Marketing muss sich komplett neu definieren

Der Wandel im Marketing in den letzten Jahren ist enorm, das hat unglaublichen Druck auf die Unternehmen ausgeübt um die versuchen dem schnellen Wandel gerecht zu werden. Doch wenn man sich den aktuellen Stand anguckt, haben die aller meisten diesen Schritt weder gut, noch vollständig abgeschlossen.

Es werden noch immer die alten gelernten Strukturen und Vorgänge weiter geführt und sich eingeredet das man so die Zukunft bestreiten kann. Doch wer mit offenen Augen durchs Leben läuft und sich nicht versucht nur mit den Unternehmen zu messen die es auch nicht gut machen, der erkennt die Schwächen, die Probleme und das verlorene Potenzial.

Wir glauben heute immer noch, dass persönliche Beziehungen der entscheidende Faktor für den Erfolg im Marketing ist. Wir haben immer noch das Gefühl das wir selber die besten sind bei der Gestaltung von Preisen. Den Newsletter befüllen wir natürlich selber, denn niemand kennt die Kunden so gut wie wir. Es herrscht einfach eine Naivität und eine Besinnung auf alte Werte. Vollkommen ausgeblendet wird oftmals die omnipräsente Veränderung.

Arbeiten für die es vor Jahren keine Alternative gegeben hätte, werden ohne einen Gedanken an den aktuellen Status und die Zukunft zu verschwinden, auch weiterhin von uns durchgeführt. Egal ob sich Bedingungen und Möglichkeiten teils dramatisch verändert haben.

Dabei ist natürlich der Anspruch an die Mitarbeiter ein anderer geworden, unwichtiger sind Personen geworden die wir noch vor Jahren eingestellt haben, um einen Task stumpf abzuarbeiten damit dieser erledigt wird. Die Zeit ist gekommen für die Denker, die Leute mit entsprechender Ausbildung und dem Wunsch sich dem neuen zu stellen. Veränderung und Lernbereitschaft sind die neuen Kernkompetenzen, nie war es so wichtig sich neuen Gegebenheiten anzupassen und so flexibel zu bleiben. Inhalte die in Hochschulen und Ausbildungen gelernt werden, sind häufig nach dem Abschluss wieder veraltet.

Ihr werdet verlieren

Wer sich auf den Wandel nicht einstimmt, wird verlieren. Vorbei sind die Zeiten wo Marketing durch die Menge getrieben wurde. Es wird immer leichter von Tag zu Tag die breite Masse und die eigene Zielgruppe im Internet zu erreichen. Doch diese Einfachheit hat auch seine Kehrseite, es gibt mehr Konkurrenz.

Konnte man sich früher, durch ein entsprechend großes Marketing Team, es sich leisten jeden Redakteur anzurufen, die Tageszeitungen zu informieren oder einfach durch die Menge an Ressourcen eine Präsenz im Markt zu erzeugen. Spielt das heute kaum noch eine Rolle. Traditionelle Print Medien sind seit Jahren rückläufig, was die Notwendigkeit der Präsenz in solchen Medien stark verringert.

Dazu kommt das die Wichtigkeit von Pressemitteilungen und anderen traditionellen Wegen immer weniger wurde. Heute können einfach einige wenige die Arbeit von vielen übernehmen UND der Unterschied zwischen jemandem der etwas gut macht und jemandem der etwas „macht“ ist gewaltig geworden.

Es sind die Ideen und die Umsetzungen die heute stärker als früher gelten, eine Influencer Kampagne kann 10 000 oder 1 000 000 Leute erreichen mit dem exakt gleichen Budget. Durch das Zusammenspiel von Medien und Kanälen können Reichweiten klug kombiniert und verstärkt werden, oder es verpufft einfach. Natürlich entscheiden hier auch die Inhalte und das Verständnis für die Zielgruppe die der Partner hat und die man erreichen will.

Qualität zählt heute um so mehr, in einer Welt in der Transparenz deutlich höher geworden ist, ist es auch leichter die Kanäle zu identifizieren. Doch trotz dieser Transparenz ist die Art der Umsetzung entscheidender geworden. Dabei zählen weniger die historischen Informationen, als aus den aktuellen Daten die notwendigen Schlüsse zu ziehen. Die Geschwindigkeit und die Veränderungen machen es einfach notwendig sich zügig ein Bild der Möglichkeiten zu machen und dann eine Entscheidung zu treffen für eine gute Kampagne.

Verlieren werden die, die immer noch nicht verstehen um was es geht. Solche die nicht aus den Kampagnen lernen. Es ist notwendig geworden einen anderen Typus von Marketing Mitarbeiter zu beschäftigen. Der Einfluss von Zahlen und die Auseinandersetzung mit neuen Themen ist ein absolutes Muss. Ohne dies kommt man in einer Welt mit unendlichen Möglichkeiten mit mehr oder weniger identischen Aufwänden nicht wirklich zurecht. Da für die meisten die Ressourcen endlich sind muss nämlich geklärt werden welche Kanäle und Möglichkeiten wie bespielt werden sollen.

Dazu kommt das der Unterschied zwischen guten Marketing Mitarbeitern sich den Verhältnissen bei der Softwareentwicklung annähert. Ein guter Mitarbeiter schafft durchaus heute 10x mehr trotz gleichem Zeitaufwand und Budget. Das ist einigermaßen erschreckend, wenn das eigene Team nicht aus solchen Leuten besteht. Plötzlich wird klar warum kleinere Unternehmen mit weniger Mitarbeitern, scheinbar unmögliches auf die Beine stellen,

Mit Daten lassen sich heute schon ein Großteil der Marketing Aufgaben besser lösen

Daten sind die neue Währung im digitalen Zeitalter, Informationen ermöglichen es uns Wege zu beschreiten die vorher unmöglich schienen. Selbst bei so Themen wie dem Influencer Marketing sind Daten von enormer Bedeutung, trotz der Tatsache das dies immer noch ein Bereich ist, der sich auf einer persönlichen Ebene abspielt.

Dabei geht es um die Wahl der Influencer, die Bewertung der Reichweite, die Effektivität und das direkte Umfeld. Wie kann man das Maximum aus einer Beziehung herausholen? Wie können wir Möglichkeiten nutzen um mit wenig Einsatz die Reichweite noch zu verstärken? Aber auch die Frage wie trägt man die Beziehung zu dem Partner Medial weiter …

All diese Fragen werden heute oftmals nur unzureichend beantwortet. Oftmals weil die Leute die direkt an solchen Projekten arbeiten von diesem Feld keine Ahnung haben. Der Preis dafür ist hoch, nicht nur durch verlorene Potenziale, sondern auch durch die Tatsache getrieben das es nicht unwahrscheinlich ist das durch ein schlechtes Verwalten der Erfolg nicht wirklich messbar oder reproduzierbar wird. Trotzdem können Kampagnen ein Erfolg werden, dadurch getrieben das man Glück hatte oder das Bauchgefühl nicht so weit weg ist von den Daten. Doch darf man sich dann nie die Frage stellen ob ein anderer Kanal oder eine andere Strategie nicht 2-3x so viel gebracht hätte.

Brauchen wir dann Marketing überhaupt noch?

Ja, wir brauchen Marketing noch. Doch wir müssen lernen mit den neuen Randbedingungen umzugehen. Dazu gehört das Akzeptieren von Daten als Mittel zur Verbesserung und die Erkenntnis das nicht gerade wenig Bereiche schon heute besser von AI gelöst werden können.

Es wird einfach eine Verschiebung und eine neue Definition von Marketing benötigt. Aufgaben die früher ganz klassisch durch Erfahrungen gelöst worden sind, können heute durch Daten erledigt werden. Dadurch spielen Bereiche wie Strategie und Einsatz von Tools eine viel größere Rolle.

Das bedingt einfach eine andere Arbeitsweise, der Trend zu immer mehr Softwareentwicklern in den Digitalen Firmen insbesondere im Handel ist ja kein kleiner. Durch den Einsatz von IT können einfach viele Dinge besser gelöst werden und das nicht nur beim optimieren von Workflows, sondern auch dieKunden orientierten Werbemaßnahmen.

Natürlich war die IT schon immer eine Möglichkeit Workflows zu verbessern, doch jetzt geht es nicht mehr nur um die Unterstützung sondern um die Ersetzung von Mitarbeitern. Was einfach noch mal ein Schritt mehr ist als vielen das vielleicht bewusst ist.

Besonders spannend wird es sein in den Unternehmen die Spannungsverhältnisse zu beobachten. Wann die Verschiebung weg aus dem klassischen Marketing, hin zu den Daten vollzogen wird. Wer diesen Punkt verpasst oder zu spät vollzieht. Am Ende wird dieser Schritt darüber entscheiden wie Konkurrenzfähig man bleibt.

Daten als Unterscheidungsmerkmal zur Konkurrenz

Noch immer wird der Einsatz von Daten nicht vollständig verstanden, doch es sollte den Leuten klar werden das die Kontrolle über die Daten der Kunden und der Interaktion eine einmalige Möglichkeit bietet.

Wer die Daten im Griff hat, erarbeitet sich die Möglichkeit für mehr Spielraum bei dem Einkauf von Traffic und kann so im Vergleich zur Konkurrenz mit anderen Geboten immer noch profitabel arbeiten. Aber natürlich auch seinen ganzen Kanal besser optimieren.

Daten und der Umgang damit sind bei praktisch allen Top Firmen ein absolut zentraler Punkt. Egal ob GAFA, Zalando, Trivago oder andere…

Ich kann nur hoffen das, dass Verständnis einfach schneller Einzug hält und es so nicht zu spät ist für eine Vielzahl von Unternehmen die immer noch denken das dass Bauchgefühl am Ende entscheidend sein wird. Daten umgeben uns täglich und steuern gerade im eCommerce und Marketing fast alles.

Wer das versteht und sich entsprechend positioniert stellt sich schon mal gut für die Zukunft auf und wird dann nicht überrascht, wenn man ohne eine entsprechende Teamstärke und ein Investment nicht mehr am Tisch der relevanten Player sitzt.

Dazu gehört auch einfach noch mal der Hinweis das insbesondere das Initiale Investment in solche Bereiche mit zunehmender Zeit immer höher wird um praktisch dem Standard hinterher zu laufen und dann muss man auch erst mal lernen damit umzugehen.

Zum Abschluss möchte ich noch als Diskussion dieses Video hier lassen über Cambridge Analytica:

Die Situation bei Notebooksbilliger

Wenn in meiner „Heimatbranche“ der Elektronik große Interviews und Diskussionen entstehen bin ich immer sehr froh etwas mehr Einblicke zu gewinnen. Daher hat mich besonders das Kassenzonen Interview mit NBB Chef Arnd von Wedemeyer gefreut.

Historisch bedingt war für mich NBB im Vergleich zu Cyberport immer nur zweite Wahl. Ich finde man merkt einfach den Unterschied zwischen einem Investoren und Zahlen getriebenem Ansatz und dem von NBB der etwas weniger zielstrebig und auf weiche Faktoren setzt.

Das bedeutet nicht zwangsläufig das ein NBB nicht auch gute Ansätze vertreten könnte und das die Unternehmensführung und Form einen entscheiden Faktor aus macht. Trotzdem beobachte ich die beiden nun seit einigen Jahren und für mich sind die Unterschiede mehr als spürbar.

Auch wenn, in der nahen Vergangenheit der Umsatz eher bei NBB lag als bei Cyberport … was aber auch nicht die volle Wahrheit und das gesamte Bild abgibt. Dazu kommt einfach für mich auch das spannende Jahr 2017 für Cyberport, nach einer Offensive auf dem Job Markt hat sich glaube ich Cyberport da ein wirklich sehr zukunftsfähiges Team gebaut deren Einfluss sich aber auch erst in den nächsten Jahren wirklich zeigen wird.

Ich möchte an dieser Stelle gerne mal auf das Interview und die für mich entscheidenden Passagen eingehen:

Wir hingegen sind gut darin, Produkte zu verkaufen, die erklärungsbedürftig sind und bei denen sich der Kunde zum Zeitpunkt der Grundentscheidung, dass er etwas kaufen will, noch nicht sicher ist, was er möchte.

Diese Aussage hat NBB in den vergangenen Jahren durchaus öfter wiederholt. Den Anspruch zu der Informationsquelle für den Kauf von Notebooks und Co zu werden um so einen Mehrwert zu generieren. Trotzdem muss man hier auch mal sich angucken in was das konkret mündet im aktuellen Shop:

Produktbeschreibung von „Beliebtestem Notebook“

Eine wenig ansprechende Produktbeschreibung mit mäßigem Inhalt. Genauer ausgedrückt werden die Technischen Eigenschaften einfach nur in ein vorher definiertes Template gefüllt, zumindest wirkt es so. Dabei ist der erste Eindruck mehr als ernüchternd für einen Artikel der anscheinend sehr beliebt ist.

Hier kann ich zumindest dem Argument des verbesserten Informationsangebots wenig abgewinnen. Dazu ist im Vergleich zu Amazon der Social Proof durch Bewertungen eher gering. Was einer der stärksten Faktoren ist für die Auswahl von Produkten im Internet. Konkret in dem Fall geht es um die Bewertungen die bei Notebooksbilliger eher gering ausfallen.

Natürlich hat NBB nicht nur die Produktbeschreibungen als mögliches Mittel. Doch der „Notebook-Berater“ ist nicht mehr als ein leicht grafisch aufbereiteter Filter der eigentlich keinen überwältigenden Mehrwert liefert und darüber hinaus Leute dessen Kenntnisstand über die Produkte minimal ist häufig Kopfzerbrechen auslöst.

Da wünscht man sich beispielsweise für ein Spielenotebook eine schnelle SSD und bekommt am Ende dann doch nur ein Produkt mit einer gewöhnlichen HDD. Auch die Werbetexte sind oftmals mehr als dürftig, wer bei 15 Zoll und Auflösungen UNTER Full HD von „Hochauflösend“ spricht, weckt bei mir nun nicht unbedingt vertrauen.

Wir haben im Notebookbereich einen Marktanteil, der so groß ist, dass wir uns Produkte von den Herstellern wünschen können. Und die sind dann garantiert einzigartig, relevant und gut. Wir haben SSDs dann vielleicht vor allen anderen auch in günstigen Geräten. Oder bestimmte Grafikkarten in Kombination mit bestimmten CPUs.

Das kennen wir doch irgendwo her als Vorgehen oder? Genau, bei der weißen Ware als diese den Weg ins Internet geschafft hat. Dann war auf einmal der Fernseher für Media Markt und Saturn ein wenig anders als die Online Produkte. Doch das Ziel war dort mit SICHERHEIT nicht das bessere Produkt zu haben, sondern sich dem Preisvergleich zu entziehen.

Und genau das ist auch der Weg von NBB. Die wirklichen Top Produkte sind nämlich nicht die Spezialanfertigungen die sich NBB gewünscht hat, sondern die Varianten die der Hersteller vorher definiert hat. Denn der Markt ist für einen HP und einen Lenovo und Co ja nicht nur Deutschland und als Experte spielt sich NBB nun wirklich nicht auf.

Daher kann ich nur schwer verstehen wieso die Top A Brands ein Produkt das laut NBB besonders gefragt wäre nicht von sich aus produzieren würden und da erst den Input von einem lokalen Player benötigen sollte.

Arnd erzählt, dass notebooksbilliger.de das erste Acht-Zoll-Windows-Tablet in Deutschland, das von Dell kam, ein Dreivierteljahr lang exklusiv verkauft hat. Der Preisunterschied zu anderen Acht-Zoll-Notebooks wäre im Laden nicht zur erklären gewesen, notebookbilliger.de hat aber die Nachfrage geschaffen.

Die Geschichte kenne ich ziemlich gut, da direkt durch dieses Produkt wir uns bei meinem letzten Arbeitgeber dazu entschlossen haben selber ein Tablet in der Größe mit Windows anzubieten. Das Argument das dies aber durch NBB besonders getrieben wurde, kann ich wenig abgewinnen. Der Preis war sehr attraktiv da es sich um ein Windows und nicht Android Gerät gehandelt hat. Und gerade die Internet Affinen Nutzer haben natürlich direkt die Vorteile und Möglichkeiten erkannt.

Im Nachgang zu diesem 8 Zoll Tablet mit Windows kamen viele Alternativ Produkte wie das ONE Xcellent 8 oder das Volkstablet. Daher war definitiv der Markt für so ein Gerät schon deutlich früher existent und den Einfluss von NBB auf diesen Bereich würde ich eher gering ansehen. Da auch eher kleinere Buden durchaus einfach tausende von dieser Geräteklasse verkaufen konnten.

Beispiel: Wir sind in den letzten Jahren jeweils gut 20 % gewachsen, obwohl der Markt bei Notebooks und PCs um zwei bis drei Prozent und der Tablet-Bereich noch stärker geschrumpft ist.

Diese Marktzahlen beziehen sich aber auf den Gesamtmarkt und nicht unmittelbar auf den Endkundenbereich. Durch die gestiegene Leistung und das Ende der Notwendigkeit für Updates im Windows Umfeld gab es einfach keinen Druck mehr für die ganzen Firmen immer weiter zu aktualisieren. Dadurch ist ein Großteil vom Markt nicht mehr da, aber diese Verkäufe werden eh nur in kleinem Rahmen von NBB und Co abgefertigt.

Dazu kommt das hier oftmals auch Stückzahlen mit Umsätzen verglichen werden, denn die Umsätze steigen durch die Tatsache das ein Update nur dann spürbar ist wenn auch entsprechend Geld investiert worden ist.

Insbesondere im PC Bereich gibt es beispielsweise bei allen Spezialisten in diesem Bereich deutliches Wachstum. Daher ist da NBB definitiv keine Ausnahme oder ein besonderer Fall, sondern ist eher die Regel.

Kann NBB also wirklich dem eigenen Anspruch gerecht werden?

Ich finde es eher ernüchternd was Notebooksbilliger wirklich dem Kunden zeigt. Die Grundsätzliche Idee als Ratgeber für die Kunden zu fungieren ist sicherlich nicht neu aber dennoch eine gute. Allerdings ist die Umsetzung eher mäßig gelungen, daher kann ich von dieser seit Jahren bei NBB ausgegeben Strategie eher wenig finden.

Wenn man sich dazu noch die Traffic Quellen anguckt laut Simliarweb:

Und die Aufteilung bei Referrals

(https://www.similarweb.com/website/notebooksbilliger.de#overview)

Sieht man dann doch deutlich wie das Modell Notebooksbilliger funktioniert. Getrieben von Preis, entgegen der Aussage von NBB selbst, bei Idealo / Geizhals und Schnäppchenjäger auf MyDealz. Dazu das in der Elektronik Branche übliche SEO was wohl sicherlich auch bei NBB immer noch den Großteil des Umsatzes macht.

(SISTRIX Daten)

Gerade das Argument SEO ist übrigens oftmals der Grund warum man im Content Bereich aktiver wird. Daher sehe ich auch hier eher das Argument für ein wenig mehr Redaktionelle Inhalte zu Gunsten von SEO und dem daraus generierten Traffic und nicht so sehr getrieben von der Idee dem Kunden möglichst bei der Wahl des Produktes zu helfen.

Fazit

Auf Exciting Commerce wurde die richtige Frage gestellt:

Kann ein Notebooksbilliger nochmal den Anschluss finden?

Und gemessen an der momentanen Situation würde ich dies eher verneinen. Sicherlich ist NBB kein Kandidat der in den nächsten drei Jahren vom Markt verschwindet. Und durch die vorhandenen Ressourcen ist man sicherlich auch noch in der Lage sich zu verändern.

Doch wirklich Ansätze dazu sehe ich nicht, besonders der langfristige Konkurrent Cyberport hat hier einen deutlich besseren Eindruck hinterlassen und wird wohl eher kurzfristig NBB abhängen.

Dazu kommt die Stagnation im SEO und die fehlenden Zukunftsorientierte Ausrichtung, vielleicht auch das Selbstbild des Unternehmens das die entscheidenden Schritte für die Zukunft verhindert.

Für mich zählt ein NBB in der jetzigen Form eher zu den Kandidaten die auf lange Sicht verschwinden werden, als von Kassenzone betitelt einer der Player von dem „Amazon lernen kann“. Am Ende wird die Zeit uns die Antwort liefern und vielleicht kann eine kritische Betrachtung auch für eine Verbesserung und den Schritt in die richtige Richtung führen.

Zu wünschen wäre es unser Branche ja …

Marketing auf der Suche nach „The Next Big Thing“

Marketing scheint selbst ein Opfer von sich selbst zu sein, getrieben von „The Next Big Thing“, folgen wir den neusten Trends und Technologien. Immer wenn ein neues Thema gerade hoch gekocht wird, steht es wieder auf der Marketing Agenda und wird als notwendigen nächsten Schritt bezeichnet.

Egal ob es das Thema E-Sports in der Vergangenheit war, dass man auf keinen Fall verpassen durfte, SnapChat das Medium wo die jungen Leute sich heute versammeln, die Chat Bots für FB Messenger oder das Trend Thema Influencer. Es wird berichtet in den Medien von den unglaublichen Erfolgen und der Notwendigkeit sich nun damit auseinanderzusetzen.

Das neue erreicht eine Bekanntheit und eine Marktdurchdringung in unglaublicher Geschwindigkeit. Ist erst mal ein neues Thema gefunden, scheinen praktisch alle auf diesen Zug aufzuspringen und entweder darüber zu berichten oder eigene Erfahrungen in dem Bereich zu teilen.

Doch ist das wirklich sinnvoll?

Firmen die es nicht schaffen einen ordentlichen Newsletter die Woche zu produzieren beschäftigen sich nun mit SnapChat und fragen sich wie man dort tolle Videos für die Zielgruppe produzieren kann.

Es wird Geld in Videos auf YouTube gesteckt ohne zu verstehen wie man mit der Plattform und den Möglichkeiten umzugehen hat. Anschaffungen von Ausrüstung, einstellen von Leuten, die Augen immer auf die ganz Großen gerichtet und das dann für Videos die ein zweifelhaftes Image transportieren und kaum Views generieren.

Influencer werden behandelt wie klassisches Sponsoring, durch Einbindung der Logos wird erwartet das die Reichweiten zu einer Verbesserung der eigenen Marke führen und das plötzlich Kunden mehr kaufen wollen.

Dabei kann nicht mal die eigene Zielgruppe wirklich beschrieben werden. Es werden in diese Hype Themen Gelder geschoben ohne ein klares Verständnis für die Plattformen und das in einer Situation wo die absoluten Grundlagen noch immer auf der Strecke bleiben.

Es scheint einfach viel spannender zu sein sich mit dem Neuen zu beschäftigen als das „Alte“ richtig zu machen. Doch zu welchem Preis?

Die Ressourcen der aller meisten Firmen sind endlich, das schielen auf die ganz großen der Branche ist oftmals wenig hilfreich. Irgendwie ist in den letzten Jahren die Vorstellung entstanden das die neuen Themen immer mehr Aufmerksamkeit bekommen sollten als die bestehenden.

Ein kleiner Erfolg in einem neuen Thema scheint mehr wert zu sein als ein langfristiger in bereits etablierten Bereichen.

Besinnung auf die wahren Aufgaben

Wir alle geben einen nicht gerade kleinen Teil im Marketing für Technologien aus die wir schon seit Jahren mit uns führen, sei es E-Mail, Facebook, Customer Service oder grundlegendes wie den Online Shop und die angeschlossenen Systeme.

Doch scheinbar ist es zunehmend unattraktiver in diesem Bereich sich zu betätigen, lieber werden Ressourcen aus diesen Bereichen abgezogen und in neue Tools und Möglichkeiten gesteckt. Oftmals werden hier im Detail kleine Erfolge in neuen Kanälen durch eine deutliche Schwächung in etablierten Bereichen getauscht.

Da stellt sich doch die Frage warum wir unser Auge auf die neuen 10% legen, anstatt uns mit den fundamentalen Punkten zu beschäftigen und diese zumindest auf einen Stand zu bringen bei dem man sich nicht vorwerfen lassen muss hier im Vergleich mit der Konkurrenz im Hintertreffen zu sein.

Zwischen einem Newsletter der ein mal die Woche halb automatisch erstellt wird und einer Lösung die Themen bezogen auf die Kundenwünsche eingeht, ist nicht nur ein großer Unterschied beim Kunden, sondern letztendlich auch beim Umsatz.

Die immer gleichen Facebook Postings, können durchaus auch durch neue Innovativere Konzepte getauscht werden. Anstatt für den Shop einfach mal für den Kunden etwas posten.

Produktbeschreibungen können mit Bildern aufgewertet werden anstatt die immer gleichen Texte von Herstellern oder aus Templates zu kopieren und dem Kunden zuzumuten sich einen schlecht formatierten Text durchzulesen dessen Inhalt oftmals wenig hilfreich ist.

Dieses Rennen immer wieder zu versuchen neue Themen zu bearbeiten und dabei praktisch nur 10% der Möglichkeiten zu nutzen macht einen am Ende zu etwas schlechtem in allen Bereichen. Man hat die etablierten Kanäle und Maßnahmen nicht im Griff und gewinnt durch die neuen Kanäle kaum etwas signifikantes hinzu.

Wer verstanden hat welches Argument bei einem Kunden gut funktioniert bei Facebook, kann dieses wieder in der Produktbeschreibung weiter führen und im Zweifel dann auch bei neueren Themen wie beim Influencer Marketing wieder aufnehmen um möglichst kompakt die Nachricht rüber zu bringen.

So entstehen Synergien und eine Grundlage auf der auch neue Technologien und Themen bearbeitet werden können. Es ist schneller zu erkennen welche Kanäle für einen Relevanz haben können und wie dort mit der Zielgruppe interagiert werden kann.

Du hast ein sehr visuelles Produkt? Instagram und Pinterest sollten auf deiner Shortlist nach den Grundlagen stehen. Du willst nähe und deinen Kunden deinen Brand näher bringen? Vielleicht ist SnapChat dann etwas für dich. Bereits eine große aktive Community? Such nach möglichen Lösungen in dem Umfeld um insbesondere die Interaktion untereinander zu stärken …

Die Balance macht es

Sollten wir nun darauf verzichten neuen Technologien und Entwicklungen zu folgen? Wahrscheinlich nicht, wir sollten uns aber sehr bewusst darüber sein, was es bedeutet diesen Themen zu folgen. Abgesehen davon, dass wir dadurch Ressourcen in den bestehenden Feldern verlieren, ist es insbesondere wichtig zu erkennen welche der vielen neuen Möglichkeiten einen Erfolg für das eigene Geschäftsmodell bedeuten.

Es sollte uns klar sein, dass durch die Vielzahl der neuen Themen, und ja insbesondere auch der Möglichkeit eigene zu erschaffen, unsere Ressourcen stark begrenzt sind. Diese effektiv und sinnvoll zu nutzen muss oberste Priorität haben.

Dabei sollte man aber auch das etablierte Geschäft stets als Enabler für zukünftige Themen sehen. Wer die Grundlagen der Themen beherrscht die heute zum normalen Marketing gehört, dem wird es auch einfacher fallen neue Technologien zu etablieren und zu bewerten welche davon für einen selbst in Frage kommen.

Das Mindset muss sich einfach ändern

Wir müssen uns von diesem Hebel, und der Vorstellung das es einen solchen gibt, einfach verabschieden. Auch wenn andere große Erfolge mit Maßnahmen haben, ist vollkommen unklar ob es bei uns einen ähnlichen Erfolg haben wird.

Natürlich gibt es diese Fälle trotzdem in der Welt. Es ist aber deswegen nicht ratsam wegen 20 Leuten im Jahr davon auszugehen das wir genau so einen Erfolg auch erreichen werden. Da würde ich eher auf die Konstanz setzen und durch harte Arbeit den Weg weiter zu beschreiten.

 

Die Versuchung sich von den alten Themen zu lösen und sich neuen Themen zu widmen ist groß. Doch bei der Menge an neuen Themen die praktisch täglich dazu kommen können wir nicht allem hinterher laufen in der Hoffnung den heiligen Gral gefunden zu haben.

Trotzdem ist es natürlich wichtig in Bewegung zu bleiben. Wer heute immer noch im B2C Bereich keine Social Media Präsenz hat geht nicht gut mit den Möglichkeiten um. Es muss einfach jedem klar sein welche Vorteile das neue bringt, wie dort eine Strategie aussehen kann und ob die Erwartungen wirklich erfüllt werden können.

Am Ende hilft es auch hier ungemein auf wirklich guten analytischen Füßen zu stehen, wer heute eine klare Aussage über die Effektivität von Kanälen und deren Performance treffen kann. Der hat es natürlich leichter sich mit neuen Themen zu beschäftigen, da die Randbedingungen und die Erwartungen viel greifbarer werden.

Ich möchte es noch mal deutlich zum Schluss machen, dies ist kein Aufruf sich nicht mit neuen Themen auseinanderzusetzen, sondern ein Aufruf sich rational diesen zu nähern. Mehr getrieben von Daten, von Entwicklungen, von den Möglichkeiten, als von der Anzahl der News Posts zu dem Thema.

Nutzt die Möglichkeiten die sich euch bieten so gut ihr könnt ohne dabei elementare Kanäle zu vernachlässigen, tauscht nicht das etablierte für eine Vorstellung von etwas neuem die wenig realistisch ist. Nutzt das Wissen und eure Expertise um daraus eine Bewertung abzuleiten die euch realistische Ziele prognostizieren lässt.