Wochenrückblick

Videos

Scott Galloway über Winners & Losers 2017

Videos der code.talks Keynote Sessions

Präsentationen

Riexinger_Managing_ecommerce_application

 

Links

https://www.technologyreview.com/s/604087/the-dark-secret-at-the-heart-of-ai/

 

http://www.blastam.com/blog/best-revenue-significance-calculator-ab-testing#469424

https://tech.zalando.com/blog/personalization-for-the-good-of-all

Podcasts

Business Building #9: Was Signalling für Unternehmer und Investoren bedeutet

code.talks commerce special Recap

Am 27. und 28. April war es so weit, das code.talks commerce Special in Berlin stand vor der Tür und glücklicher weise für mich konnte ich daran teilnehmen.

Gestartet 2010, da noch unter dem Namen Developer Conference bzw. „Devcon Hamburg“ ist die heutige code.talks eine Werbeveranstaltung für Unternehmen aus der OTTO Gruppe. Damals noch geführt von der NetImpacts GmbH mit Tarek Müller, der dann nach dem Verkauf an OTTO dort für Project Collins und dem heutigen About You zuständig war.

Werbeveranstaltung?

Die nähe zu Unternehmen aus der OTTO Gruppe ist durch einen einfachen Blick auf die Speaker und die Tracks schnell erklärt. Ich habe nun nicht noch mal die alten Veranstaltungen der letzten Jahre durchforstet doch beim diesjährigen commerce special war der Fokus schon recht deutlich.

Einerseits auf das Thema Spryker, was durch den VC „Project A“ der zur OTTO Gruppe gehört involviert ist. Als auch durch die Talks über About You selbst, oder durch Vorträge vom Operational VC Project A.

Schadet das der Veranstaltung?

Ich würde momentan sagen nein, losgelöst von der Motivation sich auf der Konferenz zu präsentieren, haben auch nicht OTTO Unternehmen durchaus eine Chance dort mit interessanten Themen Vorträge zu halten. Darüber hinaus ist weder Spryker noch About You unspannend mit ihren Themen gewesen und können durchaus als Vorbilder in ihren Bereichen genannt werden.

Trotzdem wollte ich dieses Thema eingangs zumindest erwähnen, nicht so sehr um moralische Bedenken zu äußern, sondern um ein wenig zu zeigen, dass selbst solche Veranstaltungen gern dafür genutzt werden um potenziellen neuen Mitarbeitern einen entsprechenden Einblick ins Unternehmen zu geben.

Die Eröffnung

Gestartet ist die Veranstaltung mit der Keynote von Alexander Graf der noch mal dem technischen Publikum näher gebracht hat, wie es auf der Business Seite aussieht. Nicht viel neues für die Leute die sich mit dem Thema beschäftigen und insbesondere seinen Blog Kassenzone.de folgen.

Trotzdem fand ich es gut die Chance noch mal zu nutzen dem vorwiegend von Entwicklern besetzten Publikum etwas mehr Scope zu geben und so für die Themen und Gründe zu sensibilisieren. Nicht selten hat man in den Firmen einen Graben zwischen Entwicklung und Business. So das nicht immer allen beteiligten klar ist warum gewisse Entscheidungen getroffen werden und vor welchen Problemen die Firmen heute stehen.

Einer der wichtigsten Folien für mich war sicherlich noch mal die Digital vs Analog Grafik. Bei der, der Wandel aufgezeigt werden soll in dem wir uns gerade befinden. Von einer Produkt zentrierten Welt hin zu einer Code & Data zentrierten Welt. Abhängig von der Terminologie und dem Umfeld ist für das Modell auch Product vs Customer Centric als Name gebräuchlich.

Am Ende sind aber auch Code & Daten die Treiber für Customer Centric daher bedingt es sich da sowieso. In der Praxis sieht man solche Modelle dann entweder in der Form, dass die IT als Kostenstelle und notwendiges Übel gesehen wird (Product Centric) oder eben als Treiber für Innovation und das Geschäftsmodell (Customer Centric).

Ein weitere Punkt von Alexander war noch mal darauf hinzuweisen wem wir diesen Wandel und damit auch den nächsten Hype in der IT zu verdanken haben: Amazon – „The most customer centric company in the world“. Ohne Amazon würden vielleicht auch heute noch viele mit einem einfachen Shop weit kommen und müssten sich nicht so viele Gedanken über neue Geschäftsmodelle und alternativen machen.

Ein weitere Punkt der natürlich nie fehlen darf ist der Ausblick und was die Zukunft bringt. Oftmals vergessen wir in der IT wie schnell doch alles ging. In den Jahren 1995 – 2009 waren wir froh einen Online Shop zu haben. Dort waren Punkte relevant wie Uptime und Warenkorbfunktionalität. Weder mobile noch Usability noch sonstiges war zu dem Zeitpunkt von großer Relevanz. Existent zu sein auf der Plattform Internet / WWW war schon der große Wurf.

Mit der Einführung von Smartphones und Tablets gab es dann auf einmal neue Screens. Full HD Optimierung war plötzlich nicht mehr das einzige was benötigt wurde. Das Benutzerverhalten ändert sich zunehmend. Komplexität für die Marktteilnehmer steigt!

Smartwatch und ähnliche Wearables starteten seit 2014 und führen zu einer neuen Geräteklasse wo noch mal der Screen ein ganz anderer ist. Kauft man mit der Uhr nun PC Systeme oder Autos? Vermutlich nicht, doch Zusatzdienste, kleinere Produkte und Unterstützungen bei transaktionellen Modellen spielen eine Rolle. Komplexität steigt, Geräteklassen werden größer und vielfältiger, Kunden erwarten für alle Touchpoints adäquate Lösungen. Wenn wir sie nicht selber schaffen, werden es andere tun und damit die Kontrolle über den Kunden bekommen die wir dann entweder teuer einkaufen müssen als Händler oder die uns einfach ausschließen.

Die Zukunft ist insbesondere Voice basierend, aber auch Alternativen zum Amazon Dashbutton werden kommen und das Ende ist damit ja noch nicht erreicht. Die Anzahl der Geräteklassen wird steigen, Kunden werden die Geräte nutzen mit denen sie am besten zurecht kommen. Vielleicht aber auch alle, fehlt man dann in der Kette führt das zum Bruch mit den Kunden. Bestellen vom PC System am Laptop / PC, Recherche am Tablet / Handy, aber den Lieferstatus einfach mal Abends bei Alexa anfragen.

Nicht alle Device Klassen werden für das gleiche verwendet, es ist auch keine Entwicklung von alten Technologien zu neuen. Wir werden einfach durch die Möglichkeiten vor andere Aufgaben gestellt. Das sollte einfach jedem bewusst sein der im Online Handel teil nimmt.

Fazit

Mein erster Eindruck der Konferenz war gut, die Mischung zwischen Entwicklern und Business Leuten war auch vertretbar. So entstanden Talks die eher auf die Strategie abzielen, aber auch sehr technische Vorträge. Ich denke das dort sicherlich jeder was finden konnte.

Dazu kommt die Location die dafür wirklich gut geeignet war, die Sitze waren bequem, für Essen und Getränke wurde unkompliziert gesorgt und trotz der 600+ Leute war wegen der Aufteilung auf die vielen Räume keine Überfüllung vorhanden.

Ich kann daher wegen der Aufmachung, der Anzahl an Vorträgen und gemessen an der größtenteils guten Qualität fast nur positives berichten und kann es jedem nur empfehlen.

Für all die, die es verpasst haben sollten, werde ich versuchen meine Notizen und Ideen zu den Vorträgen die ich besucht habe noch online zu bringen. Außerdem sind zumindest die Vorträge aus dem Saal 1 aufgezeichnet worden. Wann die Vorträge dann online gestellt kann ich leider nicht sagen. Werde aber informieren soweit es online ist!

Kleiner Ausblick auf die Vorträge die ich mir angesehen habe und zu denen es noch was an Informationen geben wird:

  • Philipp Erler (Zalando) – How to successfully build a sustainable platform business
  • Stefan Tobel, Robert Kilian (About You) – Rethinking Fashion E-Commerce – Gaining a competitive advantage through advanced personalization and discovery shopping
  • Tim Niemeier (Interims CTO) – Certeo Greenfield: Replatforming an enterprise ecommerce infrastructure onto Spryker. How-tos & lessons learned so far.
  • Dr. Martin Loetzsch (Project A) – KPIs for e-commerce startups
  • Sebastian Betz (About You) – ABOUT TECH presents MOVE: How we keep our organizational structure fast and scalable while growing big
  • Panel Discussion: What’s beyond traditional e-commerce plattforms
  • Christoph Sachsenhausen (About You) – Retention Strategien im Mobile E-Commerce
  • Florian Heinemann (Project A) – Technology As The Basis of Successful (e-)Commerce Models
  • Jesper Richter-Reichhelm (Outfittery) – How we integrate Machine Learning Algorithms into our IT Platform at Outfittery
  • Ben Longden (Inviqa) – Spryker, an architecture for the web
  • Lars Rieche (KW-Commerce) – Vom Startup in den Mittelstand. Unser Wachstum aus IT-Sicht.
  • Robert Müller (MyMuesli) – 10 Jahre mymuesli – Geschichten aus 10 Jahren Eigenentwicklung
  • Stephan Schulze (Project A) – Lessons learned when building a microservice architecture for 100mio+ revenue company
  • Tamara Mendt (HelloFresh) – Learnings from building a marketing data pipeline using Hadoop, Spark, and Airflow

Wochenrückblick

Mein Rückblick auf die letzte Woche und welche Inhalte ich spannend fand.

Videos

Amazon Echo Look

Amazon zeigt eine Weiterentwickelte Version vom echo und macht sich damit wohl neue Hoffnungen in dem ansonsten an Amazon vorbei gelaufenen Geschäft mit Fashion. Neben dem offiziellen Video zum echo look verdichten sich auch gerade die Hinweise auf eine Version mit Bildschirm. Was noch mal ganz andere Möglichkeiten aufzeigt.

Wir hatten schon früher die Diskussionen bezüglich dem Kundenzugang und den Geräten. Vor nicht all zu langer Zeit war da allerdings der Fokus auf den Fernseher gelegt. Man dachte wer es schafft die Box an den Fernseher zu bekommen und das primäre Gerät dort wird, der hat dann auch alle Möglichkeiten für weitere Plattformen.

Egal ob Bestellübersichten, Streaming Dienste, Informationsbeschaffung und Übersichten. Dank dem Fernseher und der zentralen Stelle an der er steht, hatte man sich sehr viel davon versprochen hier als Innovator dabei zu sein.

Alle großen Player hatten ja diesbezüglich Produkte auf den Weg gebracht. Egal ob Apple TV, Smart TV der TV-Hersteller, Chrome Cast oder Amazon Fire TV. Nun kommt aber mit der Sprachsteuerung und der Weiterentwicklung eine etwas andere Geräteklasse.

Getreu dem Motto von Gary V. „Some dude bought 8,000 horses before the car was invented…he lost!“.

K#138 Was macht eigentlich Spryker Systems?

Einführung in SPRYKER durch Alexander und Boris. Kann man sich sicherlich auch angucken, wenn man nicht an der Technologie interessiert ist weil dann doch das ein oder andere Thema angesprochen wird was eher was mit der Strategie zu tun hat.

Grundsätzlich muss man sagen das auf Grund der Komplexität im E-Commerce sich die Systemlandschaft und die Möglichkeiten ziemlich rasant geändert haben. Meine ersten Shop Entscheidungsprozesse sind nun auch schon einige Jahre her und da war es wirklich nur die Fragestellung Magento, Oxid, Shopware, XT:Commerce oder Demandware (mal die Enterprise Lösungen außen vor).

Heute hat man nicht nur eine Vielzahl an Shop Systemen, wobei sich da dank der schlechten Entwicklung bei Magento für den Deutschen Markt Shopware heraus hebt, auch mehr oder weniger neue Ansätze. Den Ansatz der vollkommenen Eigenentwicklung gab es schon früher. Doch nun gibt es auch für diesen Bereich Frameworks und Unterstützungen um nicht von null anzufangen.

Dazu kommen aber natürlich auch ganz andere Modelle wie Shopify oder die Anbindungen an Marktplätze wie Amazon und co. Wo die Frage nach dem eigenen Shop System nicht mal mehr beantwortet werden muss.

Kleiner Florian Heinemann Roundup

Als einer der Experten für Online Marketing und eCommerce gehört Florian Heinemann seit Jahren zum absoluten Top Team der Branche. Um so schöner finde ich es das man regelmäßig seine Vorträge und Beiträge im Internet wieder findet und er einfach präsent ist.

Alle Interviews und Vorträge sind immer auf einem sehr guten Level und daher auch einfach ein Muss diese regelmäßig zu verfolgen. Die oben genannten Videos sind nun auch schon wieder ein wenig älter. Da ich die ursprünglichen Inhalte aber als Podcast verfolgt habe, wurde die Woche dann noch mal für eine Auffrischung genutzt und gleichzeitig das Video konsomiert.

Über die Inhalte will ich gar nicht so viel sagen, dafür ist da einfach zu viel drin als das man das hier noch mal gut zusammenfassen könnte!

About You Infrastruktur Podcast von kassenzone.de

Nach der code.talks hatte ich dann auch noch Zeit meinen Backlog zu reduzieren an interessanten Videos. Dazu gehörte dieser Zweiteiler bei dem Boris noch mal etwas über die Prozesse in der IT bei About You erzählt.

Wirklich sehr unterhaltsam auch wenn mich die Kamera zwischenzeitlich verrückt gemacht hat :). Zur Not dann als Podcast oder im Hintergrund zuhören! Das was dort gesagt wurde tröstet über die technischen Probleme mehr als weg.

Zalando Vizions Konferenz

Die ersten Videos sind nach und nach online gegangen von der Zalando Vizions Konferenz:

https://livestream.com/accounts/23776270/events/7229506

Einige sehr spannende Vorträge dabei, bin natürlich noch nicht durch aber ein Blick lohnt hier sicherlich. Das Format der Veranstaltung und die Umgebung gefällt mir auch sehr gut. Vielleicht auch was für mich im nächsten Jahr!

Slides

Die ersten Slides vom commerce special der code.talks sind auch da. Insbesondere interessant für die Vorträge wo es keine Aufzeichnung gab.

 

 

Die Wichtigkeit von Mitarbeitern

In der Software Entwicklung gibt es schon seit einiger Zeit die Diskussion über die 100x / 1000x Superstar Entwickler. Die verglichen mit anderen eben um jene 100 oder 1000 mal besser sind in dem was sie tun.

In der Software Entwicklung ist vielleicht der Unterschied zwischen guten und sehr guten am größten. Aber auch in anderen Bereichen gibt es Unterschiede die sehr extrem sind. Daher sollte trotz der IT lastigen Sicht momentan nicht vergessen werden das es auch in anderen Bereichen starke Unterschiede gibt.

Durch diese gravierenden Unterschiede hat sich in den letzten Jahren, nicht nur durch Google/Amazon/Facebook, der Begriff von Aquihire gebildet. Bei der man qualifiziertes Personal durch die Übernahme von Firmen in das Unternehmen holt. So werden enorme Summe für Mitarbeiter gezahlt um so das Know How einzukaufen.

Aber natürlich sind gerade die oben genannten auch Vorreiter im Bereich der Perks für Mitarbeiter. Sei es um durch super ausgestattete Arbeitsplätze, ein überdurchschnittliches Gehalt oder aber auch kleinere Sachen wie eine Wäscherei in der Firma. Entsprechende Transportmittel, Events und selbstverständlich auch entsprechende Innovationen.

Die neue Sicht auf Mitarbeiter

In der Vergangenheit waren viele der Jobs die es zu besetzen galt eher low level. Dementsprechend war der Kampf um gutes Personal zwar auch früher schon vorhanden, spielte aber im großen und Ganzen nicht so die Rolle wie heute.

Das ist natürlich auch durch den Trend begünstigt, dass heute Jobs eine andere Anforderung haben und es so nicht mehr durch einfache Anleitung möglich ist einen großteil der Jobs zu machen.

Nun sind wir also an einem Punkt bei dem alle Firmen um das hoch qualifizierte Personal kämpfen. In einer Situation wo sich Mitarbeiter mit entsprechenden Qualifikationen den Arbeitsplatz frei aussuchen können und von dem Arbeitgeber mehr verlangen als nur ein gutes Gehalt und ein entsprechendes Arbeitsumfeld.

Gerade Entwickler haben sicherlich in den letzten Jahren gelebt wie Könige. Was gerade in dem Bereich geschaffen wurde ist schon ziemlich unglaublich. Ich denke dazu muss man sich nur angucken wie die Tech Companys von heute um die Entwickler werben. Nicht nur Google / Amazon / Facebook und Co sondern auch Firmen in Deutschland wie Zalando, About You und andere.

Aber nicht nur bei den Entwicklern ist dieser Trend zu erkennen, auch praktisch alle anderen Bereiche wurden entsprechend anspruchsvoller und gefragter. Es spielt heute einfach eine ganz andere Rolle wie sich Unternehmen präsentieren als früher. Sei es durch die Zunahme von Transparenz, also der Möglichkeit sich online über die Unternehmen zu informieren und zu sehen wie wohl sich Mitarbeiter dort fühlen. Als auch durch die Anzahl der Leute die gesucht werden was offensichtlich dazu führt das mehr Mitarbeiter gesucht werden als neue nach kommen.

Auch sind solche Gedankemuster weniger gefragt wie langfristige Job stabilität. Die guten Leute suchen spannende Aufgaben und Herrausforderungen und sind dafür auch bereit ein Risiko einzugehen. Insbesondere auch weil das Selbstverständlich so ist, dass man ja auch schnell wieder einen neuen finden kann.

Die Mehrwerte der guten Mitarbeiter

Neben der entsprechenden Qualifikation spielen noch einige andere Aspekte heute eine entscheidende Rolle im Bereich der Mitarbeiter. Beispielsweise werden diese auch zu Persönlichkeiten und Magnet für Außenstehende.

Egal ob durch Fachvorträge, regelmäßige Postings in Communities oder Follower auf Twitter. Die Anzahl an Persönlichkeiten steigt stetig und sorgt damit dafür, dass die Firma so einen zusätzlichen Aspekt liefert für andere qualifizierte Kandidaten.

In der Vergangenheit waren es vielleicht noch die Geschäftsführer die diese Anziehungskraft hatten, heute aber ist es auch die 2. und 3. Reihe die so dafür sorgt, dass das Image der Unternehmen steigt.

Diese Mitarbeiter sind es dann auch, die dann die Grundlage für die Unternehmen bilden. Denn neben der fachlichen Expertise ist es auch wichtig zu verstehen,  dass gute Mitarbeiter auch weitere gute Mitarbeiter anziehen.

Wer in einem Unternehmen ständig am oberen Ende der Performance sitzt und in seinem Umfeld fast schon verzweifelt nach entsprechenden Leuten für Diskussionen und Erfahrungsaustausch sucht. Der realisiert irgendwann auch das die Möglichkeiten der persönlichen Entwicklung ziemlich limitiert sind.

So ensteht dann auf lange Sicht der Brain Drain der dafür sorgt das die guten Leute das Unternehmen verlassen während die Leute die „zurück“ bleiben meist auch indirekt dafür sorgen das dann auch die nächste Generation und die Nachfolger nach einer gewissen Zeit erkennen das die Entwicklung eher schwierig ist.

Es verlassen halt auch die Leute das Unternehmen in der Regel, die eine Chance sehen in einer anderen Firma einen Job zu bekommen und die Wahrscheinlichkeit ist natürlich bei den besseren deutlich größer als bei dem Rest.

Die Konsequenz für die Arbeitgeber

Der Kampf um die besten Mitarbeiter ist in vollem Gange, nun müssen sich die Arbeitgeber überlegen wie sie diesen annehmen. Kann man es sich leisten nach und nach wichtige Leute zu verlieren und beim besetzen der Nachfolger auch ein Regal tiefer zu nutzen? Was bedeutet so ein Vorgehen dann für das Unternehmen, die vorhandenen Mitarbeiter und die Zukunft?

Es fühlt sich auch beim Personal ein Stück weit so an wie im Online Handel insgesamt. Wir haben eine Verschiebung zu den absoluten Top Playern, so werden diese immer besser und erarbeiten sich weitere Vorteile in ihrem Bereich.

Die Firmen die sich dagegen wehren können wurden entweder mit extremen finanziellen Mitteln ausgestattet, oder haben eine Aufgabe die es unglaublich spannend und attraktiv macht dort zu arbeiten. Häufig auch dadurch getrieben das neue Bereiche erarbeitet und aufgebaut werden können.

Ich glaube nicht daran, dass es eine aussichtslose Situation ist für den Arbeitgeber. Es muss nur die Realität verstanden werden, Mitarbeiter die das Unternehmen verlassen sollten genutzt werden um noch mal die letzten Informationen über den Zustand des Unternehmens zu sammeln. Nur so kann man verstehen was man verändern kann um den Brain Drain auf lange Sicht zu verhindern.

Es sollte der Wert der Mitarbeiter insgesamt erkannt werden, wer den Eindruck vermittelt, jeder ist zu ersetzen ist auch gleich in einem Mindset der es schwierig macht Leute zu halten. Einige scheinen direkt den Kurzschluss zu machen das wenn man sich um seine Mitarbeiter bemüht und zeigt wie wichtig diese einem sind, dass daraus die Situation entstehen würde, dass man sich erpressbar macht.

Neben der Ersetzbarkeit, gibt es noch schlimmere Stufen, beispielsweise wenn man denkt, dass Mitarbeiter froh sein können in der Firma angestellt zu sein. Das zeigt für mich eine Denkweise auf bei der man als Firma wohl der Meinung ist, dass ein Job keine beidseitige Zusammenarbeit ist. Was man potenziellen Bewerbern wohl eher nicht vermitteln möchte.

Was mich immer noch überrascht aus Firmen Sicht, ist die Herleitung warum gewisse Schritte nicht gegangen werden. Beispielsweise hat man ein Problem damit Mitarbeitern 20% mehr Gehalt zu zahlen. Ignoriert aber dann das bei einer Neueinstellung man nicht nur eine Zeit ohne Mitarbeiter weiter machen muss und dann auch noch eine Einarbeitungsphase hat ohne Garantie das der nächste Mitarbeiter nicht wieder den gleichen Weg einschlägt. Ähnliches gilt ja auch für andere Perks wie bessere Büro Räume, Mitgliedschaften, Team-Events und vieles andere.

Auch ist es oftmals noch so das nicht jeder versteht was ein guter Mitarbeiter im Vergleich zu einem normalen Mitarbeiter erledigt. Man stellt sich immer eine Aufgabe vor und denkt das durch Erfüllung dieser Aufgabe, egal wie, das Ziel erreicht wird. Dabei ignoriert man vollständig das es auch Einflüsse auf das Umfeld hat. Beispielsweise das der Vorgesetzte mit der Arbeit nicht zufrieden sein könnte und damit insgesamt die Motivation sinkt.

Insbesondere die Ansprüche an Mitarbeiter sollten innerhalb der Organisation deutlich sein. Es ist einigermaßen erstaunlich zu sehen wie durch einige wenige Personen im Unternehmen eine Situation entstehen kann, dass das ganze Gleichgewicht zerstört wird. Einerseits durch Unzufriedenheit über den Output von dem Mitarbeiter, andererseits aber auch die Motivation der Leute die auf den Input angewiesen sind.

Es ist einfach ein heikles Thema, doch die Firmen werden nicht darum herum kommen sich diesem auf eine neue weise zu nähern. Andernfalls kommt man auch bei diesem Bereich in das Hintertreffen und ist auf lange Sicht nicht mehr Wettbewerbsfähig. Denn machen wir uns nichts vor, in den meisten Firmen sind es die Mitarbeiter die am Ende über den Erfolg entscheiden. Daher sollte hier auch eine entsprechende Wertschätzung erfolgen.