Die harten Fragen

Immer wieder ist man in der Situation Fragen zu beantworten, die leider nicht unmittelbar oder mit wenig Aufwand abschließend zu klären sind. Doch ich empfinde viele dieser Fragen entstehen erst dadurch das dass Umfeld vorher nicht entsprechend vorbereitet worden ist. Wer sich bei der Identität und der Aufstellung seiner Firma keine ausreichenden Gedanken gemacht hat, der beantwortet einen Teil dieser Frage immer wieder bei jeder Aktion.

Unendlich lange Diskussionen über Umsetzungen und Außenwirkung, über Sinn und Unsinn, über Notwendigkeiten und Alternativen. Dabei gibt es dazu durchaus eine Alternative, warum beantwortet man nicht viele der Fragen vorher und erstellt eine Art Framework für diese Maßnahmen und Projekte?

Ihr plant nun die nächste Aktion für Weihnachten, habt tolle Ideen im Kopf und stellt diese vor. Nun kommen die Fragen: Was bringt uns diese Kampagne? Sprechen wir die richtigen Leute an? Ist für unsere Zielgruppe die Ansprache richtig? Was wird erwartet von uns? Wie und wo können wir damit werben und die Nachricht transportieren? Und noch viele viele weitere …

Die Idee vom Framework

Ein Framework / Grundgerüst für die Außendarstellung und damit insbesondere dem Marketing beantwortet nicht selbst die schweren Fragen. Aber als Resultat einer intensiven Auseinandersetzung mit sich selbst kann ein Framework die Grundlage für viele folgende Kampagnen liefern und darauf aufbauend auch lenkend in die Unternehmenskultur eingreifen.

Was gehört in so ein Framework?

Essentiell wichtig ist das man selbst ein ganz klares Bild von dem hat wofür man stehen will und wie die jeweiligen Kunden aussieht. Darauf aufbauend können KPI und zwischen KPIs definiert werden. Nicht alle Aktionen müssen am Ende direkt an der Conversionrate gemessen werden, es gibt auf dem Weg zum Kauf auch andere Messpunkte die nachweißlich zu einer Steigerung der Kaufwahrscheinlichkeit führt. Hat man für das Unternehmen und für das Framework eine Grundlage an KPIs geschaffen, muss ganz klar sein wie diese Zahlen gemessen werden und welche Randbedingungen erfüllt sein müssen. Auch der Umgang mit diesen Daten und ein Gefühl für die Fehlertoleranz sollte vorhanden sein oder zumindest bei stetig bei Nutzung des Frameworks angepasst werden. Das ist sowieso einer der ganz wichtigen Punkte, ein Grundgerüst zu schaffen als Idee ist gut, aber wie dieses aussehen kann und muss ist abhängig vom Unternehmen und den Mitarbeitern. Dabei soll dieses Framework wie sehr viele Vorgehensweisen lernen und sich entwickeln.

Auswirkungen auf den Alltag

Häufig lassen sich in Unternehmen Vorgehen erkennen das über eine Vielzahl von Entscheidungen gestritten und diskutiert werden. Einerseits ist dies zwar schön das sich eine Vielzahl von Leuten mit Themen beschäftigen und aktiv mit gestalten wollen. Doch in der Praxis sorgt dies eher dafür das man sich als Unternehmen verlangsamt und die Agilität vermissen lässt. Um dies nun zu verhindern und die Prozesse wieder zu beschleunigen entsteht die Idee des Frameworks.

Haben wir die Grundlage geschaffen sollte nun bei jeder Kampagne, jedem Posting im Social Media und jedem Newsletter klar sein um was es geht. Wie Ziele definiert werden können und wie diese kommuniziert werden sollen. Das macht viele Entscheidungen einfacher und klarer. Weg von einer Mentalität des stochern im Nebel hin zu einer auf Zahlen und Fakten basierenden Methodologie die jederzeit modifiziert und lernfähig ist. In so einem Umfeld kann die Zeit dafür verwendet werden das große Ganze zu bearbeiten, die Richtung zu beeinflussen und weniger Zeit mit der Durchführung von Aktionen und Maßnahmen.

Ein weiterer Positiver Nebeneffekt ist die klarere Trennung, in so einem Umfeld kann die Arbeit vom Management dafür genutzt werden an diesem Framework zu arbeiten. Dies ermöglicht es jederzeit den Mittarbeitern etwas zeigen zu können, insbesondere auch neuen, nach denen es zu handeln gilt und wie der Erfolg messbar ist.

Corporate Identity light

Wer sich bei diesem Framework an eine Corporate Identity und Co erinnert fühlt der liegt sicherlich nicht falsch. Hier werden allerdings bewusst Bereiche außen vor gelassen um so zu etwas zu kommen was leichter zu handhaben ist. Dadurch kann es schneller erstellt, zügiger von sich verändernden Umständen lernen und nicht zu vergessen öffnet es auch die Möglichkeiten Bereiche wie die Messbarkeit hinzuzufügen um dem ganzen einen Zeitgemäßen touch zu geben und so das Lernen auch auf eine solide Grundlage zu stellen.

Lernen und anpassen

Mir selber wird immer klarer wie wichtig es ist Systeme und Methoden zu entwickeln die genau auf das Unternehmen abgestimmt sind. Dabei sollte man natürlich sich Ideen und Anregungen von erprobten Systemen holen. Auch das ausprobieren von neuen Herangehensweisen sollte eher bestärkt werden und man sich möglichst nicht auf den bereits bestehenden Methoden ausruhen.

Was mir wichtig ist, ist das man sich so aufstellt das man lernfähig und wandlungsfähig bleibt. Führt man eine neue Methode für die Kommunikation zwischen Abteilungen ein und der gewünschte Erfolg stellt sich nicht ein, sollte dies nicht verschwiegen sondern aktiv bearbeitet werden. Nur so kann das Unternehmen als ganzes wachsen und sich den neuen Herausforderungen stellen.

Viel mehr müssten sich Unternehmen mit der eigenen Organisation und den Methoden auseinandersetzen. Sind diese doch oftmals ein großer Pluspunkt der neuen jungen Unternehmen und machen es vor wie innovative Methoden und Strukturen individuell auf die Bedürfnisse abgestimmt einen enormen zusätzlichen Schub bringen können. Leider ist dies wie ich glaube wieder eine Frage wer sich damit wie beschäftigt. Alt eingesessene Unternehmen beschäftigen sich zwar damit, greifen aber auf die immer wieder gleichen alten Methoden und Strukturen zurück. Dadurch entsteht dort kein Fortschritt für das Unternehmen und der mögliche Vorteil verpufft. Aber gerade dort ist natürlich auch durch die gewachsene Struktur ein Umdenken meist mit größeren Veränderungen verbunden. Viele Unternehmen der letzten 10 Jahre gerade im eCommerce haben dann eher damit zu kämpfen das durch den rasanten Wachstum oftmals dieser Aspekt einfach übersehen. Man hat einfach noch nicht die Ruhe gefunden sich damit zu beschäftigen ist man doch damit zu 100% beschäftigt sich den immer wieder wechselnden Bedingungen des Marktes zu stellen.

 

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