code.talks commerce special Recap

Am 27. und 28. April war es so weit, das code.talks commerce Special in Berlin stand vor der Tür und glücklicher weise für mich konnte ich daran teilnehmen.

Gestartet 2010, da noch unter dem Namen Developer Conference bzw. „Devcon Hamburg“ ist die heutige code.talks eine Werbeveranstaltung für Unternehmen aus der OTTO Gruppe. Damals noch geführt von der NetImpacts GmbH mit Tarek Müller, der dann nach dem Verkauf an OTTO dort für Project Collins und dem heutigen About You zuständig war.

Werbeveranstaltung?

Die nähe zu Unternehmen aus der OTTO Gruppe ist durch einen einfachen Blick auf die Speaker und die Tracks schnell erklärt. Ich habe nun nicht noch mal die alten Veranstaltungen der letzten Jahre durchforstet doch beim diesjährigen commerce special war der Fokus schon recht deutlich.

Einerseits auf das Thema Spryker, was durch den VC „Project A“ der zur OTTO Gruppe gehört involviert ist. Als auch durch die Talks über About You selbst, oder durch Vorträge vom Operational VC Project A.

Schadet das der Veranstaltung?

Ich würde momentan sagen nein, losgelöst von der Motivation sich auf der Konferenz zu präsentieren, haben auch nicht OTTO Unternehmen durchaus eine Chance dort mit interessanten Themen Vorträge zu halten. Darüber hinaus ist weder Spryker noch About You unspannend mit ihren Themen gewesen und können durchaus als Vorbilder in ihren Bereichen genannt werden.

Trotzdem wollte ich dieses Thema eingangs zumindest erwähnen, nicht so sehr um moralische Bedenken zu äußern, sondern um ein wenig zu zeigen, dass selbst solche Veranstaltungen gern dafür genutzt werden um potenziellen neuen Mitarbeitern einen entsprechenden Einblick ins Unternehmen zu geben.

Die Eröffnung

Gestartet ist die Veranstaltung mit der Keynote von Alexander Graf der noch mal dem technischen Publikum näher gebracht hat, wie es auf der Business Seite aussieht. Nicht viel neues für die Leute die sich mit dem Thema beschäftigen und insbesondere seinen Blog Kassenzone.de folgen.

Trotzdem fand ich es gut die Chance noch mal zu nutzen dem vorwiegend von Entwicklern besetzten Publikum etwas mehr Scope zu geben und so für die Themen und Gründe zu sensibilisieren. Nicht selten hat man in den Firmen einen Graben zwischen Entwicklung und Business. So das nicht immer allen beteiligten klar ist warum gewisse Entscheidungen getroffen werden und vor welchen Problemen die Firmen heute stehen.

Einer der wichtigsten Folien für mich war sicherlich noch mal die Digital vs Analog Grafik. Bei der, der Wandel aufgezeigt werden soll in dem wir uns gerade befinden. Von einer Produkt zentrierten Welt hin zu einer Code & Data zentrierten Welt. Abhängig von der Terminologie und dem Umfeld ist für das Modell auch Product vs Customer Centric als Name gebräuchlich.

Am Ende sind aber auch Code & Daten die Treiber für Customer Centric daher bedingt es sich da sowieso. In der Praxis sieht man solche Modelle dann entweder in der Form, dass die IT als Kostenstelle und notwendiges Übel gesehen wird (Product Centric) oder eben als Treiber für Innovation und das Geschäftsmodell (Customer Centric).

Ein weitere Punkt von Alexander war noch mal darauf hinzuweisen wem wir diesen Wandel und damit auch den nächsten Hype in der IT zu verdanken haben: Amazon – „The most customer centric company in the world“. Ohne Amazon würden vielleicht auch heute noch viele mit einem einfachen Shop weit kommen und müssten sich nicht so viele Gedanken über neue Geschäftsmodelle und alternativen machen.

Ein weitere Punkt der natürlich nie fehlen darf ist der Ausblick und was die Zukunft bringt. Oftmals vergessen wir in der IT wie schnell doch alles ging. In den Jahren 1995 – 2009 waren wir froh einen Online Shop zu haben. Dort waren Punkte relevant wie Uptime und Warenkorbfunktionalität. Weder mobile noch Usability noch sonstiges war zu dem Zeitpunkt von großer Relevanz. Existent zu sein auf der Plattform Internet / WWW war schon der große Wurf.

Mit der Einführung von Smartphones und Tablets gab es dann auf einmal neue Screens. Full HD Optimierung war plötzlich nicht mehr das einzige was benötigt wurde. Das Benutzerverhalten ändert sich zunehmend. Komplexität für die Marktteilnehmer steigt!

Smartwatch und ähnliche Wearables starteten seit 2014 und führen zu einer neuen Geräteklasse wo noch mal der Screen ein ganz anderer ist. Kauft man mit der Uhr nun PC Systeme oder Autos? Vermutlich nicht, doch Zusatzdienste, kleinere Produkte und Unterstützungen bei transaktionellen Modellen spielen eine Rolle. Komplexität steigt, Geräteklassen werden größer und vielfältiger, Kunden erwarten für alle Touchpoints adäquate Lösungen. Wenn wir sie nicht selber schaffen, werden es andere tun und damit die Kontrolle über den Kunden bekommen die wir dann entweder teuer einkaufen müssen als Händler oder die uns einfach ausschließen.

Die Zukunft ist insbesondere Voice basierend, aber auch Alternativen zum Amazon Dashbutton werden kommen und das Ende ist damit ja noch nicht erreicht. Die Anzahl der Geräteklassen wird steigen, Kunden werden die Geräte nutzen mit denen sie am besten zurecht kommen. Vielleicht aber auch alle, fehlt man dann in der Kette führt das zum Bruch mit den Kunden. Bestellen vom PC System am Laptop / PC, Recherche am Tablet / Handy, aber den Lieferstatus einfach mal Abends bei Alexa anfragen.

Nicht alle Device Klassen werden für das gleiche verwendet, es ist auch keine Entwicklung von alten Technologien zu neuen. Wir werden einfach durch die Möglichkeiten vor andere Aufgaben gestellt. Das sollte einfach jedem bewusst sein der im Online Handel teil nimmt.

Fazit

Mein erster Eindruck der Konferenz war gut, die Mischung zwischen Entwicklern und Business Leuten war auch vertretbar. So entstanden Talks die eher auf die Strategie abzielen, aber auch sehr technische Vorträge. Ich denke das dort sicherlich jeder was finden konnte.

Dazu kommt die Location die dafür wirklich gut geeignet war, die Sitze waren bequem, für Essen und Getränke wurde unkompliziert gesorgt und trotz der 600+ Leute war wegen der Aufteilung auf die vielen Räume keine Überfüllung vorhanden.

Ich kann daher wegen der Aufmachung, der Anzahl an Vorträgen und gemessen an der größtenteils guten Qualität fast nur positives berichten und kann es jedem nur empfehlen.

Für all die, die es verpasst haben sollten, werde ich versuchen meine Notizen und Ideen zu den Vorträgen die ich besucht habe noch online zu bringen. Außerdem sind zumindest die Vorträge aus dem Saal 1 aufgezeichnet worden. Wann die Vorträge dann online gestellt kann ich leider nicht sagen. Werde aber informieren soweit es online ist!

Kleiner Ausblick auf die Vorträge die ich mir angesehen habe und zu denen es noch was an Informationen geben wird:

  • Philipp Erler (Zalando) – How to successfully build a sustainable platform business
  • Stefan Tobel, Robert Kilian (About You) – Rethinking Fashion E-Commerce – Gaining a competitive advantage through advanced personalization and discovery shopping
  • Tim Niemeier (Interims CTO) – Certeo Greenfield: Replatforming an enterprise ecommerce infrastructure onto Spryker. How-tos & lessons learned so far.
  • Dr. Martin Loetzsch (Project A) – KPIs for e-commerce startups
  • Sebastian Betz (About You) – ABOUT TECH presents MOVE: How we keep our organizational structure fast and scalable while growing big
  • Panel Discussion: What’s beyond traditional e-commerce plattforms
  • Christoph Sachsenhausen (About You) – Retention Strategien im Mobile E-Commerce
  • Florian Heinemann (Project A) – Technology As The Basis of Successful (e-)Commerce Models
  • Jesper Richter-Reichhelm (Outfittery) – How we integrate Machine Learning Algorithms into our IT Platform at Outfittery
  • Ben Longden (Inviqa) – Spryker, an architecture for the web
  • Lars Rieche (KW-Commerce) – Vom Startup in den Mittelstand. Unser Wachstum aus IT-Sicht.
  • Robert Müller (MyMuesli) – 10 Jahre mymuesli – Geschichten aus 10 Jahren Eigenentwicklung
  • Stephan Schulze (Project A) – Lessons learned when building a microservice architecture for 100mio+ revenue company
  • Tamara Mendt (HelloFresh) – Learnings from building a marketing data pipeline using Hadoop, Spark, and Airflow

Mein beruflicher 5 Jahresplan

Runde Geburtstage ab einem gewissen Alter, laden förmlich dazu ein sich darüber Gedanken zu machen wo man heute steht und wo man in den nächsten 5 Jahren stehen möchte. Trotz meines doch sehr kurzen beruflichen Lebens, finde ich es gut und richtig sich darüber im Klaren zu sein wie die Reise weiter geht.

Um die Spannung für den ein oder anderen raus zu nehmen: Ich habe keine Ambitionen bezüglich spezieller Firmen oder einer besonderen Stellung. Meine Definition von Zielen ist eher so zu betrachten, dass ich gewisse Punkte außerhalb des Firmen Umfeldes erreichen möchte.

Meine Wunschliste

Ein Buch

Nicht besonders kreativ, aber trotzdem irgendwie in letzter Zeit immer mehr als ein Wunsch gereift. Ein Buch zu schreiben haben sicherlich viele Leute auf dem Schirm. Für mich gibt es einfach noch so viele Geschichten zu erzählen im E-Commerce und Marketing Umfeld das ich meinen Teil dazu beitragen will. Bei der Menge an Büchern die ich lese stelle ich auch immer wieder fest wie viel man von neuen Perspektiven lernen kann und wie die Historie der Autoren dabei hilft neue Wege zu finden.

Konferenz Speaker

Ein weiterer Wunsch von mir wäre es bei einer für mich relevanten Konferenz als Speaker aufzutreten. Daraus würde ich ableiten wollen das ich für einen Bereich ein Wissen erreicht habe das spannend genug ist, es einer breiteren Masse zugänglich zu machen. Dabei habe ich allerdings schon jetzt gewisse Ansprüche, mir würde es tatsächlich nicht reichen bei einem 50 Leute Publikum zu sprechen. Das Ziel sollte schon eine der Top Konferenzen sein, sei es die K5 oder die Online Marketing Rockstars oder was auch immer bis dahin noch kommt und einen ähnlichen Stand hat.

Podcast

Podcasts feiern momentan ein kleines Revival, waren sie zwar nie wirklich weg, scheint es aber nun ein gesteigertes Interesse an dieser Art der Unterhaltung zu geben. Für mich sehe ich darin die Chance vielleicht in Zukunft Diskussionen über interessante Themen einem breiterem Publikum zugänglich zu machen. Aber auch den Erfolg, endlich den Schritt gemacht zu haben, mehr sozialen Kontakte und Nähe zu den Größen der Branche zu haben.

E-Commerce Beratung

Wenn auch nicht als Vollzeitjob, fände ich es extrem spannend mich in einem Beratungsumfeld einbringen zu können. Die Digitalisierung und der Online Handel mit all seinen Facetten bringt gerade für etablierte Player immer wieder neue Fragen auf. Dessen Antworten aber auch häufig nicht selbst geliefert werden können und der Input von außen enorm hilfreich ist. Teil eines solchen Prozesses zu werden und so in Kontakt mit den Problemen und Geschäftsideen zu kommen würde mir sehr gefallen. Es muss ja nicht gleich eTribes sein, vielleicht findet sich da ja auch etwas kleineres.

Blog Entwicklung

Stellvertretend für alles was mit dieser Präsenz zu tun hat hier der Punkt das ich natürlich auch anstrebe in diesem Umfeld eine Entwicklung hin zu bekommen. Gemessen an den großen Playern in meinem Bereich und den potenziellen interessierten hoffe ich so in den nächsten Jahren auf einen hohen 4 stelligen Besucherwert zu kommen im Monat. Ich denke als Einzelperson in so einem Umfeld wäre das schon durchaus beachtlich.

Besuch von Konferenzen

Viel zu selten habe ich in der Vergangenheit Konferenzen besucht, zwar werden nach und nach auch Aufzeichnungen nach dem Event online gestellt. Doch die Möglichkeit die Leute dort direkt zu treffen und sich über Probleme und Strategien auszutauschen ist oftmals von unschätzbarem Wert. Daher ist es definitiv mein Ziel in den nächsten Jahren meine Frequenz deutlich zu steigern, aber auch die Effektivität davon. Also mit mehr Visitenkarten von spannenden Leuten wieder zu kommen. Ich finde nur so hat man die Möglichkeit sich auch selber entsprechend zu entwickeln, indem man sich auch regelmäßig mit den Besten der Branche auseinandersetzt um von diesen zu lernen. Darüber hinaus wäre das auch eine super Chance für potenzielle Kandidaten vom Podcast. Leider sind die meisten Events in meinem Umfeld aber auch für Firmen ausgelegt, dass dazu führt das die Preise recht hoch sind für Privatleute. Das wird sich sicherlich negativ auf die Frequenz auswirken.

 

Fazit

Eigentlich bin ich insgesamt ganz zufrieden mit meiner Entwicklung und der Positionierung, sehe aber glücklicherweise noch viel potenzial für Wachstum und Verbesserung ohne mich vor den neuen Herausforderungen und Zielen zu fürchten. Noch gucke ich gerne nach „oben“ und freue mich auf die Möglichkeiten und hoffe das ich weiter die Chance bekomme mir diese Ziele zu erfüllen.

Ich freu mich ziemlich diese Ziele zu erreichen und hoffe das daraus wirklich wie gehofft viel positives entstehen wird.