Scan Computers Analyse Part 2

Im zweiten Teil unserer Analyse kümmern wir uns nun initial um das Produkt Listing und das Produkt Detail.

Zum Teil 1 der Analyse von Scan Computers

Der Eindruck:

gpu_-_scan_co_uk_und__users_oliver_arbeit_caseking_werbung

Das Listing ist sehr minimalistisch und aufgeräumt. Die Informationen zum Artikel sind in einer Art Kurzbeschreibung aufgeführt und bieten dadurch eine erste Vergleichsmöglichkeit. Die Überschrift der „GeForce GTX 1050 Graphics Cards“ ist der Situation geschuldet das der gesamte Inhalt der GPU angezeigt wird und keine Unterkategorie.

Die normale Sortierreihenfolge ist „Featured“ was wohl eine Art Empfehlung sein soll. Dabei werden erst die Featured Products und anschließend die Artikel von günstig nach teuer sortiert. Hier kann man meine Skepsis schon ein wenig raushören. Eine Variante wo es klarer ist warum ein Product ein Feature ist oder eine klarere Sortierung könnte hier durchaus noch mehr helfen. Davon abgesehen überdeckt das Bade für die „Featured Products“ einen Teil des Produktbildes was ich eher nicht machen würde. Hier wäre sicherlich eine Alternative denkbar bei der das Produktbild nicht in den Hintergrund gedrückt wird.

Ansonsten gefällt mir die einheitliche Darstellung der Kategorien, kein ständiges wechseln zwischen Ansichten mit wechselnden Positionen der Buttons. Leider wurde hier wieder das „kaufen“ in den Vordergrund gestellt in der Hoffnung das der Kunde dadurch einen schnelleren Weg hat. Hier wäre es sicherlich besser gewesen die Anzeige des Produkt Details prominenter zu verlinken (anstatt nur bei der Kurzbeschreibung) und vielleicht sogar auf den Kauf Button zu verzichten. Ein prominenter Vertreter der den kauf Button auch abgeschaltet hat auf der Listenansicht ist beispielsweise Amazon. Viele andere Shops gehen hier sonst gerne den Weg einer „Schnellansicht“ die beim Hover oder ähnlichem unten noch mal eine Schnellansicht Möglichkeit anbieten wo dann auch ein Einkauf möglich ist.

Filter

Die Filter die es sonst recht prominent auf der linken Seite oder oberhalb der Liste gibt sind hier versteckt und nur durch einen Link zu aktivieren:

gpu_-_scan_co_uk

Dadurch eröffnet sich dann das bekannte Filtermenü auf der linken Seite:

gpu_-_scan_co_ukEigentlich ist das keine schlechte Darstellung und die Frage warum man diese Anzeige nicht permanent anzeigt muss hier wieder gestellt werden. Was mir auffallen würde: Es gibt keine klassischen Filter für die aktuelle Kategorie, keine Möglichkeit Beispielsweise nach Grafikkarten RAM oder GPU zu filtern. Daher wurde hier zumindest noch nicht das vollständige Potenzial ausgeschöpft.

Allerdings sollte auch klar sein das nur durch die Einführung von Filter Attributen alleine noch nicht viel gewonnen ist. Die Idee für Filter ist immer die Anzahl der Möglichkeiten weiter einzuschränken. Um so dem Kunden schneller die Artikel zu zeigen die für ihn relevant sind. Dabei ist nich jeder Käuferschicht damit geholfen, viele benötigen mehr Hilfe und würden auch mit mehr Filtern nicht schneller zu einer Entscheidung kommen.

Anstatt also nun zu Argumentieren das Filter hier grundsätzlich fehlen kann man auch Gründe dafür finden. Vielleicht spielt es an dieser Stelle einfach nicht die Rolle. Besonders wenn die Anzahl der Produkte einigermaßen überschaubar sind …

Produkt Details:

evga_nvidia_geforce_gtx_1050_2gb_sc_gaming_graphics_card_ln76147_-_02g-p4-6152-kr_-_scan_co_uk

Die Produkt Detailseite wirkt ein wenig überladen. Viele Informationen wurden hier versucht möglichst im ersten Screen unterzubringen. Dabei hätte man sicherlich einige der Informationen kleiner und kompakter mit gleicher Wirkung zeigen können. Beispiele dafür:

Versandarten auf der rechten Seite sind zwar ganz nett aber der Mehrwert rechtfertigt nicht den Platz der dafür verwendet wird. Der Bereich „Buy Now, Pay Later“ könnte direkt mit dem Produktpreis verbunden werden.

Positives:

Bilder haben viel Platz, der Bereich um den Buy Button und dem Preis wurde versucht frei zu lassen. „Scan Finance“, obwohl auch hier V12 als Anbieter im Hintergrund agiert, ist durch die Umbenennung ein Element von SCAN entstanden anstatt eine Werbestelle für den Anbieter.

Dazu kommt eine schöne aufgearbeitete Produktbeschreibung weiter unten die noch mal zum Informieren einladen soll.

Checkout

your_basket_-_scan_co_uk

Die Checkout Seite hat eine sehr übersichtliche Kostendarstellung auf der rechten Seite. Auch die Darstellung der Amazon / PayPal Zahlungsart als sekundäre Optionen NACH dem normalen Checkout ist schon mal besser gelöst als es oftmals sonst zu sehen ist. Der Entscheidende Punkt hier ist häufig das durch die Farbgestaltung der Button für Amazon Payments / Paypal prominenter dargestellt wird als der eigene Checkout Button was natürlich die Leute auch in diese Richtung motiviert.

Die zusätzlichen Informationen unterhalb des Warenkorbs helfen auch noch mal gewisse Schwellwerte und Co erreichen zu lassen

Scan Computers Analyse Teil 1

Scan hat sich ein neues Layout in den UK gegönnt. Als einer der Wettbewerber in meinem Bereich ist es natürlich wichtig sich mit diesem auseinanderzusetzen.

Der neue erste Eindruck:

homepage_-_scan_co_uk

So sah es vorher aus:

pc_components_and_online_computer_shop_-_award_winning_supplier_-_scan_co_uk

Die Analyse

Gesamteindruck

 

Der gesamte Shop wirkt noch mal frischer und aufgeräumter nach dem neuen Design. Viele alte Elemente die für Unruhe gesorgt haben wurden entfernt und der Einsatz der Farben sorgt für ein sehr stimmiges Gesamtbild.

Auch wenn ich dem Shop keinen Designpreis geben würde, ist er dennoch ein Grund solides Layout mit guter Farbauswahl und Umsetzung

Header

Logo

Es wurde das Logo noch mal verändert:

Vorher: pc_components_and_online_computer_shop_-_award_winning_supplier_-_scan_co_ukNachher: homepage_-_scan_co_uk

Das neue Logo bringt noch mal eine klarere Linie und entfernt unnötige Farbverläufe. Macht es dadurch deutlicher und klarer. Durch den Zusatz des kleinen Badges ist aber trotzdem eine Short Version entstanden die man gut und deutlich erkennen kann. Ein wie ich finde ganz guter Kompromiss und passend zu dem neuen Auftritt.

Suche

homepage_-_scan_co_uk

Die Suche ist nicht nur prominent im oberen Bereich positioniert, auch bei der Benutzung offenbart sich wie stark die Ergebnisse im Vordergrund stehen. Dabei wurde wirklich viel Platz der Darstellung gegeben und durch die zusätzliche Abdunklung des restlichen Shops die eher untypisch ist, wird dies noch weiter bestätigt. Objektiv betrachtet bin ich mir nicht sicher ob so eine Prominenz wirklich gerechtfertigt ist, ich sehe insgesamt die Notwendigkeit einer Suche zunehmend geringer. Es verhindert die Möglichkeit Kunden im Umfeld der Produkte weitere Informationen anzuzeigen und es macht es auch schwierig dem Kunden dadurch ein gutes Gefühl bei der Entscheidung zu geben. Der Kunde muss dann entweder wirklich genau diesen Artikel suchen oder aber die Darstellung muss etwas verändert werden. Was mir bei Betrachtung der Ergebnisse auch noch auffällt: Die Suchergebnisse sind leider auch wieder nicht gut, der erste Arbeitsspeicher ist ein ECC RAM der mit absoluter Sicherheit für die meisten Leute die Arbeitsspeicher kaufen wollen keine Rolle spielt etc.

Ich kann daher einfach nur immer wieder betonen das häufig die Prominenz und die Gewichtung der Suche nicht dem Funktionsumfang entspricht. Was nützt mir eine Suche wie diese die dann eher mittelmäßige Ergebnisse liefert und man ihr trotzdem so prominent Platz gibt? Hier sehe ich leider wieder das Problem das die Entscheider sich davon haben leiten lassen das man eine Suche unbedingt benötigt und diese bei den meisten so oder so positioniert ist. Ohne sich selber darüber Gedanken zu machen ob es für den eigenen Shop in dieser Art sinn macht.

Was mir hier gefallen würde:

Stärkerer Fokus auf die jeweilige Kategorie in der man die Artikel finden kann UND Produktergebnisse als Topliste anzeigen und dem Kunden auch offen kommunizieren das dass hier die Top 10 Artikel sind die deinem Suchbegriff entsprechen. Um zumindest dem Kunden hier aufzuzeigen das die Artikel die er dort sieht häufig gekauft werden und so dem Kunden gesagt wird, wenn du eines dieser Artikel kaufst gehörst du zu der Gruppe die sich ebenfalls so entschieden haben.

Login / Register

login_-_scan_co_uk

Ein komisches Element für mich, einerseits gibt es kein Mouse Hover, was ich als Fehler interpretieren würde denn selbst mit dem Wechsel des Mouse Cursors ist ein Hover Effekt eine gute Visuelle zusätzliche Stütze. Außerdem bin ich ein Freund davon gerade für die Anmeldung dem Kunden unmittelbar ein Login / Pass Formular zu zeigen anstatt auf eine weiter Seite zu leiten. Sicherlich nicht die beste Lösung aber eine mit der man leben kann.

Warenkorb

homepage_-_scan_co_uk

Für mich ist diese Warenkorb Ansicht gut gelungen, neben einer prominenten Darstellung der Artikel und durch die Lösung von „+ / -“ das einen Entfernen Button obsolet macht ist alles gut übersichtlich und aufgeräumt. Dazu kommt die Möglichkeit die Versandmöglichkeiten zu sehen und zu beeinflussen und die Anzeige der insgesamt Versandzeit ist ein weiteres großes Plus. Finde hier wurde wirklich eine gute Arbeit geleistet! Was sich im zweiten Reiter verbirgt ist eine Einkaufsliste für einen PC:

homepage_-_scan_co_uk

Dies ist auch für mich eine schöne Lösung und zeigt die Verbundenheit mit einer entsprechenden Kundengruppe. Außerdem würde es weitere Möglichkeiten an dieser Stelle ermöglichen, wie wäre es mit einem Vorschlag für eine passende Grafikkarte oder ähnliche Komponenten? Kompatibilitätsprüfungen? All dies können hier schnell und kompakt angezeigt werden. Diese Art der Herangehensweise würde auch die Grundlage dafür legen zu sagen Achtung du möchtest gerade eine CPU kaufen die nicht mit dem Mainboard im Warenkorb kompatibel ist etc.

Navigation

pc_components_and_online_computer_shop_-_award_winning_supplier_-_scan_co_uk

Noch immer ein wenig ungewöhnlich, ist die Navigation. Sind zwar nun die Zeiten vorbei in denen die Unterkategorien als permanente Liste im Kopfbereich zu sehen sind. Ist es dennoch so das wir immer noch die Seite neu laden müssen beim Wechsel zwischen den Hauptkategorien. Was sicherlich seine Vorteile bezüglich SEO und auch die Möglichkeiten liefert Kunden auf diesen Übergangsseiten zusätzliche Informationen zu zeigen. Doch trotzdem erwartet man eigentlich nun das die Navigation inklusive der Unterkategorien dank Hover schnell zu erreichen ist. Für mich ist es wichtig das gewisse Grundannahmen über die Navigation erhalten bleiben, dazu gehört das der Kunde jederzeit versteht hinter welchem Punkt sich die gewünschten Artikel befinden. Das dass Sortiment erkennbar ist und als solches auch eine gewisse Gewichtung. Eine weitere Besonderheit ist das PopUp nach der Selektion einer Unterkategorie:pc_components_and_online_computer_shop_-_award_winning_supplier_-_scan_co_uk

Was auf den ersten Blick ein wenig verwirrend aussieht ersetzt praktisch so alle weiteren Unterkategorien. Für Leute die einfach mal den Shop durchsuchen wollen und zwischen Kategorien wechseln wollen ist das sicherlich ein wenig Nervig. Aber man darf bei so einer Betrachtung nicht vergessen das diese Shops ja für die Kunden und nicht für uns als Beobachter geschaffen wird. Es ist durchaus verständlich das jemand der eine Grafikkarte oder eine CPU kauft mit dem PopUp eine gute Möglichkeit sieht sich clever die Artikelgruppen zu suchen die für ihn jeweils relevant sind. Hier könnte sicherlich eine Optimierung noch mal stattfinden um es offensichtlicher zu machen. Aber den Ansatz finde ich grundsätzlich eher gut!

Black Friday Wortmarke als Chance

Ich glaube es ist nicht notwendig hier noch mal die Geschichte hier in voller Länger zu liefern. Die Kurzform: Der Name „Black Friday“ wurde als Wortmarke in Deutschland eingetragen, was momentan dafür sorgt das der Name für das Bewerben des aus Amerika bekannten Sales nicht genutzt werden sollte.

Das Thema scheint sich im nächsten Jahr erledigt zu haben dank momentan laufender Verfahren, da es ja auch einigermaßen lächerlich ist was hier passiert ist und wie unser Rechtssystem ausgenutzt worden ist um ein Paar Euro zu verdienen.

Die Konsequenz

Was uns diese Situation aber beschert hat ist eine Situation in der die deutsche eCommerce Welt darauf reagieren musste und sich neue Namen für ihre Sales Aktion zu überlegen. Dabei entstand automatisch die interne Diskussion wie man sich nun positionieren soll. Wie der Name ein Teil der eigenen Identität werden kann und was zu einem passen würde. All dies hätte man auch in den letzten Jahren machen können, doch erst dieser Umstand hat dazu geführt sich mehr Gedanken zu machen.

Ich würde sogar noch einen Schritt weiter gehen und hinterfragen ob es wirklich notwendig ist sich diesen Verkaufsaktionen anzuschließen. Offensichtlich besteht die Wahrnehmung das es keine Alternative gibt und man ein Teil davon sein muss. Wobei die Wahrheit ist, dass mehr als jemals zuvor es abhängig von der Organisation und der Kundenansprache ist ob eine solche Aktion grundsätzlich positiv oder negativ ist.

Als Hersteller zu Black Friday seine eigenen Produkte zu reduzieren kann durchaus positiv sein. Aber es gibt auch kritische Stimmen, dabei geht es um die „Amerikanisierung“ die vermeintlich das eigene Land übernimmt. Die Vorstellung man muss solchen Events insbesondere wenn sie aus den USA kommt nicht folgen.  Aber auch ist es nicht stimmig für jede Art von Anbieter, abhängig von der eigenen Positionierung erweckt das Teilnehmen an einer Sales Aktion auch den Eindruck das die Produkte minderwertig sind. Oder das man selber nur ein Kistenschieber ist und kein Experte in seinem Bereich.

Kunden entscheiden sich bewusst für einen Online Shop, wenn sie den günstigsten Anbieter haben wollen dann werden sie zu diesem gehen. Wenn aber der Anbieter der eher für seine Expertise steht auf einmal versucht der Günstigste zu sein kann dies auch schnell das eigentliche Image schädigen. Dazu natürlich die offensichtlichen Probleme, das beispielsweise durch einfache Preisanpassungen der Konkurrenz der eigene Sale nicht mehr als solcher wahrgenommen wird sondern eher als Witz endet.

Alternativen

Ich bin ein großer Freund davon bewusste Entscheidungen zu treffen und sich nicht durch das Dorf treiben zu lassen. Nein ihr müsst nicht Cyber Monday machen, ihr müsst nicht Black Friday bedienen etc etc. Abhängig von eurer Positionierung im Markt ist die bewusste Entscheidung zu sagen NEIN wir beteiligen uns nicht an so einem Event, um die eigene Positionierung schärfen.

In einer Welt die gerade auch online voll ist von Alternativen und einer nie enden wollenden Flut an Informationen macht es einfach auch sinn sich zu positionieren und damit auch eine globale Sales Aktion zu nutzen um für die eigenen USPs und die eigene Brand Message zu werben.

Und nächstes Jahr?

Wie einleitend gesagt hat sich das „Problem“ wohl im nächsten Jahr eh erledigt. Doch vielleicht verschwindet die Herangehensweise nicht, warum sollte sie auch? Die zunehmende Personalisierung im eCommerce und das bestimmt nicht geringere. Dadurch kann ich mir durchaus vorstellen das die Ideen von diesem Jahr auch nächstes Jahr genutzt werden.

Das größere Konstrukt das um diesen Tag herum günstige Angebote verteilt werden bleibt dabei so oder so erhalten. Interessanter weise ist gerade der Online Händler der letzten Jahre (Amazon) mit seinem Cyber Monday und schon jetzt durch die Ausdehnung vom Sale über Wochen in einer Situation das er eine für ihn passendere Aktion gefunden hat.

Genau diesen Weg sollten andere Online Shops auch folgen, es sollte einfach etwas gefunden werden was zu einem selber passt anstatt einem vermeintlichen must have Trend zu folgen ohne selber zu reflektieren.

Selbstüberschätzung

Bewerbungsgespräche sind immer ein guter Indikator, ist man selbst eher zurückhaltend mit seinen Fähigkeiten ohne sich selbst unter Wert zu verkaufen zeigt man auch gleichzeitig das man versteht das es auch andere in dem Bereich gibt die besser sein könnten.

Vor einiger Zeit habe ich bereits über die notwendige Tiefe geschrieben, dabei ging es mir vor allem um die Sicht darauf das erst ab einem gewissen Stand man wirklich verstehen kann was in einem Bereich möglich ist. Nun möchte ich praktisch diesen Bereich erweitern um einen anderen Blickwinkel:

„Wer denkt alles zu wissen und aufhört zu lernen, wird unweigerlich von anderen überholt und verliert stetig an Bedeutung“.

Nicht wenige glauben das die wichtigste Qualifikation im 21 Jahrhundert das Lernen ist. Nicht das Lernen was man aus der Schulzeit oder von der Uni kennt, sondern das Lernen das dafür sorgt das man versteht das sein Beruf sich wandelt. Das neue Bereiche hinzu kommen, dass sich Randbedingungen ändern und Methoden verändern. Gerne bemühe ich die Vergleiche zu „früher“ ohne vielleicht selbst in dieser Zeit gelebt oder gearbeitet zu haben. Doch auch in meiner noch recht kurzen Arbeitszeit sind Entwicklungen und Bewegungen entstanden die erahnen lassen wie viele Leute und Bereiche der Digitale Wandel verändert hat. Wir haben viele Probleme mit der neuen Art der Welt und ihren Möglichkeiten umzugehen, durch die Menge an Informationen ist es wichtiger geworden diese zu Filtern. Aber auch durch die Verfügbarkeit von noch so kleinen Informationen ist man in einem ständigen Wettbewerb mit der ganzen Welt in seinem jeweiligen Bereich.

Der Wandel

Hat jemand eine neue Art entdeckt oder einen kreativen Weg gefunden eine Tätigkeit auszuführen das dass Ergebnis positiv beeinflusst. Kann man sicherlich noch eine Zeit lang mit der alten Variante leben. Doch irgendwann wird sich diese überleben und entweder man passt sich den neuen Randbedingungen an oder man wird mit großer Wahrscheinlichkeit irrelevant.

Ich glaube das es entscheidend für uns ist wie wir mit dieser Herausforderung umgehen. Leute die viel Zeit in die Fortbildung des eigenen Wissens und damit der wichtigsten Arbeitsressource dieses Jahrhunderts investieren werden davon profitieren. Sie werden bessere Jobs haben, es werden sich Aufstiegschancen ergeben oder der Arbeitsplatz wird sicherer für diese Leute. Die Vorstellung einen Job zu erlernen und sich nur spärlich mit Veränderungen zu beschäftigen in Form eines kleinen Vortrags alle X Jahre ist vollkommen überholt. Diese Bereitschaft zu lernen wird in Unternehmen schon jetzt ab einer gewissen Höhe auf der Karriereleiter erwartet. Erfüllt man diese Aufgabe nicht verbauen sich dadurch sehr schnell Möglichkeiten nach oben und die Chance von Mitarbeitern überholt zu werden steigt enorm. Nicht jeder hat lust sich auf diesen Kampf einzulassen, doch in meiner Vorstellung spielt im Leben die Arbeit eine zentrale Rolle. Daher darf man sich gerne Zeit nehmen zum ausprobieren und entdecken der Bereiche und Felder die man mag. Um dann diesen Prozess nicht als Strafe oder notwendiges Übel zu verstehen sondern viel mehr als etwas interessantes das einen Teil des eigenen Lebens weiter aufwertet. Mir ist klar das nicht jeder so ist, auch ist mir klar das nicht jeder Berufszweig diese Möglichkeiten bietet. Doch wir werden unweigerlich in eine Welt laufen in der genau dies die Regel sein wird. Leute werden immer öfter Jobs genau aus dem Grund machen: Weil sie es lieben und weil es sie begeistert. Und der momentan noch häufig aufgeführte Grund um seinen Lebensunterhalt zu verdienen wird immer weniger eine Rolle spielen. Dafür gibt es zu viele Trends, angefangen von der zunehmenden Einführung von Robotern und Maschinen die einfache Arbeiten immer weiter ersetzen werden. Und auch komplizierte Aufgaben werden nicht für immer Maschinen vorenthalten bleiben.

Zurück zum eigentlichen Thema

Nach dieser kleinen Ausschweifung wollen wir noch mal zurück auf den ursprünglichen Punkt kommen. Die Selbstüberschätzung, leider viel zu oft werden vermeintliche Wahrheiten in Meetings kundgetan und auf Grundlage dieser Entscheidungen mit weitreichender Konsequenz getroffen. Nun gibt es viele Gründe warum so etwas passieren kann, mangelnde oder Falsche Daten, sich verändernde Umstände, fehlendes Wissen oder einfach nur eine Lüge um seinen Standpunkt zu untermauern. Ein wie ich finde oftmals unterschätzter Bereich ist einfach eine Selbstüberschätzung, dabei hat man die vermeintliche Antwort direkt im Kopf. Man meint zu wissen warum etwas so oder so ist, aber wenn man objektiv von außen auf den Sachverhalt guckt. Sollte man eigentlich feststellen das man oftmals für diese absolute Zuversicht nicht die Informationen und das Wissen hat.

Aus dieser Beobachtung und Feststellung heraus habe ich für mich entdeckt das es notwendig ist sich ständig Fortzubilden. Abhängig von der jeweiligen Tätigkeit kann das in einem sehr speziellen Umfeld sein. Je weiter das Aufgabenfeld desto umfangreicher auch die notwendige Zeit die in Fortbildung gesteckt werden muss. Wer nicht eigenständig sich neue Impulse und Ansichten aus externen Quellen holt, wird über kurz oder lang zu einem Verwalter des Status Quo, was in der heutigen Zeit die Verwaltung einer sterbenden Firma ist. Als Chef hat man die Verpflichtung jedes Jahr ein Buch über Management, Brand Identity und co zu lesen. Das ist man eigentlich sich und seinem Unternehmen schuldig. Nur so kann man aus der Welt ausbrechen die sich sonst innerhalb einer Firma bildet. Auch Menschen sind manipulierbar und berechenbar, kriegt man immer wieder für bestimmte Arten von Vorschlägen ein Nein zu hören, wird man aufhören diese zu liefern. Doch was gestern falsch war kann morgen richtig sein und umgekehrt. Den vollen Einsatz den man heute von seinen Mittarbeitern erwartet in einem Bereich, kann unterm Strich vollkommen verschwendet sein. Doch das zu erkennen können nur solche die sich auch mit der Veränderung beschäftigen. Entweder als Vorgesetzter in einer Management Funktion der dort neue Prioritäten und Gewichtungen liefern kann. Oder als Mitarbeiter selbst der Selbstkritisch seine Arbeit hinterfragt.

Früher haben die Leute 20 Jahre und länger in einem Unternehmen gearbeitet. Heute ist ein Wechsel nach drei Jahren durchaus der Normalfall. Eines der Hauptgründe dafür ist sicherlich das man seine Ideen und Vorstellungen in der Firma verbraucht hat und eine Entwicklung und drastische Änderung kaum noch vorstellbar ist. Die Überlegung das jemand 20 Jahre lang in einer Firma gearbeitet hat ist heute eher abschreckend für einen potenziellen Arbeitgeber. Weil man davon ausgehen darf das er zwar die Abläufe in einer Firma sehr gut kennt. Aber oftmals versuchen diese Personen mangels eigener Weiterbildung einfach den Weg der alten Firma auf die neue zu übertragen. Was leider in den aller wenigsten Firmen sinnvoll ist …