gute Mitarbeiter hat den Lust ein Team zu leiten das er selber für wenig qualifiziert hält? Damit steht er ja praktisch ab Tag eins vor dem Problem alles zu kontrollieren und zu optimieren. In ein bereits gutes Team zu stoßen macht es da ja auch viel einfacher für die neue Führungskraft. Man erbt nicht die ganzen Probleme der schlechten Personalpolitik sondern kann sich um die wirklich wichtigen Elemente des Jobs kümmern.

Auch wenn die Probleme in diesem Feld größtenteils hausgemacht sind ist ein Ausweg schwierig. Der Beigeschmack Leute entlassen zu müssen ist immer ein sehr negativer, diesen Schritt mögen die wenigstens gerne machen. Aber es wäre eigentlich die logische Konsequenz. Denn am Ende kann man sich ja auch selbst die Frage stellen was einfacher ist, die Leute zu ersetzen auf die man sich verlassen kann und die gute Arbeit leisten. Oder noch einen Kopf zu bekommen der einen mittelmäßigen Job macht …

 

 

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