United Airlines – Ein PR Desaster

Am 9.4.2017 kam es zu unschönen Szenen in einem Flugzeug von United Airlines. Dabei wurde ein Mann gewaltsam aus seinem Sitz gezerrt und unter Geschrei und laufenden Handy Kameras aus dem Flugzeug getragen.

Wer in den letzten Tagen hinterm Mond gelebt hat und das Video nicht gesehen hat, kann es hier noch mal sehen:

Die Geschichte zum Vorfall

Regelmäßig werden Flüge überbucht um den maximalen Profit zu erwirtschaften. Die Idee dahinter ist das oftmals Leute nicht kommen und dann Plätze frei bleiben würden. Durch die Überbuchung kann sichergestellt werden das auch diese Plätze dann gefüllt werden können.

Im speziellen Fall diesen Fluges, musste ein Team von United Airlines mit diesem Flug fliegen, um ihre Arbeit aufzunehmen. Dadurch startete der normale Ablauf für diesen Fall, es wurde nach freiwilligen gesucht, die bereit waren für bis zu 800$ bereit waren auf ihren Flug  zu verzichten.

Doch durch die Situation das ein gesamter Arbeitstag verloren gegangen wäre, Flug am Sonntag, haben sich nicht genug Freiwillige gemeldet. Was dazu führte das UA (United Airlines) entschlossen hat zufällige Personen auszuwählen. Einer davon ist der im Video gezeigte Dr. David Dao.

Wie berichtet wurde, war Herr Dao ursprünglich sogar einer der freiwilligen um auf den Flug zu verzichten. Erst nach dem festgestellt wurde das es keinen weiteren Flug am selben Tag gab, hat sich die Meinung bezüglich des Angebotes geändert.

Den Rest der Geschichte zeigt das Video oben…

Die Reaktionen

Wir leben in einer ultra verbundenen Welt, Nachrichten erreichen die andere Seite der Welt in unter einer Sekunde. Genau so hat sich auch die Geschichte verbreitet. Leute aus der ganzen Welt haben so einen Eindruck dieser Fluglinie bekommen, obwohl sie vielleicht noch nie damit geflogen sind.

Selbstverständlich sind es gerade die Sozialen Medien die nun die Nachricht tragen und für einen Sturm der Entrüstung sorgen.

Dazu kommen die Zahlreichen Leute die zu einem Boykott aufgerufen haben und demonstrativ ihre UA Karten zerschnitten haben:

Und wie verhielt sich der CEO?

Eher unglücklich … ein vollkommen unangebrachtes Statement das nicht unbedingt dafür gesorgt hat hier die Wogen zu glätten. Vielleicht wurde zu dem Zeitpunkt das Ausmaß vollkommen unterschätzt. Dabei gilt der CEO als ausgewiesener PR Experte und wurde in der Vergangenheit bereits für seine Wortwahl gelobt.

Was mich an dieser Geschichte interessiert

Ungerechte Situationen gibt es täglich überall auf der Welt. Das es diesmal eine Fluglinie trifft ist daher auch nicht so verwunderlich. Für mich auch eigentlich kein Grund darüber zu schreiben. Was mich aber an dieser Geschichte interessiert, sind die Auswirkungen und die Reaktionen der Wettbewerber.

Hat man weiter oben schon die Reaktionen einiger Leute gesehen, werden die Ereignisse heute fast selbstverständlich auch von dem Wettbewerb aufgenommen. Dadurch möchte man sich selbst positionieren und natürlich auch die Aufmerksamkeit für sich selber nutzen.

Nicht alle gezeigten Bilder kommen direkt von den Airlines, da allerdings oftmals unklar ist ob es sich bei den Erstellern um Leute mit einem starken Bezug zu dem Brand handelt oder eine PR-Aktion werfe ich diese mal in einen Topf. Insbesondere, weil ich nicht die gute Arbeit der Airlines loben will, sondern darauf hinweisen möchte welche Konsequenzen entstehen.

Und die Folgen?

Neben der extrem negativen PR, dem Verlust einiger Stammkunden, gibt auch die Börse gerade nach. Seit dem 11.4 verlor das Unternehmen nun 1,64% an der Börse!

Ob der finanzielle Schaden durch den Einbruch an der Börse auf lange Zeit bestehen bleibt oder nicht werden wir sehen. In der Regel normalisiert sich nach einer solchen Aktion der Marktwert wieder. Oftmals, weil es kaum Alternativen gibt und viele Leute ja trotzdem auf die Flüge angewiesen sind.

Doch der PR-Schaden wird sicherlich noch einige Zeit anhalten, auch ist bis jetzt das Krisenmanagement noch nicht wirklich besonders positiv in Erscheinung getreten. Was bedeutet das es durchaus noch schlimmer kommen kann abhängig davon was aus einem Prozess oder ähnlichem wird.

Insbesondere wenn gleich die nächste Schlagzeile kommt: „Paar wird auf dem Weg zur eigenen Hochzeit aus Flugzeug geworfen“

Ein weiteres insbesondere finanzielles Problem könnte entstehen falls auf Grundlage der Skandale der jetzige CEO abtreten muss. Dies wird in der Regel von der Börse anders aufgenommen und kann so zu langfristigen Probleme führen.

Der Lerneffekt

Das wir alle mittlerweile ein Handy haben und so Bilder und Videos überall zu jeder Zeit aufnehmen können, ist sicherlich nichts neues, auch die Tatsache das jeder seine eigene Plattform hat um sich auszutauschen, sei es Twitter, Facebook, Instagram oder ein Blog birgt wenig neues.

Doch durch diese Gegebenheiten muss man sich auch mit anderen Situationen auseinandersetzen, musste man früher zur Zeitung gehen mit solchen Geschichten. Ist nun selbst ohne die Bitte des Betroffenen die Geschichte um die ganze Welt gegangen.

Diesen Effekt macht sich das Marketing gerne zu nutzen um Positive Nachrichten in die ganze Welt zu tragen, aber der Fall von UA hat auch wieder gezeigt welche negativen Folgen es haben kann für Unternehmen.

Der Umgang mit Krisen und mit den Sozialen Medien muss gelernt werden, bei schlechtem Management können die Folgen dramatisch sein. Auch eine Insolvenz nach einer ähnlich gelagerten Situation ist nicht ausgeschlossen. Die Kunden haben einfach einen anderen Einfluss als dies in der Vergangenheit der Fall war.

Heute können wir einfach nicht mehr alle Kanäle steuern und kontrollieren, wir müssen also ständig wachsam sein und auf entsprechende Situation reagieren. Das verlangt eine ganz andere Form von Wachsamkeit und Aufmerksamkeit, aber auch eine Nähe zu den Personen und Kunden.

Solche Ereignisse sind es nämlich auch die ein mal mehr ans Tageslicht bringen wie es um die Marke gestellt ist. Wer setzt sich noch für einen ein? Kann man mit authentischen Reaktionen die Probleme abwehren? Ist genug Substanz vorhanden um sich aus der Situation zu kämpfen?

Am Ende werden die Kunden darüber entscheiden ob man solche Vorfälle verzeiht oder nicht.

Fazit

Für mich hat diese Geschichte zwei wichtige Erkenntnisse wieder verstärkt, es ist wichtig zu wissen wie man mit den Kunden umgeht. Krisen zeigen oftmals das wahre Gesicht, einige kommen gestärkt aus solchen hinaus weil entsprechende Vorbereitungen getroffen werden. Andere hingegen akzeptieren die neue Macht der Kunden nicht und ignorieren die Stimme der Vielen.

Der zweite Punkt für mich ist der Umgang des Umfeldes mit der Situation. Ich habe Tweets gesehen wo Emirates Passagiere sich darüber lustig machen was bei UA passiert ist und damit „prahlen“ das sie von Emirates ein gratis Update bekommen haben als ihr Flugzeug überbucht wurde.

Solche Situation können einfach von vielen Seiten ausgenutzt werden, so lange die Aufmerksamkeit entsprechend auf dem Problem liegt.

Man sollte sich also immer die Frage stellen, wie man selber reagiert und ob man für solche Situationen bereit ist. Oder ob man als Firma am Ende einfach hilflos der Situation ausgeliefert ist.

Es ist einfach unheimlich wichtig geworden auf die Kunden zu hören. Wer die Signale ignoriert bekommt die Quittung und war es früher nur eine lokale Geschichte, ist man nun so öffentlich das es gleich die ganze Welt erfährt.

Bitte Twitch, komm zurück!

Es ist ein normaler Tag in der Woche, man hat ein bißchen Zeit und sucht nach einer entsprechenden Unterhaltung um damit der Arbeit am Abend ein entspanntes Umfeld zu geben. Hat man gerade nichts was einen auf Netflix interessiert, fällt mein Blick insbesondere auf eSports.

Dann die Verwunderung, es läuft die ESL Pro League in Counter-Strike, aber nicht auf Twitch. Irgendwie scheint dies an mir vorbeigegangen zu sein, vielleicht insbesondere weil es nicht auf Twitch lief? Auf ein mal funktionieren die Mechanismen nicht mehr.

Man guckt bei Readmore.de nach den Streams und stellt fest das dort kein Stream eine relevante Anzahl an Zuschauern hat. Der ESL Pro League Kanal liefert Re Runs von alten Zeiten, scheinbar nichts interessantes heute Abend. Auf der Twitch Startseite wieder einige Lets Player und andere Spiele für die ich mich wenig begeistern konnte.

Doch dann die Verwunderung, warum spielt denn NIP heute Abend und es wird nicht übertragen? Natürlich wird es übertragen! Doch eben nicht auf Twitch. Jetzt läuft also die größte CS:GO Liga, was Zuschauer angeht, nicht mehr auf Twitch. Nun müssen wir uns also mit einem anderen Anbieter beschäftigen.

Nachdem eher kleinere Events, der B-Stream oder ansonsten eine Kopie bei YouTube lief, gibt es nun die Exklusivität. Vermeintlich ein Bereich der besonders gut von Twitch besetzt war. Wurde nicht zuletzt ehemalige eSports Größen beschäftigt um die Exklusivität und die Partner zu binden.

Der überraschende Wandel

Gerade die ESL als Ausrichter der Liga war ein enger Verbündeter und Nutznießer von Twitch. Die Verbindung sorgte für Branding bei der gamescom inklusive einer VIP Area für selbige. Aber auch sonst war Twitch omnipräsent auf Events der ESL. Ist dies nun vorbei?

Zumindest ist es ein herber Schlag für Twitch, nach dem mehr oder weniger starken Monopol in der Übertragung von Computer Spielen konnten einige Versuche abgewendet werden von neuen Playern im Markt verdrängt zu werden.

Nicht nur durch die Übernahme von Amazon sollte auch das notwendige Geld und die Ressourcen vorhanden sein, doch durch die Übernahme hat man sich auch zunehmend der breiteren Masse geöffnet. Was zu neuen Formaten und einem zusätzlichen weiteren Publikum gesorgt hat.

Die Macht vom Content

Am Ende werden die Leute den Inhalten folgen, schafft man es also nun aus Google/YouTube Sicht weitere attraktive Inhalte aus dem eSport auf die eigene Plattform zu ziehen, werden die Besucher zwangsläufig folgen. Die Hürde ist ja nicht besonders hoch die Webseite zu wechseln.

Verstanden hat das eigentlich Twitch schon ziemlich frühzeitig, wie oben schon angesprochen hat man sich stark um die Partner gekümmert und diese durch Verträge auch gebunden. Wie genau ein Partnervertrag aussieht kann ich leider nicht sagen, aber offenbar hat man die ESL und andere nicht langfristig genug gebunden. Oder es zumindest nicht geschafft die Verträge zu verlängern und somit die Relevanz beizubehalten.

Vielleicht ist die Situation auch einfach das nach der Einführung von YouTube Gaming es schon früh Gespräche mit den relevanten Content Providern gegeben hat und man jetzt erst die Möglichkeit hatte zum Wechsel.

Wie Twitch es nicht geschafft hat sich unverzichtbar zu machen

Aus dem Monopol hat Twitch leider viel zu wenig gemacht, die Infrastruktur trotz der Unterstützung von Amazon hat nicht dazu geführt das die Qualität der Übertragung signifikant verbessert wurde. Regelmäßig haben immer noch Leute mit Abbrüchen, schwankender Bildqualität und anderen Effekten zu kämpfen.

Dazu ist trotz der frühzeitigen Spezialisierung auf Gaming, erschreckend wenig für die Zielgruppe erstellt worden. Was hat man denn wirklich an zusätzlichen besonderen Funktionalitäten geschaffen?

Dabei wäre ja durchaus die Gelegenheit gegeben gewesen, was ist beispielsweise mit der Anzeige von In-Game Score Informationen in einem entsprechenden HUD? Unterstützung für eigene POVs falls man nicht dem Streamer folgen will? Wie wäre es gewesen Übersichten wie Karten außerhalb vom Stream oder auf einem 2. Screen zu präsentieren?

Es hätte sicherlich eine Menge von Funktionen geben können um durch Funktionalität ein Alleinstellungsmerkmal entstehen zu lassen, was für eine stärkere Bindung sorgt. Nun hat man sich in eine Situation begeben wo man immer noch über die Qualität des Streams reden muss und da hat sicherlich ein Player wie YouTube auch einiges an Expertise.

So ist man nun in der Situation wenn man die Plattformen vergleicht das einem selbst als Zuschauer egal sein kann wo man guckt. Hat YouTube den Vorteil das die Inhalte direkt auch als Video zur Verfügung stehen während des Streams und man so jederzeit anhalten kann.

Bietet Twitch noch ein wenig mehr was den Bereich der Verknüpfung mit Spielen angeht, beispielsweise das direkte Streamen aus Spielen heraus oder Perks durch das zugucken.

Insgesamt unterscheiden sich die beiden Plattformen leider nun zu wenig, was schade ist da man sich ja gerade als Twitch dem Gaming Umfeld verschrieben gefühlt hat, während ein YouTube noch immer den Großteil seiner Inhalte mit Katzen erstellt.

Warum ich lieber Twitch im eSport sehen will

Der Kampf zwischen Amazon und Google ist sicherlich ein Kampf zwischen zwei extrem starken Parteien und auch Monopolen. Beide haben in anderen Bereichen besondere Stärken, doch was ich mir gewünscht hätte, wäre insbesondere durch die immer stärker werdende Attraktivität von eSports, eine andere Plattform für Werbung als Google und Facebook.

Nun sind wir wieder in einer Situation das vielleicht auf lange Sicht Google die Werbung wieder auf sich konzentriert. Durch die bereits gute Infrastruktur AdWords ist hier die Buchung von Werbung natürlich schon deutlich weiter als es der Fall bei Twitch ist.

Doch gerade die noch nicht perfekte Werbeplattform war es die Twitch auch attraktiv gemacht hat, durch mehr Zeit und Einsatz  konnte man es so schaffen das ein Invest sich noch rechtfertigt. Preise waren noch nicht astronomisch und die Zugänglichkeit zu der Plattform war nicht so, dass jeder einfach Werbung schalten konnte.

Im Google AdWords Umfeld ist man da schon deutlich weiter, durch die jahrelange Erfahrung ist der Zugang zur Werbeplattform für jeden zu bekommen. Das System ist entsprechend ausgereift, Targeting und sonstige Funktionen auf einem guten Stand. Das macht es für viele einfacher zum Start, treibt so aber auch den Preis insgesamt in die Höhe.

Für Twitch wäre es einfach die Chance gewesen von einem Spezialisten in dem Bereich, sich so zu etablieren das passend zu der Zielgruppe, eine Plattform entsteht, die nicht nur für den eSports gemacht wurde sondern diesen auch fördert.

Was mir einfach jetzt schon negativ auffällt, während die Werbung bei Twitch noch sehr generisch war, aber zum Thema Gaming gepasst hat. Muss ich mich nun auf YouTube ernsthaft mit Werbung ärgern lassen die ich insbesondere auf der Arbeit auch bekomme. Eben normale retargeting Werbung losgelöst vom Kontext in dem es gespielt wird.

Ich möchte einfach nicht in meiner Freizeit mit Werbung für meine Arbeit konfrontiert werden, dann doch lieber für neue Spielzeuge / Peripherie oder Spiele grundsätzlich. Das mag aber vielleicht auch einfach noch davon getrieben sein das durch die recht geringe Reichweite bei YouTube Live noch nicht alle Player auf den Zug aufgesprungen sind!

Der Ausblick

 

Ob der Kampf nun schon zu Ende ist und Twitch verloren hat mag ich nicht sagen. Natürlich gibt es immer noch jede Menge Leute die regelmäßig Ihre Inhalte auf Twitch zeigen. Was mich aber wirklich verwundert, in der Regel werden solche Verschiebungen durch Innovationen getrieben und nicht so sehr durch mehr Geld.

Ich hoffe das es sich dahin entwickeln wird, das dass Abwandern einiger Content Provider Twitch aufwecken wird. Und man sich dann dazu entschließt mehr zu investieren um diese wieder zurück zu holen. Nicht unbedingt in mehr Geld für die Producer, aber in Funktionen und Innovation.

Das würde glaube ich allen Seiten sehr gut tun!

Was ist Influencer Marketing, und was ist es nicht?

Influencer Marketing ist immer noch in aller Munde, durch rasant wachsende Zahlen von Followern und den Anstieg von relevanten Netzwerken wird auch der Markt für Influencer immer größer.

YouTube Stars wandeln nun auf den Spuren von TV und Musik Stars, werden eingeladen in TV Shows und machen Werbung für die ganz großen Brands unserer Zeit.

Die Vorstellung einigen wenigen Geld dafür zu zahlen um deren Reichweite für Werbung zu nutzen ist ja praktisch die Grundlage von Werbung, doch in der Vergangenheit waren diese einigen wenigen Fernsehsender, Tageszeitungen und Magazine.

Heute kann dank dem Internet und den Social Media Plattformen und Video Plattformen jeder Reichweite haben. Das führt dazu das wir nun nicht mehr dazu gezwungen sind bei einigen wenigen die Reichweite einzukaufen. Eine weitere Besonderheit ist die Art wie man heute zu dieser Reichweite kommt, nicht durch Rollen in Filmen und Serien sondern durch harte Arbeit und besondere Inhalte.

Es herrscht grundsätzlich noch die Stimmung das jeder mit genug Ehrgeiz diesen Weg einschlagen kann. Das macht es irgendwie sympathischer und greifbarer für die Potenzielle Zielgruppe. Darüber hinaus ist die Nähe zu diesen Leuten eine andere, hat man bei den etablierten Prominenten nur wenige Chancen diese wirklich selber zu treffen und mit ihnen zu interagieren, sind die Influencer von heute viel greifbarer für die Zielgruppe.

Dadurch entstehen ganz andere Arten von Bindungen zwischen dem Influencer und dem Konsumenten der Inhalte. Man fühlt sich nicht mehr nur als ein Zuschauer, sondern wird Teil einer Gruppe, teil der Fan Basis. Außerdem ist es auch viel einfacher möglich mit den Leuten zu interagieren. Sei es durch Kommentare, direkte Nachrichten oder spezielle Sessions wie die Reddit Ask Me Anything oder Q&A Sessions auf Facebook / YouTube.

Doch wofür stehen Influencer nun?

Influencer haben, wie der Name bereits andeutet, einen Einfluss auf die Zielgruppe. Die Follower und Fans haben eine direkte Beziehung zu dem Influencer und können so von diesem gelenkt werden. Konkret sehen viele in den Leuten ein Vorbild und können sich mit diesem identifizieren.

Das sorgt dafür, dass Produkte die vom Influencer vermittelt werden entsprechend gute Resonanz in der Zielgruppe entstehen lassen. Man vertraut seinem Vorbild und seiner Expertise oder dem Geschmack. Redet also die Person die regelmäßig YouTube Videos dreht über ein Produkt seiner Ausrüstung wird damit vermittelt das mit dieser man selbst auch in die Lage versetzt wird.

Es sind also diese Beeinflussungen die es den Werbetreibenden angetan haben. Das Vermitteln der Werte von Produkten in der Hoffnung das daraus ein Kaufverlangen in der Zielgruppe entsteht. Insbesondere die Vorstellung sich durch das kaufen von einem Produkt auch ein Stück vom Influencer zu kaufen ist weit verbreitet.

Dabei ist die Art der Influencer und deren Plattformen weit gefächert. Egal ob Beauty, Gaming spezielle Berufsgruppen oder Fitness. Auf Plattformen wie YouTube, SnapChat, Facebook, Twitter, Instagram … Für praktisch alle Bereiche gibt es Leute die für einen Teil der Leute als Vorbild dienen und so eine Art Leitbild abgeben.

Die Grenze zwischen Sponsoring und Influencer Marketing

Was unterscheidet nun Influencer Marketing von einem klassischen Sponsoring? Während beim Sponsoring das Branding durch Platzierung von Werbung und Slogans im Vordergrund steht, geht es beim Influencer Marketing darum eine auf die Zielgruppe angepasste Botschaft zu transportieren. Es geht darum auszubrechen aus dem klassischen Werbeumfeld und dem Produkt durch den Influencer ein freundliches Gesicht zu geben.

Ein High Level Empfehlungsmarketing, wenn mein „Vorbild“ der Meinung ist, dass dieses Produkt, für das er scheinbar relevante Qualifikationen hat für die Bewertung, gut ist, dann kann ich dem wohl glauben. Es geht also darum glaubhafte Beziehungen und Nutzen vom Produkt zu transportieren.

Dabei ist die Glaubwürdigkeit ein ganz entscheidender Faktor, anders als bei traditioneller Werbung kann durch das falsche Produkt und eine falsche Bewerbung schnell ein enormer Schaden in der Fanbase entstehen. Auch sind die Wege beim Influencer Marketing deutlich kürzer hin zur negativen Stimmung gegen eine Marke.

Influencer Marketing ist also der deutlich anspruchsvollere und heiklere Bereich im Vergleich zu der Platzierung auf dem Trikot bei einem Sportverein oder einem Schauspieler für den TV-Spott zu engagieren.

Nutzen und Chancen

Trotzdem lohnt sich der Aufwand häufig, wenn man sich darüber klar ist was Influencer Marketing ist und was es nicht ist. Die Verbindung die diese Leute mit ihrer Fanbase aufgebunden haben, kann direkt zur Beeinflussung dieser genutzt werden. Produkte die glaubhaft vermittelt werden können vom Influencer haben so in der Zielgruppe eine erhöhte Chance für einen Kauf.

Auch der Bereich von Discovery funktioniert an sich sehr gut. Also den Leuten neue Produkte zu zeigen die sie vielleicht nicht auf dem Schirm hatten. Voraussetzung bleibt aber auch hier das es eine Verbindung zwischen dem Produkt und dem Influencer gibt.

Darüber hinaus sind die Preise von Influencern heute auch durchaus noch moderat in vielen Bereichen, ja es gibt auch die Situation das man horrende Preise zahlt. Doch es ist immer noch möglich mit vergleichsweise wenig Geld Partner zu finden bei der sich die Kooperation durchaus lohnt.

Die möglichen Chancen sind also durchaus vorhanden, attraktive Konditionen vorausgesetzt muss sich Influencer Marketing was die Performance angeht nicht anderen Kanälen geschlagen geben. Darüber hinaus erzeugen solche Kooperationen ähnliche Peaks wie TV Werbung und andere High-Impact-Werbeformen.

Die Messbarkeit

Ein Problem was ich immer wieder bei noch nicht final etablierten Kanälen finde ist die Messbarkeit. Wie sollen Marketing Manager bewerten ob ein Kanal im Vergleich zu anderen gut oder schlecht ist? Aber auch der Vergleich zwischen Influencern ist oftmals nicht trivial.

Natürlich kann man einem Bauchgefühl folgen, doch wenn man sich für ein Investment rechtfertigen muss und große Namen nicht wirklich helfen, wird man früher oder später sich mit den wirklichen Zahlen und der Wirkung auseinandersetzen müssen.

In einer idealen Welt würden wir gerne den Kanal wieder mit Verkäufen verknüpfen. Da uns aber nicht immer der Luxus zu teil wird alle Links entsprechend zu taggen und natürlich auch durch die Platzierung von Produkten oder Aussagen, Leute aufmerksam gemacht werden sollen, ist ein normales Link Tracking relativ schwierig.

Ein erster Schritt zur Transparenz ist die Reichweite der Influencer, dazu können recht einfache Metriken verwendet werden. Die Anzahl von Unique Visitors im Blog, die Follower in den Social Media Kanälen etc. Dies ermöglicht eine erste Einschätzung zur Reichweite zum Vergleich mit anderen.

Der zweite Schritt kann dann die Kontrolle der Views sein, Page Views beim Blog, Reach der Postings, Video Views  auf YouTube. Damit kann verstanden werden wie aus der potenziellen Reichweite, effektive Reichweite und Sichtbarkeit wird. Daraus kann verstanden werden wie Loyal die Follower Basis ist, aber auch wie Content auch außerhalb der eigenen Follower verbreitet werden kann.

Im dritten Schritt sollte es dann um die Interaktion gehen. Die Anzahl der Kommentare unter einem Blog Posting, die Likes auf FB, die Likes / Kommentare auf YouTube. Also wie stark interagieren die Leute mit dem Inhalt. Diese Information kann einerseits dazu verwendet werden um zu identifizieren welche Inhalte gut bei der Zielgruppe ankommen, sind aber auch praktisch das stärkste Signal um zu verstehen ob die Zielgruppe mit dem Inhalt auch verbunden fühlt. Dies ist insbesondere relevant, wenn nicht wirklich die ganze Geschichte erzählt wird durch die Views. Beispielsweise, weil ein Video View nicht aussagt ob der gesamte Inhalt konsumiert worden ist.

Schritt vier wäre dann die Transformation vom Influencer zum Ziel, also unserem Shop oder das was wir bewerben wollten. Dabei hilft natürlich das taggen der Links, aber auch zeitliche Nähe kann genommen werden. Zum Zeitpunkt des Postings sind die Views oftmals am höchsten, diese Information kann genommen werden um Aufrufe, auch wenn diese direkt sind, zu identifizieren und zumindest anteilig dem Influencer zuzuschreiben. Auch die Vorstellung wenn man alle andere Kanäle sehr klar unter Kontrolle hat, müssen die Outlier potenziell durch diesen Kanal gekommen sein.

Dafür muss aber wirklich alles andere sehr gut unter Kontrolle sein, was leider oftmals nicht der Fall ist. Weitere Möglichkeiten bieten sich durch kleine bis mittlere Umfragen bei den Kunden um zu verstehen worüber diese gekommen sind. In der Vergangenheit vor den ganzen Gutscheinportalen waren Gutscheine auch ein attraktives Mittel um so die Verbindung mit dem Kanal der sie ausgibt herzustellen. Eine andere Möglichkeit ist die Verwendung von externen Daten, beispielsweise kann man in Facebook einsehen was für Fanpages Besucher der eigenen Seite geliked haben und bei einer Verschiebung entsprechend zumindest eine Tendenz erkennen ob die Leute es zum Ziel geschafft haben.

Am Ende sollte man sich einfach intensiv mit den Daten beschäftigen und versuchen eine Grundlage zu schaffen auf der man arbeiten kann. Selbst wenn die KPIs nicht unbedingt die besten sind von Anfang an, ist es dennoch deutlich attraktiver mit positiv korrelierenden Daten zu arbeiten als jedes Jahr aufs neue bei null zu starten.

Ausblick

Influencer Marketing wird auch in den nächsten Jahren weiter steigen, die Anzahl an Leuten die Content Produzieren und sich so als mögliche Werbepartner etabliere steigt täglich. Getrieben von Technologien und Möglichkeiten wird die Einstiegshürde immer weiter fallen.

Gerade am Anfang von neuen Bereichen gibt es immer die Möglichkeit günstig sich zu beteiligen und sich einen Profit über Arbitrage zu erarbeiten. Doch auf lange Sicht werden diese Kanäle auch in eine Situation kommen wo man genauer hingucken muss.

Daher ist es mir besonders wichtig frühzeitig sich auf Daten zu verlassen, denn nur so kann auf lange Sicht gewährleistet werden das man die richtigen Entscheidungen trifft.

Marketing muss sich komplett neu definieren

Der Wandel im Marketing in den letzten Jahren ist enorm, das hat unglaublichen Druck auf die Unternehmen ausgeübt um die versuchen dem schnellen Wandel gerecht zu werden. Doch wenn man sich den aktuellen Stand anguckt, haben die aller meisten diesen Schritt weder gut, noch vollständig abgeschlossen.

Es werden noch immer die alten gelernten Strukturen und Vorgänge weiter geführt und sich eingeredet das man so die Zukunft bestreiten kann. Doch wer mit offenen Augen durchs Leben läuft und sich nicht versucht nur mit den Unternehmen zu messen die es auch nicht gut machen, der erkennt die Schwächen, die Probleme und das verlorene Potenzial.

Wir glauben heute immer noch, dass persönliche Beziehungen der entscheidende Faktor für den Erfolg im Marketing ist. Wir haben immer noch das Gefühl das wir selber die besten sind bei der Gestaltung von Preisen. Den Newsletter befüllen wir natürlich selber, denn niemand kennt die Kunden so gut wie wir. Es herrscht einfach eine Naivität und eine Besinnung auf alte Werte. Vollkommen ausgeblendet wird oftmals die omnipräsente Veränderung.

Arbeiten für die es vor Jahren keine Alternative gegeben hätte, werden ohne einen Gedanken an den aktuellen Status und die Zukunft zu verschwinden, auch weiterhin von uns durchgeführt. Egal ob sich Bedingungen und Möglichkeiten teils dramatisch verändert haben.

Dabei ist natürlich der Anspruch an die Mitarbeiter ein anderer geworden, unwichtiger sind Personen geworden die wir noch vor Jahren eingestellt haben, um einen Task stumpf abzuarbeiten damit dieser erledigt wird. Die Zeit ist gekommen für die Denker, die Leute mit entsprechender Ausbildung und dem Wunsch sich dem neuen zu stellen. Veränderung und Lernbereitschaft sind die neuen Kernkompetenzen, nie war es so wichtig sich neuen Gegebenheiten anzupassen und so flexibel zu bleiben. Inhalte die in Hochschulen und Ausbildungen gelernt werden, sind häufig nach dem Abschluss wieder veraltet.

Ihr werdet verlieren

Wer sich auf den Wandel nicht einstimmt, wird verlieren. Vorbei sind die Zeiten wo Marketing durch die Menge getrieben wurde. Es wird immer leichter von Tag zu Tag die breite Masse und die eigene Zielgruppe im Internet zu erreichen. Doch diese Einfachheit hat auch seine Kehrseite, es gibt mehr Konkurrenz.

Konnte man sich früher, durch ein entsprechend großes Marketing Team, es sich leisten jeden Redakteur anzurufen, die Tageszeitungen zu informieren oder einfach durch die Menge an Ressourcen eine Präsenz im Markt zu erzeugen. Spielt das heute kaum noch eine Rolle. Traditionelle Print Medien sind seit Jahren rückläufig, was die Notwendigkeit der Präsenz in solchen Medien stark verringert.

Dazu kommt das die Wichtigkeit von Pressemitteilungen und anderen traditionellen Wegen immer weniger wurde. Heute können einfach einige wenige die Arbeit von vielen übernehmen UND der Unterschied zwischen jemandem der etwas gut macht und jemandem der etwas „macht“ ist gewaltig geworden.

Es sind die Ideen und die Umsetzungen die heute stärker als früher gelten, eine Influencer Kampagne kann 10 000 oder 1 000 000 Leute erreichen mit dem exakt gleichen Budget. Durch das Zusammenspiel von Medien und Kanälen können Reichweiten klug kombiniert und verstärkt werden, oder es verpufft einfach. Natürlich entscheiden hier auch die Inhalte und das Verständnis für die Zielgruppe die der Partner hat und die man erreichen will.

Qualität zählt heute um so mehr, in einer Welt in der Transparenz deutlich höher geworden ist, ist es auch leichter die Kanäle zu identifizieren. Doch trotz dieser Transparenz ist die Art der Umsetzung entscheidender geworden. Dabei zählen weniger die historischen Informationen, als aus den aktuellen Daten die notwendigen Schlüsse zu ziehen. Die Geschwindigkeit und die Veränderungen machen es einfach notwendig sich zügig ein Bild der Möglichkeiten zu machen und dann eine Entscheidung zu treffen für eine gute Kampagne.

Verlieren werden die, die immer noch nicht verstehen um was es geht. Solche die nicht aus den Kampagnen lernen. Es ist notwendig geworden einen anderen Typus von Marketing Mitarbeiter zu beschäftigen. Der Einfluss von Zahlen und die Auseinandersetzung mit neuen Themen ist ein absolutes Muss. Ohne dies kommt man in einer Welt mit unendlichen Möglichkeiten mit mehr oder weniger identischen Aufwänden nicht wirklich zurecht. Da für die meisten die Ressourcen endlich sind muss nämlich geklärt werden welche Kanäle und Möglichkeiten wie bespielt werden sollen.

Dazu kommt das der Unterschied zwischen guten Marketing Mitarbeitern sich den Verhältnissen bei der Softwareentwicklung annähert. Ein guter Mitarbeiter schafft durchaus heute 10x mehr trotz gleichem Zeitaufwand und Budget. Das ist einigermaßen erschreckend, wenn das eigene Team nicht aus solchen Leuten besteht. Plötzlich wird klar warum kleinere Unternehmen mit weniger Mitarbeitern, scheinbar unmögliches auf die Beine stellen,

Mit Daten lassen sich heute schon ein Großteil der Marketing Aufgaben besser lösen

Daten sind die neue Währung im digitalen Zeitalter, Informationen ermöglichen es uns Wege zu beschreiten die vorher unmöglich schienen. Selbst bei so Themen wie dem Influencer Marketing sind Daten von enormer Bedeutung, trotz der Tatsache das dies immer noch ein Bereich ist, der sich auf einer persönlichen Ebene abspielt.

Dabei geht es um die Wahl der Influencer, die Bewertung der Reichweite, die Effektivität und das direkte Umfeld. Wie kann man das Maximum aus einer Beziehung herausholen? Wie können wir Möglichkeiten nutzen um mit wenig Einsatz die Reichweite noch zu verstärken? Aber auch die Frage wie trägt man die Beziehung zu dem Partner Medial weiter …

All diese Fragen werden heute oftmals nur unzureichend beantwortet. Oftmals weil die Leute die direkt an solchen Projekten arbeiten von diesem Feld keine Ahnung haben. Der Preis dafür ist hoch, nicht nur durch verlorene Potenziale, sondern auch durch die Tatsache getrieben das es nicht unwahrscheinlich ist das durch ein schlechtes Verwalten der Erfolg nicht wirklich messbar oder reproduzierbar wird. Trotzdem können Kampagnen ein Erfolg werden, dadurch getrieben das man Glück hatte oder das Bauchgefühl nicht so weit weg ist von den Daten. Doch darf man sich dann nie die Frage stellen ob ein anderer Kanal oder eine andere Strategie nicht 2-3x so viel gebracht hätte.

Brauchen wir dann Marketing überhaupt noch?

Ja, wir brauchen Marketing noch. Doch wir müssen lernen mit den neuen Randbedingungen umzugehen. Dazu gehört das Akzeptieren von Daten als Mittel zur Verbesserung und die Erkenntnis das nicht gerade wenig Bereiche schon heute besser von AI gelöst werden können.

Es wird einfach eine Verschiebung und eine neue Definition von Marketing benötigt. Aufgaben die früher ganz klassisch durch Erfahrungen gelöst worden sind, können heute durch Daten erledigt werden. Dadurch spielen Bereiche wie Strategie und Einsatz von Tools eine viel größere Rolle.

Das bedingt einfach eine andere Arbeitsweise, der Trend zu immer mehr Softwareentwicklern in den Digitalen Firmen insbesondere im Handel ist ja kein kleiner. Durch den Einsatz von IT können einfach viele Dinge besser gelöst werden und das nicht nur beim optimieren von Workflows, sondern auch dieKunden orientierten Werbemaßnahmen.

Natürlich war die IT schon immer eine Möglichkeit Workflows zu verbessern, doch jetzt geht es nicht mehr nur um die Unterstützung sondern um die Ersetzung von Mitarbeitern. Was einfach noch mal ein Schritt mehr ist als vielen das vielleicht bewusst ist.

Besonders spannend wird es sein in den Unternehmen die Spannungsverhältnisse zu beobachten. Wann die Verschiebung weg aus dem klassischen Marketing, hin zu den Daten vollzogen wird. Wer diesen Punkt verpasst oder zu spät vollzieht. Am Ende wird dieser Schritt darüber entscheiden wie Konkurrenzfähig man bleibt.

Daten als Unterscheidungsmerkmal zur Konkurrenz

Noch immer wird der Einsatz von Daten nicht vollständig verstanden, doch es sollte den Leuten klar werden das die Kontrolle über die Daten der Kunden und der Interaktion eine einmalige Möglichkeit bietet.

Wer die Daten im Griff hat, erarbeitet sich die Möglichkeit für mehr Spielraum bei dem Einkauf von Traffic und kann so im Vergleich zur Konkurrenz mit anderen Geboten immer noch profitabel arbeiten. Aber natürlich auch seinen ganzen Kanal besser optimieren.

Daten und der Umgang damit sind bei praktisch allen Top Firmen ein absolut zentraler Punkt. Egal ob GAFA, Zalando, Trivago oder andere…

Ich kann nur hoffen das, dass Verständnis einfach schneller Einzug hält und es so nicht zu spät ist für eine Vielzahl von Unternehmen die immer noch denken das dass Bauchgefühl am Ende entscheidend sein wird. Daten umgeben uns täglich und steuern gerade im eCommerce und Marketing fast alles.

Wer das versteht und sich entsprechend positioniert stellt sich schon mal gut für die Zukunft auf und wird dann nicht überrascht, wenn man ohne eine entsprechende Teamstärke und ein Investment nicht mehr am Tisch der relevanten Player sitzt.

Dazu gehört auch einfach noch mal der Hinweis das insbesondere das Initiale Investment in solche Bereiche mit zunehmender Zeit immer höher wird um praktisch dem Standard hinterher zu laufen und dann muss man auch erst mal lernen damit umzugehen.

Zum Abschluss möchte ich noch als Diskussion dieses Video hier lassen über Cambridge Analytica:

Die Situation bei Notebooksbilliger

Wenn in meiner „Heimatbranche“ der Elektronik große Interviews und Diskussionen entstehen bin ich immer sehr froh etwas mehr Einblicke zu gewinnen. Daher hat mich besonders das Kassenzonen Interview mit NBB Chef Arnd von Wedemeyer gefreut.

Historisch bedingt war für mich NBB im Vergleich zu Cyberport immer nur zweite Wahl. Ich finde man merkt einfach den Unterschied zwischen einem Investoren und Zahlen getriebenem Ansatz und dem von NBB der etwas weniger zielstrebig und auf weiche Faktoren setzt.

Das bedeutet nicht zwangsläufig das ein NBB nicht auch gute Ansätze vertreten könnte und das die Unternehmensführung und Form einen entscheiden Faktor aus macht. Trotzdem beobachte ich die beiden nun seit einigen Jahren und für mich sind die Unterschiede mehr als spürbar.

Auch wenn, in der nahen Vergangenheit der Umsatz eher bei NBB lag als bei Cyberport … was aber auch nicht die volle Wahrheit und das gesamte Bild abgibt. Dazu kommt einfach für mich auch das spannende Jahr 2017 für Cyberport, nach einer Offensive auf dem Job Markt hat sich glaube ich Cyberport da ein wirklich sehr zukunftsfähiges Team gebaut deren Einfluss sich aber auch erst in den nächsten Jahren wirklich zeigen wird.

Ich möchte an dieser Stelle gerne mal auf das Interview und die für mich entscheidenden Passagen eingehen:

Wir hingegen sind gut darin, Produkte zu verkaufen, die erklärungsbedürftig sind und bei denen sich der Kunde zum Zeitpunkt der Grundentscheidung, dass er etwas kaufen will, noch nicht sicher ist, was er möchte.

Diese Aussage hat NBB in den vergangenen Jahren durchaus öfter wiederholt. Den Anspruch zu der Informationsquelle für den Kauf von Notebooks und Co zu werden um so einen Mehrwert zu generieren. Trotzdem muss man hier auch mal sich angucken in was das konkret mündet im aktuellen Shop:

Produktbeschreibung von „Beliebtestem Notebook“

Eine wenig ansprechende Produktbeschreibung mit mäßigem Inhalt. Genauer ausgedrückt werden die Technischen Eigenschaften einfach nur in ein vorher definiertes Template gefüllt, zumindest wirkt es so. Dabei ist der erste Eindruck mehr als ernüchternd für einen Artikel der anscheinend sehr beliebt ist.

Hier kann ich zumindest dem Argument des verbesserten Informationsangebots wenig abgewinnen. Dazu ist im Vergleich zu Amazon der Social Proof durch Bewertungen eher gering. Was einer der stärksten Faktoren ist für die Auswahl von Produkten im Internet. Konkret in dem Fall geht es um die Bewertungen die bei Notebooksbilliger eher gering ausfallen.

Natürlich hat NBB nicht nur die Produktbeschreibungen als mögliches Mittel. Doch der „Notebook-Berater“ ist nicht mehr als ein leicht grafisch aufbereiteter Filter der eigentlich keinen überwältigenden Mehrwert liefert und darüber hinaus Leute dessen Kenntnisstand über die Produkte minimal ist häufig Kopfzerbrechen auslöst.

Da wünscht man sich beispielsweise für ein Spielenotebook eine schnelle SSD und bekommt am Ende dann doch nur ein Produkt mit einer gewöhnlichen HDD. Auch die Werbetexte sind oftmals mehr als dürftig, wer bei 15 Zoll und Auflösungen UNTER Full HD von „Hochauflösend“ spricht, weckt bei mir nun nicht unbedingt vertrauen.

Wir haben im Notebookbereich einen Marktanteil, der so groß ist, dass wir uns Produkte von den Herstellern wünschen können. Und die sind dann garantiert einzigartig, relevant und gut. Wir haben SSDs dann vielleicht vor allen anderen auch in günstigen Geräten. Oder bestimmte Grafikkarten in Kombination mit bestimmten CPUs.

Das kennen wir doch irgendwo her als Vorgehen oder? Genau, bei der weißen Ware als diese den Weg ins Internet geschafft hat. Dann war auf einmal der Fernseher für Media Markt und Saturn ein wenig anders als die Online Produkte. Doch das Ziel war dort mit SICHERHEIT nicht das bessere Produkt zu haben, sondern sich dem Preisvergleich zu entziehen.

Und genau das ist auch der Weg von NBB. Die wirklichen Top Produkte sind nämlich nicht die Spezialanfertigungen die sich NBB gewünscht hat, sondern die Varianten die der Hersteller vorher definiert hat. Denn der Markt ist für einen HP und einen Lenovo und Co ja nicht nur Deutschland und als Experte spielt sich NBB nun wirklich nicht auf.

Daher kann ich nur schwer verstehen wieso die Top A Brands ein Produkt das laut NBB besonders gefragt wäre nicht von sich aus produzieren würden und da erst den Input von einem lokalen Player benötigen sollte.

Arnd erzählt, dass notebooksbilliger.de das erste Acht-Zoll-Windows-Tablet in Deutschland, das von Dell kam, ein Dreivierteljahr lang exklusiv verkauft hat. Der Preisunterschied zu anderen Acht-Zoll-Notebooks wäre im Laden nicht zur erklären gewesen, notebookbilliger.de hat aber die Nachfrage geschaffen.

Die Geschichte kenne ich ziemlich gut, da direkt durch dieses Produkt wir uns bei meinem letzten Arbeitgeber dazu entschlossen haben selber ein Tablet in der Größe mit Windows anzubieten. Das Argument das dies aber durch NBB besonders getrieben wurde, kann ich wenig abgewinnen. Der Preis war sehr attraktiv da es sich um ein Windows und nicht Android Gerät gehandelt hat. Und gerade die Internet Affinen Nutzer haben natürlich direkt die Vorteile und Möglichkeiten erkannt.

Im Nachgang zu diesem 8 Zoll Tablet mit Windows kamen viele Alternativ Produkte wie das ONE Xcellent 8 oder das Volkstablet. Daher war definitiv der Markt für so ein Gerät schon deutlich früher existent und den Einfluss von NBB auf diesen Bereich würde ich eher gering ansehen. Da auch eher kleinere Buden durchaus einfach tausende von dieser Geräteklasse verkaufen konnten.

Beispiel: Wir sind in den letzten Jahren jeweils gut 20 % gewachsen, obwohl der Markt bei Notebooks und PCs um zwei bis drei Prozent und der Tablet-Bereich noch stärker geschrumpft ist.

Diese Marktzahlen beziehen sich aber auf den Gesamtmarkt und nicht unmittelbar auf den Endkundenbereich. Durch die gestiegene Leistung und das Ende der Notwendigkeit für Updates im Windows Umfeld gab es einfach keinen Druck mehr für die ganzen Firmen immer weiter zu aktualisieren. Dadurch ist ein Großteil vom Markt nicht mehr da, aber diese Verkäufe werden eh nur in kleinem Rahmen von NBB und Co abgefertigt.

Dazu kommt das hier oftmals auch Stückzahlen mit Umsätzen verglichen werden, denn die Umsätze steigen durch die Tatsache das ein Update nur dann spürbar ist wenn auch entsprechend Geld investiert worden ist.

Insbesondere im PC Bereich gibt es beispielsweise bei allen Spezialisten in diesem Bereich deutliches Wachstum. Daher ist da NBB definitiv keine Ausnahme oder ein besonderer Fall, sondern ist eher die Regel.

Kann NBB also wirklich dem eigenen Anspruch gerecht werden?

Ich finde es eher ernüchternd was Notebooksbilliger wirklich dem Kunden zeigt. Die Grundsätzliche Idee als Ratgeber für die Kunden zu fungieren ist sicherlich nicht neu aber dennoch eine gute. Allerdings ist die Umsetzung eher mäßig gelungen, daher kann ich von dieser seit Jahren bei NBB ausgegeben Strategie eher wenig finden.

Wenn man sich dazu noch die Traffic Quellen anguckt laut Simliarweb:

Und die Aufteilung bei Referrals

(https://www.similarweb.com/website/notebooksbilliger.de#overview)

Sieht man dann doch deutlich wie das Modell Notebooksbilliger funktioniert. Getrieben von Preis, entgegen der Aussage von NBB selbst, bei Idealo / Geizhals und Schnäppchenjäger auf MyDealz. Dazu das in der Elektronik Branche übliche SEO was wohl sicherlich auch bei NBB immer noch den Großteil des Umsatzes macht.

(SISTRIX Daten)

Gerade das Argument SEO ist übrigens oftmals der Grund warum man im Content Bereich aktiver wird. Daher sehe ich auch hier eher das Argument für ein wenig mehr Redaktionelle Inhalte zu Gunsten von SEO und dem daraus generierten Traffic und nicht so sehr getrieben von der Idee dem Kunden möglichst bei der Wahl des Produktes zu helfen.

Fazit

Auf Exciting Commerce wurde die richtige Frage gestellt:

Kann ein Notebooksbilliger nochmal den Anschluss finden?

Und gemessen an der momentanen Situation würde ich dies eher verneinen. Sicherlich ist NBB kein Kandidat der in den nächsten drei Jahren vom Markt verschwindet. Und durch die vorhandenen Ressourcen ist man sicherlich auch noch in der Lage sich zu verändern.

Doch wirklich Ansätze dazu sehe ich nicht, besonders der langfristige Konkurrent Cyberport hat hier einen deutlich besseren Eindruck hinterlassen und wird wohl eher kurzfristig NBB abhängen.

Dazu kommt die Stagnation im SEO und die fehlenden Zukunftsorientierte Ausrichtung, vielleicht auch das Selbstbild des Unternehmens das die entscheidenden Schritte für die Zukunft verhindert.

Für mich zählt ein NBB in der jetzigen Form eher zu den Kandidaten die auf lange Sicht verschwinden werden, als von Kassenzone betitelt einer der Player von dem „Amazon lernen kann“. Am Ende wird die Zeit uns die Antwort liefern und vielleicht kann eine kritische Betrachtung auch für eine Verbesserung und den Schritt in die richtige Richtung führen.

Zu wünschen wäre es unser Branche ja …

Marketing auf der Suche nach „The Next Big Thing“

Marketing scheint selbst ein Opfer von sich selbst zu sein, getrieben von „The Next Big Thing“, folgen wir den neusten Trends und Technologien. Immer wenn ein neues Thema gerade hoch gekocht wird, steht es wieder auf der Marketing Agenda und wird als notwendigen nächsten Schritt bezeichnet.

Egal ob es das Thema E-Sports in der Vergangenheit war, dass man auf keinen Fall verpassen durfte, SnapChat das Medium wo die jungen Leute sich heute versammeln, die Chat Bots für FB Messenger oder das Trend Thema Influencer. Es wird berichtet in den Medien von den unglaublichen Erfolgen und der Notwendigkeit sich nun damit auseinanderzusetzen.

Das neue erreicht eine Bekanntheit und eine Marktdurchdringung in unglaublicher Geschwindigkeit. Ist erst mal ein neues Thema gefunden, scheinen praktisch alle auf diesen Zug aufzuspringen und entweder darüber zu berichten oder eigene Erfahrungen in dem Bereich zu teilen.

Doch ist das wirklich sinnvoll?

Firmen die es nicht schaffen einen ordentlichen Newsletter die Woche zu produzieren beschäftigen sich nun mit SnapChat und fragen sich wie man dort tolle Videos für die Zielgruppe produzieren kann.

Es wird Geld in Videos auf YouTube gesteckt ohne zu verstehen wie man mit der Plattform und den Möglichkeiten umzugehen hat. Anschaffungen von Ausrüstung, einstellen von Leuten, die Augen immer auf die ganz Großen gerichtet und das dann für Videos die ein zweifelhaftes Image transportieren und kaum Views generieren.

Influencer werden behandelt wie klassisches Sponsoring, durch Einbindung der Logos wird erwartet das die Reichweiten zu einer Verbesserung der eigenen Marke führen und das plötzlich Kunden mehr kaufen wollen.

Dabei kann nicht mal die eigene Zielgruppe wirklich beschrieben werden. Es werden in diese Hype Themen Gelder geschoben ohne ein klares Verständnis für die Plattformen und das in einer Situation wo die absoluten Grundlagen noch immer auf der Strecke bleiben.

Es scheint einfach viel spannender zu sein sich mit dem Neuen zu beschäftigen als das „Alte“ richtig zu machen. Doch zu welchem Preis?

Die Ressourcen der aller meisten Firmen sind endlich, das schielen auf die ganz großen der Branche ist oftmals wenig hilfreich. Irgendwie ist in den letzten Jahren die Vorstellung entstanden das die neuen Themen immer mehr Aufmerksamkeit bekommen sollten als die bestehenden.

Ein kleiner Erfolg in einem neuen Thema scheint mehr wert zu sein als ein langfristiger in bereits etablierten Bereichen.

Besinnung auf die wahren Aufgaben

Wir alle geben einen nicht gerade kleinen Teil im Marketing für Technologien aus die wir schon seit Jahren mit uns führen, sei es E-Mail, Facebook, Customer Service oder grundlegendes wie den Online Shop und die angeschlossenen Systeme.

Doch scheinbar ist es zunehmend unattraktiver in diesem Bereich sich zu betätigen, lieber werden Ressourcen aus diesen Bereichen abgezogen und in neue Tools und Möglichkeiten gesteckt. Oftmals werden hier im Detail kleine Erfolge in neuen Kanälen durch eine deutliche Schwächung in etablierten Bereichen getauscht.

Da stellt sich doch die Frage warum wir unser Auge auf die neuen 10% legen, anstatt uns mit den fundamentalen Punkten zu beschäftigen und diese zumindest auf einen Stand zu bringen bei dem man sich nicht vorwerfen lassen muss hier im Vergleich mit der Konkurrenz im Hintertreffen zu sein.

Zwischen einem Newsletter der ein mal die Woche halb automatisch erstellt wird und einer Lösung die Themen bezogen auf die Kundenwünsche eingeht, ist nicht nur ein großer Unterschied beim Kunden, sondern letztendlich auch beim Umsatz.

Die immer gleichen Facebook Postings, können durchaus auch durch neue Innovativere Konzepte getauscht werden. Anstatt für den Shop einfach mal für den Kunden etwas posten.

Produktbeschreibungen können mit Bildern aufgewertet werden anstatt die immer gleichen Texte von Herstellern oder aus Templates zu kopieren und dem Kunden zuzumuten sich einen schlecht formatierten Text durchzulesen dessen Inhalt oftmals wenig hilfreich ist.

Dieses Rennen immer wieder zu versuchen neue Themen zu bearbeiten und dabei praktisch nur 10% der Möglichkeiten zu nutzen macht einen am Ende zu etwas schlechtem in allen Bereichen. Man hat die etablierten Kanäle und Maßnahmen nicht im Griff und gewinnt durch die neuen Kanäle kaum etwas signifikantes hinzu.

Wer verstanden hat welches Argument bei einem Kunden gut funktioniert bei Facebook, kann dieses wieder in der Produktbeschreibung weiter führen und im Zweifel dann auch bei neueren Themen wie beim Influencer Marketing wieder aufnehmen um möglichst kompakt die Nachricht rüber zu bringen.

So entstehen Synergien und eine Grundlage auf der auch neue Technologien und Themen bearbeitet werden können. Es ist schneller zu erkennen welche Kanäle für einen Relevanz haben können und wie dort mit der Zielgruppe interagiert werden kann.

Du hast ein sehr visuelles Produkt? Instagram und Pinterest sollten auf deiner Shortlist nach den Grundlagen stehen. Du willst nähe und deinen Kunden deinen Brand näher bringen? Vielleicht ist SnapChat dann etwas für dich. Bereits eine große aktive Community? Such nach möglichen Lösungen in dem Umfeld um insbesondere die Interaktion untereinander zu stärken …

Die Balance macht es

Sollten wir nun darauf verzichten neuen Technologien und Entwicklungen zu folgen? Wahrscheinlich nicht, wir sollten uns aber sehr bewusst darüber sein, was es bedeutet diesen Themen zu folgen. Abgesehen davon, dass wir dadurch Ressourcen in den bestehenden Feldern verlieren, ist es insbesondere wichtig zu erkennen welche der vielen neuen Möglichkeiten einen Erfolg für das eigene Geschäftsmodell bedeuten.

Es sollte uns klar sein, dass durch die Vielzahl der neuen Themen, und ja insbesondere auch der Möglichkeit eigene zu erschaffen, unsere Ressourcen stark begrenzt sind. Diese effektiv und sinnvoll zu nutzen muss oberste Priorität haben.

Dabei sollte man aber auch das etablierte Geschäft stets als Enabler für zukünftige Themen sehen. Wer die Grundlagen der Themen beherrscht die heute zum normalen Marketing gehört, dem wird es auch einfacher fallen neue Technologien zu etablieren und zu bewerten welche davon für einen selbst in Frage kommen.

Das Mindset muss sich einfach ändern

Wir müssen uns von diesem Hebel, und der Vorstellung das es einen solchen gibt, einfach verabschieden. Auch wenn andere große Erfolge mit Maßnahmen haben, ist vollkommen unklar ob es bei uns einen ähnlichen Erfolg haben wird.

Natürlich gibt es diese Fälle trotzdem in der Welt. Es ist aber deswegen nicht ratsam wegen 20 Leuten im Jahr davon auszugehen das wir genau so einen Erfolg auch erreichen werden. Da würde ich eher auf die Konstanz setzen und durch harte Arbeit den Weg weiter zu beschreiten.

 

Die Versuchung sich von den alten Themen zu lösen und sich neuen Themen zu widmen ist groß. Doch bei der Menge an neuen Themen die praktisch täglich dazu kommen können wir nicht allem hinterher laufen in der Hoffnung den heiligen Gral gefunden zu haben.

Trotzdem ist es natürlich wichtig in Bewegung zu bleiben. Wer heute immer noch im B2C Bereich keine Social Media Präsenz hat geht nicht gut mit den Möglichkeiten um. Es muss einfach jedem klar sein welche Vorteile das neue bringt, wie dort eine Strategie aussehen kann und ob die Erwartungen wirklich erfüllt werden können.

Am Ende hilft es auch hier ungemein auf wirklich guten analytischen Füßen zu stehen, wer heute eine klare Aussage über die Effektivität von Kanälen und deren Performance treffen kann. Der hat es natürlich leichter sich mit neuen Themen zu beschäftigen, da die Randbedingungen und die Erwartungen viel greifbarer werden.

Ich möchte es noch mal deutlich zum Schluss machen, dies ist kein Aufruf sich nicht mit neuen Themen auseinanderzusetzen, sondern ein Aufruf sich rational diesen zu nähern. Mehr getrieben von Daten, von Entwicklungen, von den Möglichkeiten, als von der Anzahl der News Posts zu dem Thema.

Nutzt die Möglichkeiten die sich euch bieten so gut ihr könnt ohne dabei elementare Kanäle zu vernachlässigen, tauscht nicht das etablierte für eine Vorstellung von etwas neuem die wenig realistisch ist. Nutzt das Wissen und eure Expertise um daraus eine Bewertung abzuleiten die euch realistische Ziele prognostizieren lässt.

Mein beruflicher 5 Jahresplan

Runde Geburtstage ab einem gewissen Alter, laden förmlich dazu ein sich darüber Gedanken zu machen wo man heute steht und wo man in den nächsten 5 Jahren stehen möchte. Trotz meines doch sehr kurzen beruflichen Lebens, finde ich es gut und richtig sich darüber im Klaren zu sein wie die Reise weiter geht.

Um die Spannung für den ein oder anderen raus zu nehmen: Ich habe keine Ambitionen bezüglich spezieller Firmen oder einer besonderen Stellung. Meine Definition von Zielen ist eher so zu betrachten, dass ich gewisse Punkte außerhalb des Firmen Umfeldes erreichen möchte.

Meine Wunschliste

Ein Buch

Nicht besonders kreativ, aber trotzdem irgendwie in letzter Zeit immer mehr als ein Wunsch gereift. Ein Buch zu schreiben haben sicherlich viele Leute auf dem Schirm. Für mich gibt es einfach noch so viele Geschichten zu erzählen im E-Commerce und Marketing Umfeld das ich meinen Teil dazu beitragen will. Bei der Menge an Büchern die ich lese stelle ich auch immer wieder fest wie viel man von neuen Perspektiven lernen kann und wie die Historie der Autoren dabei hilft neue Wege zu finden.

Konferenz Speaker

Ein weiterer Wunsch von mir wäre es bei einer für mich relevanten Konferenz als Speaker aufzutreten. Daraus würde ich ableiten wollen das ich für einen Bereich ein Wissen erreicht habe das spannend genug ist, es einer breiteren Masse zugänglich zu machen. Dabei habe ich allerdings schon jetzt gewisse Ansprüche, mir würde es tatsächlich nicht reichen bei einem 50 Leute Publikum zu sprechen. Das Ziel sollte schon eine der Top Konferenzen sein, sei es die K5 oder die Online Marketing Rockstars oder was auch immer bis dahin noch kommt und einen ähnlichen Stand hat.

Podcast

Podcasts feiern momentan ein kleines Revival, waren sie zwar nie wirklich weg, scheint es aber nun ein gesteigertes Interesse an dieser Art der Unterhaltung zu geben. Für mich sehe ich darin die Chance vielleicht in Zukunft Diskussionen über interessante Themen einem breiterem Publikum zugänglich zu machen. Aber auch den Erfolg, endlich den Schritt gemacht zu haben, mehr sozialen Kontakte und Nähe zu den Größen der Branche zu haben.

E-Commerce Beratung

Wenn auch nicht als Vollzeitjob, fände ich es extrem spannend mich in einem Beratungsumfeld einbringen zu können. Die Digitalisierung und der Online Handel mit all seinen Facetten bringt gerade für etablierte Player immer wieder neue Fragen auf. Dessen Antworten aber auch häufig nicht selbst geliefert werden können und der Input von außen enorm hilfreich ist. Teil eines solchen Prozesses zu werden und so in Kontakt mit den Problemen und Geschäftsideen zu kommen würde mir sehr gefallen. Es muss ja nicht gleich eTribes sein, vielleicht findet sich da ja auch etwas kleineres.

Blog Entwicklung

Stellvertretend für alles was mit dieser Präsenz zu tun hat hier der Punkt das ich natürlich auch anstrebe in diesem Umfeld eine Entwicklung hin zu bekommen. Gemessen an den großen Playern in meinem Bereich und den potenziellen interessierten hoffe ich so in den nächsten Jahren auf einen hohen 4 stelligen Besucherwert zu kommen im Monat. Ich denke als Einzelperson in so einem Umfeld wäre das schon durchaus beachtlich.

Besuch von Konferenzen

Viel zu selten habe ich in der Vergangenheit Konferenzen besucht, zwar werden nach und nach auch Aufzeichnungen nach dem Event online gestellt. Doch die Möglichkeit die Leute dort direkt zu treffen und sich über Probleme und Strategien auszutauschen ist oftmals von unschätzbarem Wert. Daher ist es definitiv mein Ziel in den nächsten Jahren meine Frequenz deutlich zu steigern, aber auch die Effektivität davon. Also mit mehr Visitenkarten von spannenden Leuten wieder zu kommen. Ich finde nur so hat man die Möglichkeit sich auch selber entsprechend zu entwickeln, indem man sich auch regelmäßig mit den Besten der Branche auseinandersetzt um von diesen zu lernen. Darüber hinaus wäre das auch eine super Chance für potenzielle Kandidaten vom Podcast. Leider sind die meisten Events in meinem Umfeld aber auch für Firmen ausgelegt, dass dazu führt das die Preise recht hoch sind für Privatleute. Das wird sich sicherlich negativ auf die Frequenz auswirken.

 

Fazit

Eigentlich bin ich insgesamt ganz zufrieden mit meiner Entwicklung und der Positionierung, sehe aber glücklicherweise noch viel potenzial für Wachstum und Verbesserung ohne mich vor den neuen Herausforderungen und Zielen zu fürchten. Noch gucke ich gerne nach „oben“ und freue mich auf die Möglichkeiten und hoffe das ich weiter die Chance bekomme mir diese Ziele zu erfüllen.

Ich freu mich ziemlich diese Ziele zu erreichen und hoffe das daraus wirklich wie gehofft viel positives entstehen wird.

Woran bewerten wir den Erfolg von Unternehmen?

Wachstum wird immer wieder als universeller Gradmesser verwendet um den Erfolg von Unternehmen zu bewerten. Doch taugt dieser wirklich dazu? Woran erkennen man starke und erfolgreiche Unternehmen? Welche Rolle spielt in dem Kontext EBIT?

Jeder kennt die Diskussion um Zalando, über Jahre wurden dort Verluste gefahrenund viele haben zu dem Zeitpunkt das Projekt Zalando schon als gescheitert angesehen. In den letzten Jahren hat man aber nun die Kurve gekriegt und nicht nur ein beachtliches Wachstum, sondern auch die Profitabilität erreicht.

Beispiel Amazon, Gewinne scheinen der Feind dieses Unternehmens zu sein. Praktisch alles wurde sukzessive in den Ausbau und die Optimierung gesteckt. Mit unglaublichen Wachstumsraten steht Amazon nun eigentlich blendend da und schreibt in letzter Zeit auch nicht nur die 0 sondern weist deutliche Gewinne aus.

Der Händler Zooplus spielt genau in dieser Liga mit, angefangen mit Verlusten, aber enormen Wachstum steht praktisch seit 2013 nicht nur steigende Wachstumsraten beim Umsatz, sondern auch ein positives Ergebnis nach Steuern.

Media-Saturn, der Name im Elektronik Geschäft über viele Jahre, hat aber praktisch seit 2011 keinen nennenswertes Wachstum mehr. Gewinn macht MSH (Media-Saturn-Holding) zwar immer noch, musste aber nach den fetten Jahren von 2010 (625M Euro EBIT) auf zwischenzeitliche 300M runter und liegt momentan bei rund 450M. Trotzdem wächst das Unternehmen im Umsatz wenn auch langsam.

Otto, zeigt im Multichannel-Einzelhandel seit 2011/12 ein Rückgang im Umsatz. Der EBIT für den Gesamtkonzern war zwar schon 2011/12 Positiv, schwächelt nun aber wieder. Der Umsatz zeigt nun langsam wieder nach oben, hat also ein Wachstum.

Unterschiedliche Ausgangssituationen

Betrachtet man die oben aufgeführten Firmen genauer, erkennt man die Unterschiedliche Historie und dementsprechend die Lasten. Ein Media-Saturn hat dank der noch immer zahlreichen, häufig nicht profitablen, Ladengeschäfte einen enormen Kostendruck. Zooplus, Amazon und Zalando hingegen können deutlich flexibler und Kosten effizienter arbeiten. Ein OTTO aus dem Versandhandel kommend, schafft nur mit aller größter Mühe gerade die Kurve und ist auf dem Weg zu einem entsprechendem Online Player.

Doch uns ging es ja um die Frage, wie bewerten wir nun solche Unternehmen und woran erkennen wir vermeintlich erfolgreiche Unternehmen? Oder aber, welche Unternehmen sind wirklich Gesund und haben etwas nachhaltiges?

Die Gesundheit von Unternehmen ist aus meiner Sicht heute schwieriger zu beantworten als früher. Durch den digitalen Wandel, sind alte Geschäftsmodelle ständig unter Beschuss von neuen innovativeren Konzepten. Dazu kommt aber auch das selbst innovative Player und online gestartete Unternehmen sich nun einer neuen Konkurrenz gegenübersehen. Es ist heute einfacher in den klassischen Handel einzusteigen als früher. Dadurch sinken insgesamt die Hürden für neue Player und es entsteht so eine andere Konkurrenzsituation. Insbesondere im stationären Handel war das eröffnen eines Ladens mit hohen Investitionen verbunden. Einen Online Shop kann man heute schon günstig mieten bei Shopify und Co.

Bei einer Bewertung der Unternehmen spielt also eine Entscheidende Rolle wie man sich hier gegen diese Veränderungen aufgestellt hat. Ein Amazon mit der massiven Optimierung des ganzen Logistikprozesses und dem Marktplatz, hat sich so beispielsweise in eine günstige Situation manövriert und kann eher entspannt in die Zukunft gucken. Trotzdem werden hier durch Amazon Prime (inklusive Video etc) den Dash Buttons, Alexa und die Ebook Reader und Tablets und nicht zu vergessen das Cloud Geschäft weitere Felder geschaffen. Man bleibt also nicht stehen sondern versucht neue Vertikale Geschäftsfelder zu finden oder Ergänzungen vorzunehmen bei denen es entsprechende Synergien gibt.

Zalando verschiebt sich selbst gerade vom Händler zur Plattform für Hersteller, dazu kommen immer wieder neue Projekte im Mobile Segment und ein extrem innovativ getriebenes Unternehmen insgesamt. Dank der Größe ist es Zalando mittlerweile möglich als Zugang zum Kunden zu fungieren und wird dadurch spannend für alle Marken. Dafür benötigt es aber auch einen Shop und ein Umfeld in dem sich Kunden besonders wohl fühlen und gerne wieder kommen. Getrieben durch besonders effektives Marketing und durch die Berliner Schule ist Zalando ein extrem Daten getriebenes Unternehmen geworden was eindrucksvoll zeigt wie man mit Kunden umzugehen hat.

Zooplus ist operativ auf den Spuren von Amazon und macht einfach vieles richtig. Dazu ein Sortiment das momentan eher schwach online präsentiert ist außerhalb von Zooplus sorgt für zusätzlichen Spielraum. Mittlerweile ist hier auch einfach eine Größe erreicht das selbst die Lokalen Größen wie Fressnapf vermutlich im nächsten Jahr im Gesamtumsatz überholt werden. Das ermöglicht dann wieder neue Wege die den Vorsprung vor neuen Playern in dem Segment zementieren sollen. Die Zooplus geschichte ist wirklich auch eine sehr schöne und insbesondere eine die nicht immer alle auf dem Schirm haben!

Media Saturn leidet einfach unheimlich unter dem stationären Handel und schafft es gerade so, dank klassischem Online Shop, die Umsätze nicht zu verlieren. Ob das auf lange Sicht ausreichen wird bleibt fraglich, guckt man sich die Konkurrenz durch Amazon, Cyberport, NBB, Alternate, AO und anderen an, fragt man sich schon, was dort langfristig entgegengestellt wird. Momentan versucht man es durch Service Dienstleistungen um so die verlustreichen Lokale zu einer Anlaufstelle für neue Dienstleistungen umzuwandeln. Dadurch wird das Problem der hohen Kosten und der schwachen Innenstädte wohl aber nicht gelöst.

OTTO ist immer noch in einer schwierigen Transformation und muss in den nächsten Jahren erst mal beweisen das diese auch wirklich funktioniert hat. Aus dem traditionellen Katalog einen Shop zu machen ist noch nicht die Leistung. Die Frage wird werden, wie kann sich ein OTTO im Markt positionieren? Momentan ist man noch im Vorteil durch die Bekanntheit. Doch auch das wird durch die jüngere Generation zunehmend weniger. Dazu kommt das OTTO selbst zwar nu8na uch ein zusätzlichen Marktplatz aufbaut aber noch lange nicht an einem Punkt ist bei dem man sagen könnte das etwas geschaffen worden wäre das nicht auch in anderen Shops und Firmen vorhanden wäre.

Wie könnte man nun eine Bewertung vornehmen?

Wir haben weiter oben Unternehmen gesehen die ganz unterschiedlich aufgestellt sind. Die Geschichte ist allerdings eine ähnliche, etablierte Unternehmen mit immer noch hohen Gewinnen stagnieren. Während andere Unternehmen mit Minus ein enormes Wachstum hinlegen. Wäre die Geschichte hier vorbei könnte man meinen das diese Unternehmen die keinen Gewinn machen am Ende nicht überleben. Doch es scheint anzeichen dafür zu geben das die etablierten, mit hunderten von Millionen Euro Ertrag dem Ende tatsächlich näher sind. Denn während die Online Pure Player und die neueren Konzepte nach Jahren der Verluste eine Größe erreichen in denen Sie profitabel werden. Kämpfen an der anderen Seite die etablierten um ihr Leben.

Ist das Unternehmen Zukunftsorientiert oder hat es noch viel mit Altlasten zu kämpfen ist wohl ein guter Indikator für eine Bewertung. Wer heute seine Kraft in die Aufarbeitung seiner Altlasten stecken muss und den anderen hinterher laufen muss, der hat nicht die Ressourcen den großen Sprung zu machen. Doch das ist es was nun eigentlich notwendig wäre, als Media-Saturn nach der Übernahme von Redcoon den Sprung in den Online Handel vollzogen haben waren sie anderen Shops deutlich hinterher. Die Erfahrungen die andere bereits seit Jahren machen, müssen nun teuer selbst gemacht werden. Dabei ist aber schon der Sprung in den Online Handel so ein ressourcenfressender Prozess, das kaum noch Zeit bleibt sich um neuartige Modelle zu kümmern. Am Ende ist der MSH Shop ein Shop, keine Features die einen Mehrwert liefern im Vergleich zur Konkurrenz. Man begibt sich also durch den Namen getrieben praktisch wieder in einen Preiskampf oder aber rechnet sich Umsätze schön indem man die Abholung im Laden als Online Umsatz verbucht. Natürlich hat man als etablierter möglicherweise noch das Geld um diesen Prozess durchzuhalten. Doch eine wie ich finde wichtige Komponente ist hier wieder das Personal. Wenige von dem alten Personal ist geeignet für eine vollumfängliche Online Strategie und die neuen Leute die man bräuchte, haben oftmals wenig Interesse aktiv an einer Transformation zu arbeiten. Das ist insbesondere dadurch geprägt das man bei einer Transformation stark politisch agieren muss und man nicht die Freiheiten und Möglichkeiten hat die man sich wünscht. Es muss einfach hier über Elemente gesprochen und diskutiert werden die eigentlich heute normal sein sollten. Das verärgert natürlich Mitarbeiter und verzögert den Prozess enorm.

Befindet man sich gerade selbst in einer komfortablen Situation, sollte die Frage gestellt werden wie es mit der Markt Konsolidierung aussieht. In der Regel werden wir es nicht erleben das es duzende von Online Händlern für jeden Bereich geben wird. Wenn sich einfach der Beste gezeigt hat, wird dieser die Kunden auch so lange unter sich vereinen bis die Situation entsteht, dass neue Konzepte und Verkaufstechniken einen Teil oder alle Kunden dazu bewegt zu wechseln. Der klassische Preiskampf zwischen 3 großen Online Händlern wird am Ende nur einen Gewinner kennen. Wer also das klassische Regalgeschäft gut umsetzen kann, wird am Ende den jeweiligen Markt dominieren. Die Aufteilung in Kategorien ist hierbei ein zusätzlicher Faktor, da auch ein Amazon es sich nicht leisten kann absolut alle Kategorien mit der gleichen Liebe zu bespielen. Jemand der sich spezialisiert kann dort im zweifel besseres, effektiveres Marketing betreiben und den Shop besser an die Kunden anpassen. Trotzdem werden wir es wohl eher nicht erleben das wir hunderte von Händler Shops haben in den nächsten 10 Jahren. Vorallem nicht in wirklich relevanten Umsatzregionen.

Es geht also um das Umfeld und wie man darin wahrgenommen wird. Das schützt ein Zalando nicht davor irgendwann noch mal von jemandem eingeholt werden zu können. Doch es macht es schwieriger für neue in der Branche. Dazu ist es sicherlich nicht nachteilig sich clever weitere Felder zu erschließen.

Eigentlich ist es ein Rennen und wenn man ehrlich ist nehmen die meisten kaum an diesem Rennen teil. Sie stehen in der 3. oder 4. Reihe und freuen sich immer wieder über moderates Wachstum wo andere große Sprünge machen. Trotzdem haben viele durch die Historie noch genug Geld und Ertrag das sie noch einige Jahre ums Überleben kämpfen können. Aber nicht erst seit Pleiten wie Quelle, Karstadt und co sollte jedem klar sein das es auch die etablierten treffen wird und der Wandel an niemandem einfach so vorbei geht. Neue Lösungen werden notwendig sein!

Und nun konkret?

Für mich sind die Unternehmen spannender und relevanter die aufzeigen wie ernsthaft sie sich der Digitalisierung und der Innovation verschrieben haben. Tanker ohne wirkliches Ziel mögen wegen ihrer Größe noch Spielraum haben, doch auf lange Sicht werden die auch zwischen die Mühlen geraten.

Es ist also wichtig ein Konzept erkennen zu können das auch in den nächsten Jahren noch eine Chance auf Erfolg hat und nicht nur ein kurzfristiges Überleben sichert.

Dazu gehört eine Bereitschaft für Risiko und damit einhergehend das ausprobieren von neuen Wegen. Sind solche Ansätze zu erkennen kann man den transformierenden Unternehmen noch eine Chance einräumen.

Bereits transformierte und auf Innovation und Flexibilität getrimmte Unternehmen müssen sich an den Skaleneffekten und an der operativen Durchführung messen lassen. Wer es schafft sein Geschäft aus Deutschland in andere Länder zu übertragen und Abläufe zu optimieren während man selbst Innovativ ist, ist sicherlich gut aufgestellt für die Zukunft und hat zumindest eine Chance sich neuen Gegebenheiten anzupassen.

Die besten Marketing und E-Commerce Konferenzen 2017

ONLINE MARKETING ROCKSTARS FESTIVAL

http://www.onlinemarketingrockstars.de/festival/

Zeitraum: 2.3.2017 – 3.3.2017

Ihr habt eine Veranstaltung die ihr besuchen dürft dieses Jahr? Dann solltet ihr anfangen zu buchen … Das OMR Festival ist sicherlich wieder die Spannenste Veranstaltung des Jahres. Verpassen eigentlich verboten!

Das zweitägige Online Marketing Rockstars Festival ist Weiterbildung, Networking und beste Unterhaltung für unsere Branche. 2016 haben 16.533 Besucher den Wahnsinn mitgemacht. 2017 geht’s weiter – wir erwarten 25.000 Besucher. Neben den weltweiten Digital Marketing-Stars holen wir ab und an Acts wie Deichkind, Fettes Brot, Jan Delay oder Udo Lindenberg auf die Bühne.

EXPO
02./03.03.2017
2017 erweitern wir die Expo von einem zu zwei Tagen. Bei der Messe präsentieren sich etablierte und ganz frische Companys aus der Digital-Marketing-Branche als Aussteller. Nebenbei liefern wir ein Programm mit exklusiven Masterclasses, Panels auf der Expo Stage, Guided Tours, Party am Abend und mehr.

KONFERENZ
03.03.2017
Die Konferenz ist das Herzstück des Festivals. Mittlerweile ist das Event das größte seiner Art in Europa und bringt globale Top-Leute in die Hamburger Messe. 2017 wird die Konferenz wieder Inspiration, Tipps, Überblick, Einschätzungen, Ausblicke, anekdotisches Wissen und value for money liefern. Versprochen! Und: Sie wird im Stile einer Late Night Show aufgemacht sein… wait and see. Am Ende feiern wir mit Euch unsere legendäre Aftershow.

Campixx:Week

http://www.campixx-week.de/

Zeitraum: 6.3.2017 – 12.3.2017 in Berlin

Die Marketing Konferenz CAMPIXX:Week ist der extrem erfolgreiche Gegenpart zu allen großen Marketing Konferenzen im DACH Raum und ein echter Geheimtipp . Hier geht es nicht in erster Linie um Show, sondern um Wissen, Wissenstransfer, gemeinsames Lernen, Networking, Kennenlernen und den Blick auf das Große und Ganze im Marketing/Onlinemarketing.Hier wird auch mal gezeigt, was nicht geht. Kein Mensch glaubt doch den „Wir sind immer erfolgreich Geschichten“ auf den Mainstream Konferenzen und Kongressen.

Kurz gesagt: Die CAMPIXX:Week kümmert sich darum, wie der Erfolg in der Praxis wirklich umgesetzt werden kann.

Die Basis dieses Marketing Events beruht auf den Vorteilen von Barcamps, Workshops, Praxisübungen, Vorträgen. Gesprächsrunden und viel Networking. Menschliches Miteinander wird also groß geschrieben.

Internet World

http://www.internetworld-messe.de/

Zeitraum: 7.3.2017 – 8.3.2017 in München

Die Internet World, die E-Commerce Messe, findet einmal jährlich auf dem Münchner Messegelände statt. Die Internet World Messe ist eine reine business-to-business Veranstaltung. Auf der Messe präsentieren sich Aussteller mit Produkten und Dienstleistungen aus dem Bereich E-Commerce und Online Marketing.

Die Messe wird von einem hochkarätigen, für die Besucher kostenlosen Vortragsangebot begleitet.

SMX München

http://smxmuenchen.de/

Zeitraum: 14.3.2017 – 15.3.2017 in München

Die Leitkonferenz zum Thema SEO, SEA und Online Marketing ist zurück!

AllFacebook Marketing Conference

http://conference.allfacebook.de/

Zeitraum: 14.3.2017 in München

Facebook, Instagram, WhatsApp, Snapchat, Twitter, Youtube … für Unternehmen.

Für einen Tag wird München zu dem Ort für Social Media Marketing. Auf drei Bühnen gleichzeitig, mit über 30 Speakern und großen Pausen fürs Networking erlebt ihr die AllFacebook Marketing Conference. Ihr trefft Mitstreiter aus der Branche, tauscht euch aus und kommt mit neuen Ideen, Strategien und Konzepten nach Hause. Egal ob Einzelkämpfer, kleines Unternehmen, Mittelstand oder Großkonzern – wir spielen alle mit den gleichen Netzwerken.

1 Tag, 3 Bühnen, 30+ Speaker, 20+ Keynotes, 600+ Teilnehmer …

All Influencer Marketing Conference

http://allinfluencer.de/

Zeitraum: 15.3.2017 in München

Influencer Marketing – selten wurde eine neue Marketing Disziplin so kontrovers diskutiert. Von super effektiv, bis gehyped bis tief in der legalen Grauzone – die Bandbreite der Meinungen ist groß. Höchste Zeit, euch fundiertes Wissen zu holen. Wenn ihr lernen wollt, wie man die passenden Influencer findet und eine für alle Seiten erfolgreiche Zusammenarbeit aufsetzen kann, wie man auch ohne die riesigen Budgets Influencer Marketing umsetzen kann, welche KPIs aussagekräftig sind und welche Rolle Influencer Marketing im Online Marketing Mix spielt, dann seid ihr hier genau richtig. Jenseits der bekannten – aber nicht unbedingt replizierbaren – Kampagnen, liegt der Fokus hier auf den Strategien und Taktiken, die ihr benötigt, um Influencer Marketing für euer Unternehmen erfolgreich umzusetzen. Holt euch den entscheidenden Input und das Know How von Experten, Agenten & Influencern selbst!

Das Team hinter der AllFacebook Marketing Conference, SMX und Data Driven Business freut sich auf die erste All Influencer Marketing Conference mit euch.

Digital Commerce Day

http://www.digital-commerce-day.de/

Zeitraum: 23.3.2017 – 24.3.2017 in Hamburg

Unter dem Titel „Was ist die Alternative? – Wege aus der Digitalisierungsfalle“ holt der Digital Commerce Day 2017 zahlreiche Entscheider auf die Bühne, die sich gerade der Herausforderung „Digitalisierung“ stellen und zeigt so praxisnah die Erfolgsfaktoren von digitalem Denken und der digitalen Organisation auf.

Native ADs Camp

http://nativeadscamp.com/

Zeitraum: 30.3.2017 in Köln

Das Native Ads Camp ist eine nationale Tageskonferenz, die das Thema Native Advertising aus vielen verschiedenen Perspektiven betrachtet.
Das ist deutschlandweit einzigartig, denn keine andere Konferenz bringt hierzulande Brancheninsider, Fachleute, aber auch Neueinsteiger zusammen, die über den aktuellen Stand und die Zukunft von Native Advertising diskutieren.

Die Teilnehmer erwartet eine informative Veranstaltung mit praktischem Nutzwert, denn neben spannenden Vorträgen bietet das Event auch praktische Einblicke, die umgehend in Projekte und Kampagnen integriert werden können.

Themenschwerpunkte in diesem Jahr, werden Cases, Strategien, Content und KPIs sein.

K5 Conference

https://www.k5-conference.com/

Zeitraum: 22.6.2016 – 23.6.2016 in Berlin

Thriving in a World of Platforms – unter diesem Motto findet die siebte K5 statt. Mit dem Sprung nach Berlin in das Estrel untermauern wir unseren Anspruch als Leitveranstaltung für den Handel der Zukunft. Erstmalig öffnet sich die K5 für ALLE, die sich der Frage stellen: „WIE, WAS und vor allem WER gestaltet den Handel von morgen?“. Inhaltlich und konzeptionell bleibt sich die K5 als Strategie- und Wachstumskonferenz treu. Schwerpunkte sind unter anderem Marktplatz und Mobile- Strategien – mit gewohnten Einblicken und Einschätzungen aus erster Hand.

Performance Marketing Summit

http://www.performancemarketingsummit.de/

Zeitraum: 27.6.2017 – 28.6.2017 in München

Auf dem Performance Marketing Summit sprechen Online Marketing-Experten aus unterschiedlichsten Branchen. Produkt- oder Unternehmensvorstellungen sind bei diesem Event fehl am Platz!

Alle Vorträge handeln von Use Cases und Zukunftsszenarien im Performance Marketing. Der Know-How-Transfer zwischen Branchen-Größen, Entscheidern und Anwendern steht im Fokus des Summits. Bei den Workshops geben intelliAd-Experten praxisorientierte Tipps und Ausblicke im Performance Marketing.

dmexco

http://dmexco.de/

Zeitraum: 13.9.2017 – 14.9.2017 in Köln

Die dmexco ist die globale Business- und Innovationsplattform der digitalen Wirtschaft. Sie macht die disruptiven Trends erlebbar und definiert die Business-Potenziale von morgen. Hier treffen sich Macher und Visionäre, Marketing- und Medienprofis, Techies und Kreative. Die dmexco kombiniert die führende Messe für das digitale Marketing mit einer außergewöhnlichen Konferenz und ist das Top-Event des Jahres.

Was uns das Dschungelcamp über Marketing beibringt

Jedes Jahr aufs, neue stellen sich 12 eher wenig Prominente Personen der Herausforderung des Dschungels. Ob es die 20-29 Grad Außentemperatur sind, oder die durch entsprechende Netze reduzierte Regenmenge oder gar die von Sicherheitskräften kontrollierten wilden Tiere, die die Kandidaten in den Dschungel treiben kann ich nicht sagen. In einer stark kontrollierten Umgebung werden also Leute scheinbar rund um die Uhr mit mehr oder weniger versteckten Kameras begleitet und Millionen gucken zu. Sei es um sich über die Dummheit der Kandidaten lustig zu machen, zu sehen wie bei den Prüfungen die Würde gegen Sterne und damit Essen getauscht wird, oder einfach nur den interessanten Gesprächen zugehört wird.

Warum sind wir im Dschungel?

Ja das Dschungelcamp ist Fake, es ist zu einem gewissen Grad inszeniert und oftmals plump bei dem Versuch das zu vertuschen. Doch dem vermeintlichen Zuschauer ist das egal, für ihn bildet das Konzept nur den Rahmen in dem die Handlung spielt. Das Dschungel Thema erklärt warum die Kandidaten nicht großartig Essen bekommen, warum dort diese Tiere sind und warum man draußen schläft. Es erlaubt den Produzenten und dem Umfeld das Thema zu nutzen um die Botschaften zu transportieren, die Grafiken für Online und Offline auszusuchen und ein stimmiges Gesamtbild zu erschaffen.

Die häufigste Begründung für diesen Drehort von Seiten des Produzenten sind die Bedingungen. Wie oben angerissen sind mit den sehr guten äußeren Bedingungen und der Infrastruktur alles gegeben um diesen Ausflug in den Dschungel zu einem entspannten Arbeitstag zu machen. So unterscheidet sich der Produktionsort nicht wesentlich von einem Studio. Dazu kommen die Vorteile der Zeitverschiebung die dafür sorgen das der stärkste Slot am Tag (20:15) weiterhin von anderen Programmen besetzt werden kann und man einen Magneten im Anschluss platzieren kann.

Was wir also lernen können: Lasst eure Kampagne in einem Umfeld laufen in dem ihr euch selber auch wohl fühlt, ein Umfeld wo ihr die Rahmenbedingungen gut selber entscheiden könnt, aber auch andere Personen kein Problem haben euch zu unterstützen oder Teil des ganzen zu werden. Außerdem ist es enorm hilfreich ein Thema zu haben, im weiteren laufe der Kampagne habt ihr so die Möglichkeit um dieses Thema herum Geschichten zu erzählen und eine visuelle Begleitung zu erstellen die glaubhaft ist und die eine direkte Verbindung aufzeigen kann.

Wer darf mitmachen?

Um die Kandidaten wird lange Zeit ein Geheimnis gemacht, es soll die Spannung hochgehalten werden und so vor der Show möglichst viel Buzz erzeugt werden. Dazu gehört auch das spekulieren und durch Gerüchte eine mediale Aufmerksamkeit zu erlangen. Irgendwann sind sie dann aber da, die Kandidaten, die für die nächste Zeit vermutlich im Camp hocken werden.

Alles Zufall? Sicherlich nicht … RTL wird ein enormes Interesse daran haben Kandidaten nach ihrem aktuellen Bekanntheitsstatus und einiger persönlicher Eigenschaften zu wählen. Dabei ist es sicherlich hilfreich mit der Show bereits gezeigt zu haben wie es möglich ist seine Bekanntheit und Image zu steigern. Bei der Besetzung zeigen sich immer wieder ähnliche Muster. Egal ob es um Sportler, vermeintliche Sex Bomben, Models oder „Schönling“, Sonderlinge oder Püppchen geht. Ziel ist es für die breite Bevölkerung Personen zu liefern mit denen man sich identifizieren kann UND gegen die man eine Abneigung entwickeln kann. Denn häufiger als Sympathie für gewisse Kandidaten entwickeln sich Abneigungen. Abneigungen sind daher so spannend, weil sie oftmals eine viel stärkere Emotionale Situation erzeugen und so die Interaktion in Form von Abstimmungen wahrscheinlicher wird. Auch die Begleitung dieser Personen und das hinein steigern ist ein dankbarer Hebel.

Es ist immer wieder ein kleines Pulverfass was RTL dort zusammenstellt, verständlich unter dem Gesichtspunkt das man ja nun dazu verpflichtet ist täglich neue Inhalte zu liefern und die Prüfungen alleine meist nicht der Treiber sind. Worüber meist alle sprechen sind die Ausraster und das gezicke im Camp. Dabei werden auch alle Register gezogen, ein typischer Ansatz ist es beispielsweise Zigaretten zu verbieten um so eine gereizte Grundstimmung entstehen zu lassen.

Was nehmen wir also mit: Auch wenn nicht jeder Teil geplant werden kann, ist es dennoch möglich ein Umfeld zu schaffen in dem, gewisse Ereignisse wahrscheinlicher sind. Leute mit einem Temperament oder einer Abneigung gegen gewisse Eigenschaften oder Verhaltensmuster können so gezielt dazu verwendet werden Inhalte zu erzeugen. Obwohl viele das nun nicht hören möchten, aber solche Sendungen sind auch ein Spiegel unserer Gesellschaft und aus Marketing Aspekten so zu betrachten das man sich ganz offensichtlich darauf eingestellt hat etwas zu liefern was die Zuschauer wollen.

Hört also auf eure Kunden und Besucher und wenn es Bereiche gibt die ihr nicht vollkommen kontrollieren wollt oder könnt, versucht euch in die Situation zu versetzen was passieren kann und nutzt dies um Konstellationen zu schaffen in denen etwas ensteht was ihr wollt. Nichts ist in so einer Konstellation schlimmer als festzustellen das man keinen Einfluss nehmen kann und zusehen muss wie das Projekt oder die Kampagne sich langsam verabschiedet.

Manchmal ist es einfach unabdingbar sich mit allen Eventualitäten zu beschäftigen um konkret auf Situationen reagieren zu können und klar, über die Zeit sollte natürlich auch gelernt werden was funktioniert und was eher nicht!

Die Moderation

Es gibt eine besondere Tonalität in der Show, Moderatoren haben zwar direkten Kontakt mit den Kandidaten, sind aber auf der Seite des Publikums. Die Inszenierung das man gemeinsam auf die Insassen im Camp schaut, nimmt dem Zuschauer ein wenig die Hürde als Spanner wahrgenommen zu werden. Obwohl auch das seit Sendungen wie Big Brother kaum noch eine Rolle spielt. Ein weiterer Punkt ist sicherlich auch das damit die Hürde genommen wird sich über die Kandidaten zu belustigen.

Durch diese Art der Moderation kann aber auch recht einfach eine Geschichte weiter getragen werden. Eindrücke aus dem Camp und Sätze von den Kandidaten können so in einem neuen Licht noch mal wiedergegeben werden und so ein Fokus gesetzt werden. Das hat oftmals zur Folge das sich in dieser Beziehung ein Wir gegen Die einstellt. Eine Situation in der man zusammen mit den Moderatoren über die Kandidaten lacht, insbesondere über dumme Sprüche und Verhalten stärkt auch die Beziehung mit den Moderatoren und schlussendlich mit der Sendung.

Unser learning: Die Show lebt von den Kandidaten, daher ist neben der Auswahl auch die Interaktion mit diesen enorm wichtig. Daher sollte es auch bei euren Kampagnen eine Priorität haben sich darüber im Klaren zu sein wie eine Interaktion auszusehen hat. In vielen Fällen sind wir selbst die Moderatoren, sei es dadurch das wir Ergebnisse verteilen, Zusammenfassungen liefern oder aber den Kunden über unsere Kampagne informieren. Dabei ist es wichtig zu verstehen wie wir kommunizieren. Oftmals ist gerade Neutralität etwas Negatives, es sollte aufgezeigt werden auf welcher Seite man steht um eine tiefere Bindung mit den Besuchern einzugehen. Gemeinsam mit dem Besucher zusammen über eine dritte Partei zu reden hilft diese Bindung zu stärken und oftmals auch um eine Diskussion und Interaktion entstehen zu lassen. In einer Welt bei der wir alle täglich mit einer Vielzahl von Informationen bombardiert werden, suchen wir uns Filter die uns die Welt in einer Art zeigen die uns gefällt und unseren Interessen nahe steht. Wenn man selber nur ein weiterer Gesichtsloser Bestandteil ist, kann man nicht erwarten das eine Bindung entsteht.

Wenn die Zuschauer entscheiden

Neben dem Interesse Geld zu verdienen, durch die Gebühren pro Anruf, hat die Mitbestimmung der Zuschauer einige weitere unmittelbare Vorteile. Es verleiht dem Zuschauer eine Stimme und damit eine Interaktion. Vermittelt also das Gefühl das man Einfluss auf das gezeigte nehmen kann. Dazu kommt die natürliche Filterung der Kandidaten die dafür sorgen soll, dass die Zuschauer am Ende idealerweise persönlich investiert sind und am Ende die interessanten Kandidaten über bleiben. Was ultimativ die Spannung steigen lässt und so eine entsprechende Zuschauerzahl zustande kommt.

Interaktion ist es das große Thema der letzten Jahre ob über Social Media oder andere Kanäle. Dabei haben diese Votings auch einen Effekt der sich unmittelbar zeigt, es ensteht eine Diskussion. Leute freuen sich, dass gewisse Personen endlich das Camp verlassen, andere bedauern es..

Dazu kommt in diesem Voting Prozess natürlich auch die Präsentation der Kandidaten, es wird häufig von dem feinen Gespür der Zuschauer gesprochen und wie diese Einfluss nehmen auf das Geschehen. Trotzdem gibt es immer wieder Fragezeichen hinter gewissen Entscheidungen und die Theorie der Einflussnahme seitens der Produktionsfirma. Die Kandidaten haben in diesem gesamten Kontext eigentlich nur eine einzige Aufgabe, sie sollen den Zuschauer unterhalten. Ob dies durch ständige Intrigen, markante Sprüche, das entblößen  oder besonderes leiden bei den Prüfungen erreicht wird ist eigentlich egal. Einige Aspekte halten dabei länger als andere, wer zu eindimensional ist, wird bestraft. Jeden Tag die gleichen Geschichten und die gleichen Verhaltensmuster langweilen und sorgen für einen Filter Prozess. Interessante Geschichten hingegen oder eine besondere Personalität kann punkten. Am Ende vermarktet sich jeder Kandidat hier selbst, nicht nur für seine Zukunft sondern auch für den Sieg in der Show. Obwohl der Sieg vielleicht nicht das wichtigste Ziel ist, sollte doch jedem klar sein das jeder Tag den man länger im Camp verbringt, die Sichtbarkeit steigt und damit die Möglichkeit verbessert aus der Show zu kommen.

Was sagt uns das? Kunden / Besucher / Zuschauer bestimmen heute mehr als früher über das was sie konsumieren. Daher ist es wichtig sich auf die Bedürfnisse der Kunden einzustellen und auf die Reaktionen und Interaktionen zu reagieren. Es ist nicht immer so klar warum Leute Entscheidungen treffen, daher ist es wichtig sich die Zeit zu nehmen und eine Interpretation zu finden mit der man sicher ist eine Verbesserung zu erreichen.

Wir müssen aber auch etwas liefern über das man wirklich entscheiden kann, stellt man sich ein Dschungelcamp mit 12 praktisch gleichen Menschen vor, ist die Wahl der Kandidaten für den Zuschauer deutlich schwerer und polarisiert nicht wirklich. Was sich dann nicht nur in den Interaktionen sondern insbesondere in den Zuschauerzahlen wiederspiegeln wird. Es ist also notwendig authentisch aufzutreten und darauf zu verzichten das Fähnlein im Wind zu sein.

Fazit

Ja es gibt noch mehr Aspekte die man betrachten kann, aber wichtig ist eigentlich etwas anderes. Die Ableitung von generischen Mechanismen aus etablierten Formaten kann uns einen Weg zeigen wieso bestimmte Sachen funktionieren. Wir sollten nun nicht hingehen und den Fehler machen diese 1:1 zu kopieren. Aber beim betrachten solcher Shows sollte jedem klar sein was Interaktion beim Zuschauer bewirken kann, wie die Wahl der Kandidaten, das Umfeld und die Regeln zu etwas führen das vorhersehbar ist. Wir können zusehen wie Kandidaten eine Rolle spielen und damit entweder total auf die Nase fallen, weil sie nicht glaubhaft vermittelt werden konnte. Oder man eine persönliche Bindung eingeht mit den Kandidaten und so ein persönliches Invest.

Haltet also einfach die Augen offen und versucht das Grundgerüst zu erkennen das vielen Kampagnen und Events als Basis dienen für ihren Erfolg. Ihr werdet überrascht sein wie häufig die immer gleichen Muster sich zeigen … Die Ausprägungen ändern sich häufig im laufe der Zeit. Das Grundgerüst hingegen bleibt häufig bestehen und ändert sich wenn, nur langsam.