Die Wichtigkeit von Mitarbeitern

In der Software Entwicklung gibt es schon seit einiger Zeit die Diskussion über die 100x / 1000x Superstar Entwickler. Die verglichen mit anderen eben um jene 100 oder 1000 mal besser sind in dem was sie tun.

In der Software Entwicklung ist vielleicht der Unterschied zwischen guten und sehr guten am größten. Aber auch in anderen Bereichen gibt es Unterschiede die sehr extrem sind. Daher sollte trotz der IT lastigen Sicht momentan nicht vergessen werden das es auch in anderen Bereichen starke Unterschiede gibt.

Durch diese gravierenden Unterschiede hat sich in den letzten Jahren, nicht nur durch Google/Amazon/Facebook, der Begriff von Aquihire gebildet. Bei der man qualifiziertes Personal durch die Übernahme von Firmen in das Unternehmen holt. So werden enorme Summe für Mitarbeiter gezahlt um so das Know How einzukaufen.

Aber natürlich sind gerade die oben genannten auch Vorreiter im Bereich der Perks für Mitarbeiter. Sei es um durch super ausgestattete Arbeitsplätze, ein überdurchschnittliches Gehalt oder aber auch kleinere Sachen wie eine Wäscherei in der Firma. Entsprechende Transportmittel, Events und selbstverständlich auch entsprechende Innovationen.

Die neue Sicht auf Mitarbeiter

In der Vergangenheit waren viele der Jobs die es zu besetzen galt eher low level. Dementsprechend war der Kampf um gutes Personal zwar auch früher schon vorhanden, spielte aber im großen und Ganzen nicht so die Rolle wie heute.

Das ist natürlich auch durch den Trend begünstigt, dass heute Jobs eine andere Anforderung haben und es so nicht mehr durch einfache Anleitung möglich ist einen großteil der Jobs zu machen.

Nun sind wir also an einem Punkt bei dem alle Firmen um das hoch qualifizierte Personal kämpfen. In einer Situation wo sich Mitarbeiter mit entsprechenden Qualifikationen den Arbeitsplatz frei aussuchen können und von dem Arbeitgeber mehr verlangen als nur ein gutes Gehalt und ein entsprechendes Arbeitsumfeld.

Gerade Entwickler haben sicherlich in den letzten Jahren gelebt wie Könige. Was gerade in dem Bereich geschaffen wurde ist schon ziemlich unglaublich. Ich denke dazu muss man sich nur angucken wie die Tech Companys von heute um die Entwickler werben. Nicht nur Google / Amazon / Facebook und Co sondern auch Firmen in Deutschland wie Zalando, About You und andere.

Aber nicht nur bei den Entwicklern ist dieser Trend zu erkennen, auch praktisch alle anderen Bereiche wurden entsprechend anspruchsvoller und gefragter. Es spielt heute einfach eine ganz andere Rolle wie sich Unternehmen präsentieren als früher. Sei es durch die Zunahme von Transparenz, also der Möglichkeit sich online über die Unternehmen zu informieren und zu sehen wie wohl sich Mitarbeiter dort fühlen. Als auch durch die Anzahl der Leute die gesucht werden was offensichtlich dazu führt das mehr Mitarbeiter gesucht werden als neue nach kommen.

Auch sind solche Gedankemuster weniger gefragt wie langfristige Job stabilität. Die guten Leute suchen spannende Aufgaben und Herrausforderungen und sind dafür auch bereit ein Risiko einzugehen. Insbesondere auch weil das Selbstverständlich so ist, dass man ja auch schnell wieder einen neuen finden kann.

Die Mehrwerte der guten Mitarbeiter

Neben der entsprechenden Qualifikation spielen noch einige andere Aspekte heute eine entscheidende Rolle im Bereich der Mitarbeiter. Beispielsweise werden diese auch zu Persönlichkeiten und Magnet für Außenstehende.

Egal ob durch Fachvorträge, regelmäßige Postings in Communities oder Follower auf Twitter. Die Anzahl an Persönlichkeiten steigt stetig und sorgt damit dafür, dass die Firma so einen zusätzlichen Aspekt liefert für andere qualifizierte Kandidaten.

In der Vergangenheit waren es vielleicht noch die Geschäftsführer die diese Anziehungskraft hatten, heute aber ist es auch die 2. und 3. Reihe die so dafür sorgt, dass das Image der Unternehmen steigt.

Diese Mitarbeiter sind es dann auch, die dann die Grundlage für die Unternehmen bilden. Denn neben der fachlichen Expertise ist es auch wichtig zu verstehen,  dass gute Mitarbeiter auch weitere gute Mitarbeiter anziehen.

Wer in einem Unternehmen ständig am oberen Ende der Performance sitzt und in seinem Umfeld fast schon verzweifelt nach entsprechenden Leuten für Diskussionen und Erfahrungsaustausch sucht. Der realisiert irgendwann auch das die Möglichkeiten der persönlichen Entwicklung ziemlich limitiert sind.

So ensteht dann auf lange Sicht der Brain Drain der dafür sorgt das die guten Leute das Unternehmen verlassen während die Leute die „zurück“ bleiben meist auch indirekt dafür sorgen das dann auch die nächste Generation und die Nachfolger nach einer gewissen Zeit erkennen das die Entwicklung eher schwierig ist.

Es verlassen halt auch die Leute das Unternehmen in der Regel, die eine Chance sehen in einer anderen Firma einen Job zu bekommen und die Wahrscheinlichkeit ist natürlich bei den besseren deutlich größer als bei dem Rest.

Die Konsequenz für die Arbeitgeber

Der Kampf um die besten Mitarbeiter ist in vollem Gange, nun müssen sich die Arbeitgeber überlegen wie sie diesen annehmen. Kann man es sich leisten nach und nach wichtige Leute zu verlieren und beim besetzen der Nachfolger auch ein Regal tiefer zu nutzen? Was bedeutet so ein Vorgehen dann für das Unternehmen, die vorhandenen Mitarbeiter und die Zukunft?

Es fühlt sich auch beim Personal ein Stück weit so an wie im Online Handel insgesamt. Wir haben eine Verschiebung zu den absoluten Top Playern, so werden diese immer besser und erarbeiten sich weitere Vorteile in ihrem Bereich.

Die Firmen die sich dagegen wehren können wurden entweder mit extremen finanziellen Mitteln ausgestattet, oder haben eine Aufgabe die es unglaublich spannend und attraktiv macht dort zu arbeiten. Häufig auch dadurch getrieben das neue Bereiche erarbeitet und aufgebaut werden können.

Ich glaube nicht daran, dass es eine aussichtslose Situation ist für den Arbeitgeber. Es muss nur die Realität verstanden werden, Mitarbeiter die das Unternehmen verlassen sollten genutzt werden um noch mal die letzten Informationen über den Zustand des Unternehmens zu sammeln. Nur so kann man verstehen was man verändern kann um den Brain Drain auf lange Sicht zu verhindern.

Es sollte der Wert der Mitarbeiter insgesamt erkannt werden, wer den Eindruck vermittelt, jeder ist zu ersetzen ist auch gleich in einem Mindset der es schwierig macht Leute zu halten. Einige scheinen direkt den Kurzschluss zu machen das wenn man sich um seine Mitarbeiter bemüht und zeigt wie wichtig diese einem sind, dass daraus die Situation entstehen würde, dass man sich erpressbar macht.

Neben der Ersetzbarkeit, gibt es noch schlimmere Stufen, beispielsweise wenn man denkt, dass Mitarbeiter froh sein können in der Firma angestellt zu sein. Das zeigt für mich eine Denkweise auf bei der man als Firma wohl der Meinung ist, dass ein Job keine beidseitige Zusammenarbeit ist. Was man potenziellen Bewerbern wohl eher nicht vermitteln möchte.

Was mich immer noch überrascht aus Firmen Sicht, ist die Herleitung warum gewisse Schritte nicht gegangen werden. Beispielsweise hat man ein Problem damit Mitarbeitern 20% mehr Gehalt zu zahlen. Ignoriert aber dann das bei einer Neueinstellung man nicht nur eine Zeit ohne Mitarbeiter weiter machen muss und dann auch noch eine Einarbeitungsphase hat ohne Garantie das der nächste Mitarbeiter nicht wieder den gleichen Weg einschlägt. Ähnliches gilt ja auch für andere Perks wie bessere Büro Räume, Mitgliedschaften, Team-Events und vieles andere.

Auch ist es oftmals noch so das nicht jeder versteht was ein guter Mitarbeiter im Vergleich zu einem normalen Mitarbeiter erledigt. Man stellt sich immer eine Aufgabe vor und denkt das durch Erfüllung dieser Aufgabe, egal wie, das Ziel erreicht wird. Dabei ignoriert man vollständig das es auch Einflüsse auf das Umfeld hat. Beispielsweise das der Vorgesetzte mit der Arbeit nicht zufrieden sein könnte und damit insgesamt die Motivation sinkt.

Insbesondere die Ansprüche an Mitarbeiter sollten innerhalb der Organisation deutlich sein. Es ist einigermaßen erstaunlich zu sehen wie durch einige wenige Personen im Unternehmen eine Situation entstehen kann, dass das ganze Gleichgewicht zerstört wird. Einerseits durch Unzufriedenheit über den Output von dem Mitarbeiter, andererseits aber auch die Motivation der Leute die auf den Input angewiesen sind.

Es ist einfach ein heikles Thema, doch die Firmen werden nicht darum herum kommen sich diesem auf eine neue weise zu nähern. Andernfalls kommt man auch bei diesem Bereich in das Hintertreffen und ist auf lange Sicht nicht mehr Wettbewerbsfähig. Denn machen wir uns nichts vor, in den meisten Firmen sind es die Mitarbeiter die am Ende über den Erfolg entscheiden. Daher sollte hier auch eine entsprechende Wertschätzung erfolgen.

United Airlines – Ein PR Desaster

Am 9.4.2017 kam es zu unschönen Szenen in einem Flugzeug von United Airlines. Dabei wurde ein Mann gewaltsam aus seinem Sitz gezerrt und unter Geschrei und laufenden Handy Kameras aus dem Flugzeug getragen.

Wer in den letzten Tagen hinterm Mond gelebt hat und das Video nicht gesehen hat, kann es hier noch mal sehen:

Die Geschichte zum Vorfall

Regelmäßig werden Flüge überbucht um den maximalen Profit zu erwirtschaften. Die Idee dahinter ist das oftmals Leute nicht kommen und dann Plätze frei bleiben würden. Durch die Überbuchung kann sichergestellt werden das auch diese Plätze dann gefüllt werden können.

Im speziellen Fall diesen Fluges, musste ein Team von United Airlines mit diesem Flug fliegen, um ihre Arbeit aufzunehmen. Dadurch startete der normale Ablauf für diesen Fall, es wurde nach freiwilligen gesucht, die bereit waren für bis zu 800$ bereit waren auf ihren Flug  zu verzichten.

Doch durch die Situation das ein gesamter Arbeitstag verloren gegangen wäre, Flug am Sonntag, haben sich nicht genug Freiwillige gemeldet. Was dazu führte das UA (United Airlines) entschlossen hat zufällige Personen auszuwählen. Einer davon ist der im Video gezeigte Dr. David Dao.

Wie berichtet wurde, war Herr Dao ursprünglich sogar einer der freiwilligen um auf den Flug zu verzichten. Erst nach dem festgestellt wurde das es keinen weiteren Flug am selben Tag gab, hat sich die Meinung bezüglich des Angebotes geändert.

Den Rest der Geschichte zeigt das Video oben…

Die Reaktionen

Wir leben in einer ultra verbundenen Welt, Nachrichten erreichen die andere Seite der Welt in unter einer Sekunde. Genau so hat sich auch die Geschichte verbreitet. Leute aus der ganzen Welt haben so einen Eindruck dieser Fluglinie bekommen, obwohl sie vielleicht noch nie damit geflogen sind.

Selbstverständlich sind es gerade die Sozialen Medien die nun die Nachricht tragen und für einen Sturm der Entrüstung sorgen.

Dazu kommen die Zahlreichen Leute die zu einem Boykott aufgerufen haben und demonstrativ ihre UA Karten zerschnitten haben:

Und wie verhielt sich der CEO?

Eher unglücklich … ein vollkommen unangebrachtes Statement das nicht unbedingt dafür gesorgt hat hier die Wogen zu glätten. Vielleicht wurde zu dem Zeitpunkt das Ausmaß vollkommen unterschätzt. Dabei gilt der CEO als ausgewiesener PR Experte und wurde in der Vergangenheit bereits für seine Wortwahl gelobt.

Was mich an dieser Geschichte interessiert

Ungerechte Situationen gibt es täglich überall auf der Welt. Das es diesmal eine Fluglinie trifft ist daher auch nicht so verwunderlich. Für mich auch eigentlich kein Grund darüber zu schreiben. Was mich aber an dieser Geschichte interessiert, sind die Auswirkungen und die Reaktionen der Wettbewerber.

Hat man weiter oben schon die Reaktionen einiger Leute gesehen, werden die Ereignisse heute fast selbstverständlich auch von dem Wettbewerb aufgenommen. Dadurch möchte man sich selbst positionieren und natürlich auch die Aufmerksamkeit für sich selber nutzen.

Nicht alle gezeigten Bilder kommen direkt von den Airlines, da allerdings oftmals unklar ist ob es sich bei den Erstellern um Leute mit einem starken Bezug zu dem Brand handelt oder eine PR-Aktion werfe ich diese mal in einen Topf. Insbesondere, weil ich nicht die gute Arbeit der Airlines loben will, sondern darauf hinweisen möchte welche Konsequenzen entstehen.

Und die Folgen?

Neben der extrem negativen PR, dem Verlust einiger Stammkunden, gibt auch die Börse gerade nach. Seit dem 11.4 verlor das Unternehmen nun 1,64% an der Börse!

Ob der finanzielle Schaden durch den Einbruch an der Börse auf lange Zeit bestehen bleibt oder nicht werden wir sehen. In der Regel normalisiert sich nach einer solchen Aktion der Marktwert wieder. Oftmals, weil es kaum Alternativen gibt und viele Leute ja trotzdem auf die Flüge angewiesen sind.

Doch der PR-Schaden wird sicherlich noch einige Zeit anhalten, auch ist bis jetzt das Krisenmanagement noch nicht wirklich besonders positiv in Erscheinung getreten. Was bedeutet das es durchaus noch schlimmer kommen kann abhängig davon was aus einem Prozess oder ähnlichem wird.

Insbesondere wenn gleich die nächste Schlagzeile kommt: „Paar wird auf dem Weg zur eigenen Hochzeit aus Flugzeug geworfen“

Ein weiteres insbesondere finanzielles Problem könnte entstehen falls auf Grundlage der Skandale der jetzige CEO abtreten muss. Dies wird in der Regel von der Börse anders aufgenommen und kann so zu langfristigen Probleme führen.

Der Lerneffekt

Das wir alle mittlerweile ein Handy haben und so Bilder und Videos überall zu jeder Zeit aufnehmen können, ist sicherlich nichts neues, auch die Tatsache das jeder seine eigene Plattform hat um sich auszutauschen, sei es Twitter, Facebook, Instagram oder ein Blog birgt wenig neues.

Doch durch diese Gegebenheiten muss man sich auch mit anderen Situationen auseinandersetzen, musste man früher zur Zeitung gehen mit solchen Geschichten. Ist nun selbst ohne die Bitte des Betroffenen die Geschichte um die ganze Welt gegangen.

Diesen Effekt macht sich das Marketing gerne zu nutzen um Positive Nachrichten in die ganze Welt zu tragen, aber der Fall von UA hat auch wieder gezeigt welche negativen Folgen es haben kann für Unternehmen.

Der Umgang mit Krisen und mit den Sozialen Medien muss gelernt werden, bei schlechtem Management können die Folgen dramatisch sein. Auch eine Insolvenz nach einer ähnlich gelagerten Situation ist nicht ausgeschlossen. Die Kunden haben einfach einen anderen Einfluss als dies in der Vergangenheit der Fall war.

Heute können wir einfach nicht mehr alle Kanäle steuern und kontrollieren, wir müssen also ständig wachsam sein und auf entsprechende Situation reagieren. Das verlangt eine ganz andere Form von Wachsamkeit und Aufmerksamkeit, aber auch eine Nähe zu den Personen und Kunden.

Solche Ereignisse sind es nämlich auch die ein mal mehr ans Tageslicht bringen wie es um die Marke gestellt ist. Wer setzt sich noch für einen ein? Kann man mit authentischen Reaktionen die Probleme abwehren? Ist genug Substanz vorhanden um sich aus der Situation zu kämpfen?

Am Ende werden die Kunden darüber entscheiden ob man solche Vorfälle verzeiht oder nicht.

Fazit

Für mich hat diese Geschichte zwei wichtige Erkenntnisse wieder verstärkt, es ist wichtig zu wissen wie man mit den Kunden umgeht. Krisen zeigen oftmals das wahre Gesicht, einige kommen gestärkt aus solchen hinaus weil entsprechende Vorbereitungen getroffen werden. Andere hingegen akzeptieren die neue Macht der Kunden nicht und ignorieren die Stimme der Vielen.

Der zweite Punkt für mich ist der Umgang des Umfeldes mit der Situation. Ich habe Tweets gesehen wo Emirates Passagiere sich darüber lustig machen was bei UA passiert ist und damit „prahlen“ das sie von Emirates ein gratis Update bekommen haben als ihr Flugzeug überbucht wurde.

Solche Situation können einfach von vielen Seiten ausgenutzt werden, so lange die Aufmerksamkeit entsprechend auf dem Problem liegt.

Man sollte sich also immer die Frage stellen, wie man selber reagiert und ob man für solche Situationen bereit ist. Oder ob man als Firma am Ende einfach hilflos der Situation ausgeliefert ist.

Es ist einfach unheimlich wichtig geworden auf die Kunden zu hören. Wer die Signale ignoriert bekommt die Quittung und war es früher nur eine lokale Geschichte, ist man nun so öffentlich das es gleich die ganze Welt erfährt.

Was uns das Dschungelcamp über Marketing beibringt

Jedes Jahr aufs, neue stellen sich 12 eher wenig Prominente Personen der Herausforderung des Dschungels. Ob es die 20-29 Grad Außentemperatur sind, oder die durch entsprechende Netze reduzierte Regenmenge oder gar die von Sicherheitskräften kontrollierten wilden Tiere, die die Kandidaten in den Dschungel treiben kann ich nicht sagen. In einer stark kontrollierten Umgebung werden also Leute scheinbar rund um die Uhr mit mehr oder weniger versteckten Kameras begleitet und Millionen gucken zu. Sei es um sich über die Dummheit der Kandidaten lustig zu machen, zu sehen wie bei den Prüfungen die Würde gegen Sterne und damit Essen getauscht wird, oder einfach nur den interessanten Gesprächen zugehört wird.

Warum sind wir im Dschungel?

Ja das Dschungelcamp ist Fake, es ist zu einem gewissen Grad inszeniert und oftmals plump bei dem Versuch das zu vertuschen. Doch dem vermeintlichen Zuschauer ist das egal, für ihn bildet das Konzept nur den Rahmen in dem die Handlung spielt. Das Dschungel Thema erklärt warum die Kandidaten nicht großartig Essen bekommen, warum dort diese Tiere sind und warum man draußen schläft. Es erlaubt den Produzenten und dem Umfeld das Thema zu nutzen um die Botschaften zu transportieren, die Grafiken für Online und Offline auszusuchen und ein stimmiges Gesamtbild zu erschaffen.

Die häufigste Begründung für diesen Drehort von Seiten des Produzenten sind die Bedingungen. Wie oben angerissen sind mit den sehr guten äußeren Bedingungen und der Infrastruktur alles gegeben um diesen Ausflug in den Dschungel zu einem entspannten Arbeitstag zu machen. So unterscheidet sich der Produktionsort nicht wesentlich von einem Studio. Dazu kommen die Vorteile der Zeitverschiebung die dafür sorgen das der stärkste Slot am Tag (20:15) weiterhin von anderen Programmen besetzt werden kann und man einen Magneten im Anschluss platzieren kann.

Was wir also lernen können: Lasst eure Kampagne in einem Umfeld laufen in dem ihr euch selber auch wohl fühlt, ein Umfeld wo ihr die Rahmenbedingungen gut selber entscheiden könnt, aber auch andere Personen kein Problem haben euch zu unterstützen oder Teil des ganzen zu werden. Außerdem ist es enorm hilfreich ein Thema zu haben, im weiteren laufe der Kampagne habt ihr so die Möglichkeit um dieses Thema herum Geschichten zu erzählen und eine visuelle Begleitung zu erstellen die glaubhaft ist und die eine direkte Verbindung aufzeigen kann.

Wer darf mitmachen?

Um die Kandidaten wird lange Zeit ein Geheimnis gemacht, es soll die Spannung hochgehalten werden und so vor der Show möglichst viel Buzz erzeugt werden. Dazu gehört auch das spekulieren und durch Gerüchte eine mediale Aufmerksamkeit zu erlangen. Irgendwann sind sie dann aber da, die Kandidaten, die für die nächste Zeit vermutlich im Camp hocken werden.

Alles Zufall? Sicherlich nicht … RTL wird ein enormes Interesse daran haben Kandidaten nach ihrem aktuellen Bekanntheitsstatus und einiger persönlicher Eigenschaften zu wählen. Dabei ist es sicherlich hilfreich mit der Show bereits gezeigt zu haben wie es möglich ist seine Bekanntheit und Image zu steigern. Bei der Besetzung zeigen sich immer wieder ähnliche Muster. Egal ob es um Sportler, vermeintliche Sex Bomben, Models oder „Schönling“, Sonderlinge oder Püppchen geht. Ziel ist es für die breite Bevölkerung Personen zu liefern mit denen man sich identifizieren kann UND gegen die man eine Abneigung entwickeln kann. Denn häufiger als Sympathie für gewisse Kandidaten entwickeln sich Abneigungen. Abneigungen sind daher so spannend, weil sie oftmals eine viel stärkere Emotionale Situation erzeugen und so die Interaktion in Form von Abstimmungen wahrscheinlicher wird. Auch die Begleitung dieser Personen und das hinein steigern ist ein dankbarer Hebel.

Es ist immer wieder ein kleines Pulverfass was RTL dort zusammenstellt, verständlich unter dem Gesichtspunkt das man ja nun dazu verpflichtet ist täglich neue Inhalte zu liefern und die Prüfungen alleine meist nicht der Treiber sind. Worüber meist alle sprechen sind die Ausraster und das gezicke im Camp. Dabei werden auch alle Register gezogen, ein typischer Ansatz ist es beispielsweise Zigaretten zu verbieten um so eine gereizte Grundstimmung entstehen zu lassen.

Was nehmen wir also mit: Auch wenn nicht jeder Teil geplant werden kann, ist es dennoch möglich ein Umfeld zu schaffen in dem, gewisse Ereignisse wahrscheinlicher sind. Leute mit einem Temperament oder einer Abneigung gegen gewisse Eigenschaften oder Verhaltensmuster können so gezielt dazu verwendet werden Inhalte zu erzeugen. Obwohl viele das nun nicht hören möchten, aber solche Sendungen sind auch ein Spiegel unserer Gesellschaft und aus Marketing Aspekten so zu betrachten das man sich ganz offensichtlich darauf eingestellt hat etwas zu liefern was die Zuschauer wollen.

Hört also auf eure Kunden und Besucher und wenn es Bereiche gibt die ihr nicht vollkommen kontrollieren wollt oder könnt, versucht euch in die Situation zu versetzen was passieren kann und nutzt dies um Konstellationen zu schaffen in denen etwas ensteht was ihr wollt. Nichts ist in so einer Konstellation schlimmer als festzustellen das man keinen Einfluss nehmen kann und zusehen muss wie das Projekt oder die Kampagne sich langsam verabschiedet.

Manchmal ist es einfach unabdingbar sich mit allen Eventualitäten zu beschäftigen um konkret auf Situationen reagieren zu können und klar, über die Zeit sollte natürlich auch gelernt werden was funktioniert und was eher nicht!

Die Moderation

Es gibt eine besondere Tonalität in der Show, Moderatoren haben zwar direkten Kontakt mit den Kandidaten, sind aber auf der Seite des Publikums. Die Inszenierung das man gemeinsam auf die Insassen im Camp schaut, nimmt dem Zuschauer ein wenig die Hürde als Spanner wahrgenommen zu werden. Obwohl auch das seit Sendungen wie Big Brother kaum noch eine Rolle spielt. Ein weiterer Punkt ist sicherlich auch das damit die Hürde genommen wird sich über die Kandidaten zu belustigen.

Durch diese Art der Moderation kann aber auch recht einfach eine Geschichte weiter getragen werden. Eindrücke aus dem Camp und Sätze von den Kandidaten können so in einem neuen Licht noch mal wiedergegeben werden und so ein Fokus gesetzt werden. Das hat oftmals zur Folge das sich in dieser Beziehung ein Wir gegen Die einstellt. Eine Situation in der man zusammen mit den Moderatoren über die Kandidaten lacht, insbesondere über dumme Sprüche und Verhalten stärkt auch die Beziehung mit den Moderatoren und schlussendlich mit der Sendung.

Unser learning: Die Show lebt von den Kandidaten, daher ist neben der Auswahl auch die Interaktion mit diesen enorm wichtig. Daher sollte es auch bei euren Kampagnen eine Priorität haben sich darüber im Klaren zu sein wie eine Interaktion auszusehen hat. In vielen Fällen sind wir selbst die Moderatoren, sei es dadurch das wir Ergebnisse verteilen, Zusammenfassungen liefern oder aber den Kunden über unsere Kampagne informieren. Dabei ist es wichtig zu verstehen wie wir kommunizieren. Oftmals ist gerade Neutralität etwas Negatives, es sollte aufgezeigt werden auf welcher Seite man steht um eine tiefere Bindung mit den Besuchern einzugehen. Gemeinsam mit dem Besucher zusammen über eine dritte Partei zu reden hilft diese Bindung zu stärken und oftmals auch um eine Diskussion und Interaktion entstehen zu lassen. In einer Welt bei der wir alle täglich mit einer Vielzahl von Informationen bombardiert werden, suchen wir uns Filter die uns die Welt in einer Art zeigen die uns gefällt und unseren Interessen nahe steht. Wenn man selber nur ein weiterer Gesichtsloser Bestandteil ist, kann man nicht erwarten das eine Bindung entsteht.

Wenn die Zuschauer entscheiden

Neben dem Interesse Geld zu verdienen, durch die Gebühren pro Anruf, hat die Mitbestimmung der Zuschauer einige weitere unmittelbare Vorteile. Es verleiht dem Zuschauer eine Stimme und damit eine Interaktion. Vermittelt also das Gefühl das man Einfluss auf das gezeigte nehmen kann. Dazu kommt die natürliche Filterung der Kandidaten die dafür sorgen soll, dass die Zuschauer am Ende idealerweise persönlich investiert sind und am Ende die interessanten Kandidaten über bleiben. Was ultimativ die Spannung steigen lässt und so eine entsprechende Zuschauerzahl zustande kommt.

Interaktion ist es das große Thema der letzten Jahre ob über Social Media oder andere Kanäle. Dabei haben diese Votings auch einen Effekt der sich unmittelbar zeigt, es ensteht eine Diskussion. Leute freuen sich, dass gewisse Personen endlich das Camp verlassen, andere bedauern es..

Dazu kommt in diesem Voting Prozess natürlich auch die Präsentation der Kandidaten, es wird häufig von dem feinen Gespür der Zuschauer gesprochen und wie diese Einfluss nehmen auf das Geschehen. Trotzdem gibt es immer wieder Fragezeichen hinter gewissen Entscheidungen und die Theorie der Einflussnahme seitens der Produktionsfirma. Die Kandidaten haben in diesem gesamten Kontext eigentlich nur eine einzige Aufgabe, sie sollen den Zuschauer unterhalten. Ob dies durch ständige Intrigen, markante Sprüche, das entblößen  oder besonderes leiden bei den Prüfungen erreicht wird ist eigentlich egal. Einige Aspekte halten dabei länger als andere, wer zu eindimensional ist, wird bestraft. Jeden Tag die gleichen Geschichten und die gleichen Verhaltensmuster langweilen und sorgen für einen Filter Prozess. Interessante Geschichten hingegen oder eine besondere Personalität kann punkten. Am Ende vermarktet sich jeder Kandidat hier selbst, nicht nur für seine Zukunft sondern auch für den Sieg in der Show. Obwohl der Sieg vielleicht nicht das wichtigste Ziel ist, sollte doch jedem klar sein das jeder Tag den man länger im Camp verbringt, die Sichtbarkeit steigt und damit die Möglichkeit verbessert aus der Show zu kommen.

Was sagt uns das? Kunden / Besucher / Zuschauer bestimmen heute mehr als früher über das was sie konsumieren. Daher ist es wichtig sich auf die Bedürfnisse der Kunden einzustellen und auf die Reaktionen und Interaktionen zu reagieren. Es ist nicht immer so klar warum Leute Entscheidungen treffen, daher ist es wichtig sich die Zeit zu nehmen und eine Interpretation zu finden mit der man sicher ist eine Verbesserung zu erreichen.

Wir müssen aber auch etwas liefern über das man wirklich entscheiden kann, stellt man sich ein Dschungelcamp mit 12 praktisch gleichen Menschen vor, ist die Wahl der Kandidaten für den Zuschauer deutlich schwerer und polarisiert nicht wirklich. Was sich dann nicht nur in den Interaktionen sondern insbesondere in den Zuschauerzahlen wiederspiegeln wird. Es ist also notwendig authentisch aufzutreten und darauf zu verzichten das Fähnlein im Wind zu sein.

Fazit

Ja es gibt noch mehr Aspekte die man betrachten kann, aber wichtig ist eigentlich etwas anderes. Die Ableitung von generischen Mechanismen aus etablierten Formaten kann uns einen Weg zeigen wieso bestimmte Sachen funktionieren. Wir sollten nun nicht hingehen und den Fehler machen diese 1:1 zu kopieren. Aber beim betrachten solcher Shows sollte jedem klar sein was Interaktion beim Zuschauer bewirken kann, wie die Wahl der Kandidaten, das Umfeld und die Regeln zu etwas führen das vorhersehbar ist. Wir können zusehen wie Kandidaten eine Rolle spielen und damit entweder total auf die Nase fallen, weil sie nicht glaubhaft vermittelt werden konnte. Oder man eine persönliche Bindung eingeht mit den Kandidaten und so ein persönliches Invest.

Haltet also einfach die Augen offen und versucht das Grundgerüst zu erkennen das vielen Kampagnen und Events als Basis dienen für ihren Erfolg. Ihr werdet überrascht sein wie häufig die immer gleichen Muster sich zeigen … Die Ausprägungen ändern sich häufig im laufe der Zeit. Das Grundgerüst hingegen bleibt häufig bestehen und ändert sich wenn, nur langsam.

Willst du es wirklich?

Wir haben alle Ziele im Leben, manche überschaubar, andere fast nicht zu erreichen. Ziele sind es aber die es uns erlauben zu wachsen, besser zu werden und oftmals die Grundlegende Motivation die uns antreibt gewisse Tätigkeiten durchzustehen.

Viel wird darüber gesprochen wie man der nächste Millionär, der bessere Start Up Gründer und das bessere Leben lebt. Häufig läuft es dabei auf einen entscheidenden Punkt hinaus, die Frage des Einsatzes. Bist du bereit das nötige zu tun? Und in manchen Fällen mag dies überschaubar sein, jeden Tag eine Stunde Sport, das Buch im Monat lesen, jede Woche etwas neues zu kochen …

Doch was ist mit diesen ultimativen Zielen? Mit diesen Zielen die scheinbar unerreichbar in der Ferne liegen. Oder die durch normalen Einsatz nicht zu schaffen sind? Die ganz großen Erfolgsstories sind häufig auch mit diesem unbändigen Einsatz verknüpft. Egal ob Sport, Politik, Wirtschaft oder Forschung, es ist häufig der Einsatz der entscheidet. Es gibt Leute die sind talentierter als man selbst, Leute die in einem besseren Umfeld aufwachsen, für die, die Rahmenbedingungen besser sind. Doch am Ende ist das erstaunlicher weise nicht der entscheidende Faktor. Erfolg ist planbar, Erfolg ist erreichbar genau so wie die Ziele die damit verbunden werden. Sicher, der Weg dorthin mag für den einen ein Telefongespräch sein und für den anderen 10 Jahre voll schmerzhafter Entbehrungen und Opfern. Doch wer wirklich bereit ist für seine Träume zu arbeiten, der so glaube ich, hat eine Chance diese auch zu erreichen.

Gibt es Ausnahmen? Natürlich gibt es die, es gibt immer ein Scenario in dem es eben nicht möglich ist. Das ist die Natur der Sache, wenn man ein breites Feld mit einbezieht ohne Linien zu ziehen und ohne in die Welt der Horoskope einzutauchen. Sollte das dich beunruhigen? Eher nicht, die Chance ist gut das alleine durch die Tatsache das du das hier lesen kannst, du zu dem Teil der Gesellschaft gehörst der eben nicht davon betroffen ist. Du hast noch alle Chancen und die solltest du auch nutzen!

Willst du es wirklich?

Wie wichtig ist dir das Ziel? Was bist du bereit dafür zu opfern? Wer seinen normalen Tagesablauf beobachtet wird feststellen, da ist Zeit, da sind Möglichkeiten. Du musst nicht morgens 90 Minuten Frühstücken weil es dir Spaß macht, du kannst auch 60 Minuten Sport machen. Zum Abendbrot der Fernseher? Es könnte auch einfach ein Buch sein für den Job. Der Ausflug jedes Wochenende ins Kino? Könnte deine Chance sein für einen neuen Eintrag im Blog. Die Tollen Reisen jedes Jahr? Deine Chance sich mit Leuten zu treffen die dich weiter bringen …

Jeder hat irgendwie diese Geschichten schon mal gehört von den Leuten die aus dem Nichts zu unglaublichen Erfolg in ihrem Bereich gekommen sind, wenn dann von diesem unglaublichen Willen geredet wird der aufgebracht wurde um weiter zu kommen habe ich immer unterschätzt was dies bedeuten kann. Zwischen der einen Stunde oder diesen einen Abend in der Woche, kann man auch sein Leben nach diesem Ziel richten, 3 Jahre sich durch ein Tal arbeiten um am Ende dieses eine Ziel zu erreichen. Willst du es wirklich, machst du das. Die Motivation wird dich tragen, es wird dir jeden Tag aufs neue beim aufstehen erklären warum du das machst. Dir wird plötzlich klar werden das doch viel mehr möglich ist als anfangs gedacht.

Bist du bereit?

Hast du ein Ziel vor Augen das es dir ganz persönlich wert ist, wirst du auch einen Weg finden. In einem der letzten Bücher die ich gelesen habe, wurde die Geschäftsleitung gefragt ob man eine Umstrukturierung nicht schneller machen könnte. Darauf war die Antwort ganz klar nein, es wurden Argumente aufgeführt die das begründen sollten. Nachdem alles erklärt wurde, kam noch mal die Frage, wenn nun dein Leben oder das Leben deiner Kinder davon abhängen würde, würdest du dann einen Weg finden? Und ja, die Geschäftsleitung, aber auch du würdest diesen Finden. Ist es der einfache? Wahrscheinlich nicht. Ist es mit Entbehrung verbunden? Sicherlich! Würde ich jemandem raten, jede Veränderung so anzugehen? Natürlich nicht! Du musst das finden in deinem Leben was dafür sorgt das es dir Wert ist auf Sachen zu verzichten, Zeit zu investieren und die extra Meile zu laufen. Vielleicht bist du aber auch bereits an einem Punkt an dem du dieses große Ziel nicht hast. Es ist vielleicht auch vollkommen ausreichend wenn du anstatt 100% nur 20% gibst um deine ganz persönlichen Ziele zu erreichen. Nicht jeder muss an das Limit gehen …

Die Wahrheit ist nur leider, viel zu oft machen sich die Menschen etwas vor. Ziele werden verworfen da der Weg dorthin zu steinig oder zu lang scheint. Doch du lebst dieses Leben nur ein mal und wenn du 13 Jahre auf etwas hin arbeiten musst um den Rest deines Lebens so zu verbringen wie du es dir erträumt hast. Dann mag das ein kleiner Preis sein für das, was du am Ende daraus gewonnen hast.

 

Macht euch klar wofür ihr Zeit verbringt, wohin ihr wollt, was euch wichtig ist. Betrachtet alle Möglichkeiten, nicht nur die naheliegenden, seit bereit für kleine Schritte zu großen Zielen. Aber habt auch die Einsicht das nicht alles im Leben dieses Kommittent wert ist. Macht nur nicht den Fehler am Ende euch zu fragen, warum habe ich das nicht viel früher gemacht? Wir haben nur diese eine Chance und die sollten wir nutzen und am besten mit etwas verbringen was uns wichtig ist.

Work-Learn-Balance

Überstunden gelten zum guten Ton in vielen Unternehmen. Argwöhnisch werden Leute betrachtet die pünktlich die Firma verlassen und nur die Vertraglich zugesicherten Arbeitszeiten erfüllen. Es wird wahrgenommen als Bereitschaft und Dank für die Arbeit und die Firma in der man arbeitet, vielleicht sogar als eine Art Trinkgeld.

Selbstverständlich gibt es auch hier nicht nur zwei Seiten, viele Leute machen Überstunden um dann aber auch über Wochen sehr pünktlich wieder zu gehen. Auch gibt es die Leute die Überstunden zu Zeiten machen wo es der Firma eigentlich nicht viel hilft. Bei einem Gespräch mit dem Mitarbeiter länger zu bleiben ist auch etwas anderes als der Versuch die notwendigen Arbeiten zu erledigen oder der Firma mit der Zeit einen Vorteil zu verschaffen.

Praktisch so lange es den modernen Begriff der Arbeit gibt machen sich Leute darüber Gedanken. Insbesondere der Bereich der sich damit beschäftigt den Ausgleich zu erforschen zwischen Arbeit und Privatleben ist immer wieder Zentrum von Diskussionen. Phrasen wie „Leben um zu arbeiten oder arbeiten um zu leben“ machen die Runde. Doch genau um diesen Teil, soll es hier eigentlich nicht gehen. Ich würde gerne einen Bereich beschreiben der davon ausgeht das die Bereitschaft mehr zu tun für die Firma und den Beruf bereits vorhanden ist.

Überstunden sind direkt dem Arbeitgeber geschenkte Zeit, oftmals unentgeltlich, manchmal durch %-Klauseln Vertraglich zugesichert. In der Regel aber auch eher nicht angeordnet, daher in der Regel unter dem Radar. Sie ermöglichen es dem Arbeitnehmer Aufgaben zu erfüllen bei denen er im Verzug ist oder wo die reguläre Arbeitszeit einfach nicht ausreichend ist. Normalerweise kommen diese Überstunden auch mit stressigeren Phasen wie dem Weihnachtsgeschäft oder ähnlichem zusammen. In höheren Positionen werden Überstunden dann gerne gemacht um seine eigene Arbeit zu schaffen während man oftmals den Tag über sich mit den Problemen andere beschäftigen muss. Oder aber die Ruhe nach dem Trubel der Kernarbeitszeit auszunutzen.

Es gibt einige Organisatorische Möglichkeiten Überstunden zu reduzieren und so praktisch allen beteiligten mehr Zeit für andere Dinge zu geben. Doch viele Arbeiter haben die Situation das der Berg der Aufgaben immer größer ist als die Arbeitszeit. Das hat sicherlich auch etwas damit zu tun das viele Arbeiten heute kein Endziel mehr haben. Ist man als Postbote seine Strecke abgefahren und hat die Briefe verteilt. Ist die Arbeit erledigt, auch wenn danach noch Arbeiten wie Sortierungen und co im laufe der Zeit hinzu gekommen sind ist trotzdem die Arbeit so aufgebaut das an jedem gegebenen Tag ein Ziel zu erreichen ist. In vielen anderen Bereichen kann aber mit mehr Zeit auch einfach immer mehr gemacht werden.

Lernen ein Leben lang

Der Großteil der heutigen Berufe stellen die Anforderung an die Mitarbeiter, sich mit einer Materie kontinuierlich auseinanderzusetzen. Zugegeben, dieser Bereich wird noch immer von den meisten ignoriert. Hier teilt sich die Gesellschaft deutlich in zwei Lager. Die Bereitschaft sich während der Arbeit oder außerhalb davon mit Veränderungen zu beschäftigen ist immer noch nicht bei allen angekommen. Der Wunsch von vielen nach einer Einarbeitungsphase eine Tätigkeit praktisch bis zum Ende aller Tage durchführen zu können ist immer noch tief verankert. So entstehen auch die Situationen das es schwieriger ist bestehendes Personal auf neue Gegebenheiten anzupassen als Leute zu finden die es für einen erledigen können.

Doch an den Veränderungen und der Notwendigkeit vom Lernen werden wir einfach nicht vorbei kommen. Dafür verändert sich die Welt einfach viel zu schnell. Aber gerade dieses Lernen und die Veränderungen sorgen dafür das Menschen sich auch weiterentwickeln können beruflich und menschlich.

Lernen oder Überstunden?

Nun ist ja die Zeit die wir alle haben endlich, dadurch ist klar das wir Prioritäten setzen müssen und für uns entscheiden müssen was wir wann machen. Dabei gibt es einerseits wie anfangs diskutiert das Feld wie viel Zeit wir in Beruf und Arbeit stecken im Vergleich zum Privatleben. Aber wie ich finde auch die spannende Frage wie viel Zeit stecken wir ins Lernen?

Leider ist der Glaube das Lernen hilft auch bei der Arbeit nicht wirklich verbreitet. Zu häufig sehen Arbeitgeber die Zeit die in das erlernen neuer Fähigkeiten und die Weiterbildung gesteckt wird als Zeit an, die nicht in produktive Felder fließt. Das erklärt die noch immer bestehende Zurückhaltung Mitarbeiter zu Schulungen und Vorträge zu schicken. Kein wunder daher das sich dieses ganze Feld nur wenig bis garnicht bewegt in vielen Industrien.

Glücklicherweise sind zunehmend die modernen Jobs auch bei entsprechend modernen Arbeitgebern die das benötigte Verständnis aufbringen und den Wert dahinter erkennen.

Für die Leute die aber nun in Firmen arbeiten wo dies nicht so ist, für diese ist nun eigentlich der Beitrag gedacht. Denn gerade solche, die in einem Umfeld arbeiten das kein Google, Facebook und co ist aber Ambitionen haben. Diese stecken nun in dem Dilemma das die Unterstützung auf der Arbeit überschaubar ist, aber der Mehrwert vom lernen neuer Techniken so groß ist das diese Zeit nun aus anderen Bereichen abgezwackt werden muss.

Diesen würde ich heute sagen: „Verringert eure Überstunden!“

Überstunden kann jeder machen zu jeder Zeit und immer wieder. Häufig werden diese aber wenig geschätzt im Unternehmen, obwohl sie zum guten Ton gehören. Doch wer sagt eigentlich das dass Lernen nicht auch einen Mehrwert für das Unternehmen liefert? Daher empfinde ich es zunehmend als die bessere Lösung die Zeit anstelle von Überstunden in die eigene Bildung zu stecken. Nicht nur für sich, sondern auch für die Firma in der man arbeitet.

Wer es schafft kontinuierlich die Zeit die man sonst zusätzlich im Büro verbracht hat mit einem Buch oder einem Vortrag auf YouTube verbringt, investiert damit in das eigentlich wichtigste. Sich selbst und die Bildung und damit in die Fähigkeit seinen täglichen Job noch besser und effektiver zu gestalten. Dadurch entsteht vielleicht der Vorteil den man im heutigen Arbeitsmarkt zum bestehen braucht und damit einhergehend der Vorteil für die Firma in der man arbeitet!

 

Selbstüberschätzung

Bewerbungsgespräche sind immer ein guter Indikator, ist man selbst eher zurückhaltend mit seinen Fähigkeiten ohne sich selbst unter Wert zu verkaufen zeigt man auch gleichzeitig das man versteht das es auch andere in dem Bereich gibt die besser sein könnten.

Vor einiger Zeit habe ich bereits über die notwendige Tiefe geschrieben, dabei ging es mir vor allem um die Sicht darauf das erst ab einem gewissen Stand man wirklich verstehen kann was in einem Bereich möglich ist. Nun möchte ich praktisch diesen Bereich erweitern um einen anderen Blickwinkel:

„Wer denkt alles zu wissen und aufhört zu lernen, wird unweigerlich von anderen überholt und verliert stetig an Bedeutung“.

Nicht wenige glauben das die wichtigste Qualifikation im 21 Jahrhundert das Lernen ist. Nicht das Lernen was man aus der Schulzeit oder von der Uni kennt, sondern das Lernen das dafür sorgt das man versteht das sein Beruf sich wandelt. Das neue Bereiche hinzu kommen, dass sich Randbedingungen ändern und Methoden verändern. Gerne bemühe ich die Vergleiche zu „früher“ ohne vielleicht selbst in dieser Zeit gelebt oder gearbeitet zu haben. Doch auch in meiner noch recht kurzen Arbeitszeit sind Entwicklungen und Bewegungen entstanden die erahnen lassen wie viele Leute und Bereiche der Digitale Wandel verändert hat. Wir haben viele Probleme mit der neuen Art der Welt und ihren Möglichkeiten umzugehen, durch die Menge an Informationen ist es wichtiger geworden diese zu Filtern. Aber auch durch die Verfügbarkeit von noch so kleinen Informationen ist man in einem ständigen Wettbewerb mit der ganzen Welt in seinem jeweiligen Bereich.

Der Wandel

Hat jemand eine neue Art entdeckt oder einen kreativen Weg gefunden eine Tätigkeit auszuführen das dass Ergebnis positiv beeinflusst. Kann man sicherlich noch eine Zeit lang mit der alten Variante leben. Doch irgendwann wird sich diese überleben und entweder man passt sich den neuen Randbedingungen an oder man wird mit großer Wahrscheinlichkeit irrelevant.

Ich glaube das es entscheidend für uns ist wie wir mit dieser Herausforderung umgehen. Leute die viel Zeit in die Fortbildung des eigenen Wissens und damit der wichtigsten Arbeitsressource dieses Jahrhunderts investieren werden davon profitieren. Sie werden bessere Jobs haben, es werden sich Aufstiegschancen ergeben oder der Arbeitsplatz wird sicherer für diese Leute. Die Vorstellung einen Job zu erlernen und sich nur spärlich mit Veränderungen zu beschäftigen in Form eines kleinen Vortrags alle X Jahre ist vollkommen überholt. Diese Bereitschaft zu lernen wird in Unternehmen schon jetzt ab einer gewissen Höhe auf der Karriereleiter erwartet. Erfüllt man diese Aufgabe nicht verbauen sich dadurch sehr schnell Möglichkeiten nach oben und die Chance von Mitarbeitern überholt zu werden steigt enorm. Nicht jeder hat lust sich auf diesen Kampf einzulassen, doch in meiner Vorstellung spielt im Leben die Arbeit eine zentrale Rolle. Daher darf man sich gerne Zeit nehmen zum ausprobieren und entdecken der Bereiche und Felder die man mag. Um dann diesen Prozess nicht als Strafe oder notwendiges Übel zu verstehen sondern viel mehr als etwas interessantes das einen Teil des eigenen Lebens weiter aufwertet. Mir ist klar das nicht jeder so ist, auch ist mir klar das nicht jeder Berufszweig diese Möglichkeiten bietet. Doch wir werden unweigerlich in eine Welt laufen in der genau dies die Regel sein wird. Leute werden immer öfter Jobs genau aus dem Grund machen: Weil sie es lieben und weil es sie begeistert. Und der momentan noch häufig aufgeführte Grund um seinen Lebensunterhalt zu verdienen wird immer weniger eine Rolle spielen. Dafür gibt es zu viele Trends, angefangen von der zunehmenden Einführung von Robotern und Maschinen die einfache Arbeiten immer weiter ersetzen werden. Und auch komplizierte Aufgaben werden nicht für immer Maschinen vorenthalten bleiben.

Zurück zum eigentlichen Thema

Nach dieser kleinen Ausschweifung wollen wir noch mal zurück auf den ursprünglichen Punkt kommen. Die Selbstüberschätzung, leider viel zu oft werden vermeintliche Wahrheiten in Meetings kundgetan und auf Grundlage dieser Entscheidungen mit weitreichender Konsequenz getroffen. Nun gibt es viele Gründe warum so etwas passieren kann, mangelnde oder Falsche Daten, sich verändernde Umstände, fehlendes Wissen oder einfach nur eine Lüge um seinen Standpunkt zu untermauern. Ein wie ich finde oftmals unterschätzter Bereich ist einfach eine Selbstüberschätzung, dabei hat man die vermeintliche Antwort direkt im Kopf. Man meint zu wissen warum etwas so oder so ist, aber wenn man objektiv von außen auf den Sachverhalt guckt. Sollte man eigentlich feststellen das man oftmals für diese absolute Zuversicht nicht die Informationen und das Wissen hat.

Aus dieser Beobachtung und Feststellung heraus habe ich für mich entdeckt das es notwendig ist sich ständig Fortzubilden. Abhängig von der jeweiligen Tätigkeit kann das in einem sehr speziellen Umfeld sein. Je weiter das Aufgabenfeld desto umfangreicher auch die notwendige Zeit die in Fortbildung gesteckt werden muss. Wer nicht eigenständig sich neue Impulse und Ansichten aus externen Quellen holt, wird über kurz oder lang zu einem Verwalter des Status Quo, was in der heutigen Zeit die Verwaltung einer sterbenden Firma ist. Als Chef hat man die Verpflichtung jedes Jahr ein Buch über Management, Brand Identity und co zu lesen. Das ist man eigentlich sich und seinem Unternehmen schuldig. Nur so kann man aus der Welt ausbrechen die sich sonst innerhalb einer Firma bildet. Auch Menschen sind manipulierbar und berechenbar, kriegt man immer wieder für bestimmte Arten von Vorschlägen ein Nein zu hören, wird man aufhören diese zu liefern. Doch was gestern falsch war kann morgen richtig sein und umgekehrt. Den vollen Einsatz den man heute von seinen Mittarbeitern erwartet in einem Bereich, kann unterm Strich vollkommen verschwendet sein. Doch das zu erkennen können nur solche die sich auch mit der Veränderung beschäftigen. Entweder als Vorgesetzter in einer Management Funktion der dort neue Prioritäten und Gewichtungen liefern kann. Oder als Mitarbeiter selbst der Selbstkritisch seine Arbeit hinterfragt.

Früher haben die Leute 20 Jahre und länger in einem Unternehmen gearbeitet. Heute ist ein Wechsel nach drei Jahren durchaus der Normalfall. Eines der Hauptgründe dafür ist sicherlich das man seine Ideen und Vorstellungen in der Firma verbraucht hat und eine Entwicklung und drastische Änderung kaum noch vorstellbar ist. Die Überlegung das jemand 20 Jahre lang in einer Firma gearbeitet hat ist heute eher abschreckend für einen potenziellen Arbeitgeber. Weil man davon ausgehen darf das er zwar die Abläufe in einer Firma sehr gut kennt. Aber oftmals versuchen diese Personen mangels eigener Weiterbildung einfach den Weg der alten Firma auf die neue zu übertragen. Was leider in den aller wenigsten Firmen sinnvoll ist …

Die notwendige Tiefe

Immer wieder erlebe ich dieses Phänomen, Leute gucken von außen auf ein Thema und versuchen dem Umfang zu ermitteln. Dabei entsteht sehr häufig ein vollkommen falsches Bild. Den Grund dafür sehe ich jedes mal in der mangelnden Kenntnis über das Thema.

Wer kein HTML kann wird nur zu gerne über jemanden der mit Twitter Bootstrap eine Seite gebaut hat sagen das er sehr gut in HTML ist. Die Person die allerdings dieses Framework benutzt hat versteht in der Regel welcher Weg noch zu gehen wäre um so ein Framework selber zu schreiben.

Genau durch diese Denkmuster kommt es immer wieder zu den falschen Eindrücken. Nun kann natürlich nicht der Weg sein sich alle möglichen Themen selber anzueignen, doch sollte beachtet werden das zumindest bei solchen Thematiken die einen weitreichenden Einfluss auf Unternehmerische Entscheidungen haben, der Punkt erreicht wird an dem man zumindest den Umfang versteht.

Andernfalls hat man durch die recht oberflächliche Sicht keine Chance eine vernünftige Entscheidung zu treffen. Ich glaube auch das dieses Phänomen ein neueres ist, waren doch häufig die Themenbereiche in der Vergangenheit sehr eng gesteckt ohne unendliche Tiefen. Doch gerade das Internet und die damit verbundenen Themen haben in den letzten Jahren an Tiefe und Umfang gewonnen das es immer schwerer wird hier die Übersicht zu behalten.

Wer früher noch für ein größeres Mittelständisches Unternehmen das Marketing alleine machen konnte, muss heute erkennen das dies nicht mehr adäquat zu handhaben ist. Die schiere Vielfalt an Möglichkeiten und den damit verbundenen Themen macht es in der Praxis unmöglich in allem wirklich gut zu sein.

Gerade vor diesem Hintergrund muss man auch Berufe und Strukturen einordnen, erarbeiten von Themen die für ein Unternehmen wichtig sind können von Strategischen Personen übernommen werden. Diese können im gesamt Kontext versuchen zu erkennen welche Bereiche lohnenswerte Ergänzungen sind für das Unternehmen. Im nächsten Schritt ist es aber häufig so das genau diese Person in der Regel bis zu dem Punkt das Thema erarbeiten sollen bis der gesamte Umfang zu erkennen ist. Ab da können Leute bewertet werden die gut für diesen Job wären oder welche Maßnahmen sinnvoll wären. Als nächster logischer Schritt muss dann aber auch jemand gefunden werden der es aktiv umsetzt und sich auf diesen Bereich spezialisiert.