Black Friday Wortmarke als Chance

Ich glaube es ist nicht notwendig hier noch mal die Geschichte hier in voller Länger zu liefern. Die Kurzform: Der Name „Black Friday“ wurde als Wortmarke in Deutschland eingetragen, was momentan dafür sorgt das der Name für das Bewerben des aus Amerika bekannten Sales nicht genutzt werden sollte.

Das Thema scheint sich im nächsten Jahr erledigt zu haben dank momentan laufender Verfahren, da es ja auch einigermaßen lächerlich ist was hier passiert ist und wie unser Rechtssystem ausgenutzt worden ist um ein Paar Euro zu verdienen.

Die Konsequenz

Was uns diese Situation aber beschert hat ist eine Situation in der die deutsche eCommerce Welt darauf reagieren musste und sich neue Namen für ihre Sales Aktion zu überlegen. Dabei entstand automatisch die interne Diskussion wie man sich nun positionieren soll. Wie der Name ein Teil der eigenen Identität werden kann und was zu einem passen würde. All dies hätte man auch in den letzten Jahren machen können, doch erst dieser Umstand hat dazu geführt sich mehr Gedanken zu machen.

Ich würde sogar noch einen Schritt weiter gehen und hinterfragen ob es wirklich notwendig ist sich diesen Verkaufsaktionen anzuschließen. Offensichtlich besteht die Wahrnehmung das es keine Alternative gibt und man ein Teil davon sein muss. Wobei die Wahrheit ist, dass mehr als jemals zuvor es abhängig von der Organisation und der Kundenansprache ist ob eine solche Aktion grundsätzlich positiv oder negativ ist.

Als Hersteller zu Black Friday seine eigenen Produkte zu reduzieren kann durchaus positiv sein. Aber es gibt auch kritische Stimmen, dabei geht es um die „Amerikanisierung“ die vermeintlich das eigene Land übernimmt. Die Vorstellung man muss solchen Events insbesondere wenn sie aus den USA kommt nicht folgen.  Aber auch ist es nicht stimmig für jede Art von Anbieter, abhängig von der eigenen Positionierung erweckt das Teilnehmen an einer Sales Aktion auch den Eindruck das die Produkte minderwertig sind. Oder das man selber nur ein Kistenschieber ist und kein Experte in seinem Bereich.

Kunden entscheiden sich bewusst für einen Online Shop, wenn sie den günstigsten Anbieter haben wollen dann werden sie zu diesem gehen. Wenn aber der Anbieter der eher für seine Expertise steht auf einmal versucht der Günstigste zu sein kann dies auch schnell das eigentliche Image schädigen. Dazu natürlich die offensichtlichen Probleme, das beispielsweise durch einfache Preisanpassungen der Konkurrenz der eigene Sale nicht mehr als solcher wahrgenommen wird sondern eher als Witz endet.

Alternativen

Ich bin ein großer Freund davon bewusste Entscheidungen zu treffen und sich nicht durch das Dorf treiben zu lassen. Nein ihr müsst nicht Cyber Monday machen, ihr müsst nicht Black Friday bedienen etc etc. Abhängig von eurer Positionierung im Markt ist die bewusste Entscheidung zu sagen NEIN wir beteiligen uns nicht an so einem Event, um die eigene Positionierung schärfen.

In einer Welt die gerade auch online voll ist von Alternativen und einer nie enden wollenden Flut an Informationen macht es einfach auch sinn sich zu positionieren und damit auch eine globale Sales Aktion zu nutzen um für die eigenen USPs und die eigene Brand Message zu werben.

Und nächstes Jahr?

Wie einleitend gesagt hat sich das „Problem“ wohl im nächsten Jahr eh erledigt. Doch vielleicht verschwindet die Herangehensweise nicht, warum sollte sie auch? Die zunehmende Personalisierung im eCommerce und das bestimmt nicht geringere. Dadurch kann ich mir durchaus vorstellen das die Ideen von diesem Jahr auch nächstes Jahr genutzt werden.

Das größere Konstrukt das um diesen Tag herum günstige Angebote verteilt werden bleibt dabei so oder so erhalten. Interessanter weise ist gerade der Online Händler der letzten Jahre (Amazon) mit seinem Cyber Monday und schon jetzt durch die Ausdehnung vom Sale über Wochen in einer Situation das er eine für ihn passendere Aktion gefunden hat.

Genau diesen Weg sollten andere Online Shops auch folgen, es sollte einfach etwas gefunden werden was zu einem selber passt anstatt einem vermeintlichen must have Trend zu folgen ohne selber zu reflektieren.

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